Carado T447 Edition24: Fahrbericht
So schneidet das 2024er Modell im Test ab

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Frischer Wind bei den Reisemobilen? Das ist für Carado eigentlich nichts Besonderes. Schließlich startete die Marke aus der Erwin Hymer Group 2006 schon mit dem Versprechen, wieder bezahlbare Reisemobile anzubieten. Statt die Produktion in günstigere Länder auszulagern, entschied man sich damals aber für den Neubau eines Werks im sächsischen Neustadt. Mit Erfolg: Weit über 100.000 Reisemobile sind seitdem dort von den Bändern gerollt.
Und Carado hat sich mittlerweile zum Vollsortimenter gemausert. Standen anfangs nur Teilintegrierte auf der Preisliste, gibt es davon nun eine schmale (2,14 Meter) und eine normal breite Baureihe, dazu Kastenwagen, Alkoven und Vollintegrierte. Auch bei den Basisfahrzeugen hat sich die Auswahl vergrößert: Neben dem Klassiker Fiat Ducato ist sein Stellantis-Bruder Citroën Jumper im Angebot, flankiert vom Ford Transit. Der befindet sich nun schon seit einigen Jahren mit Blinker links auf der Überholspur und stellt seine Qualitäten bei zahlreichen Reisemobilmarken unter Beweis.

Ergonomisch einwandfreies Cockpit, viele Ablagen. Das Navi kommt aus dem Zubehör.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Auch unser Testwagen baut auf seine Stärken. Er gehört als Erster zur Edition24 genannten neuen Carado-Generation, die mit zahlreichen Detailverbesserungen und neuem Design reüssiert.
Das ist er: Ein Wohlfühl-Wagen mit klassischem Grundriss, der ein deutliches Plus an Platz und Stauraum bietet. Fast kubisch wirkt sein Aufbaukörper. Das bringt vor allem im Kopfbereich mehr Luft – und wird von den freien Blickachsen im Interieur optisch noch verstärkt. Dass eines der Betten satte 2,12 Meter lang ist, passt da gut ins Bild.

Bequem erreichbare, mit jeweils über zwei Metern sehr lange Betten im Heck.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Neu ist die Gestaltung des Mobiliars mit weniger Holzdekor. Stattdessen setzen nun warme Weiß-und Grautöne sowie eine geradlinigere Formgebung Akzente. "Die veränderten Bedürfnisse der Zielgruppe beeinflussten die formale, klare Gestaltung des Interieurs und Exterieurs. Dazu wurden detaillierte Zielgruppenanalysen durchgeführt", erklärt Florian Bürkner, verantwortlicher Designer bei Generationdesign aus Wuppertal. Zudem fällt uns die Ambientebeleuchtung positiv auf.
Ungünstige Positionierung des Bordakkus
Und ein schimmerndes Kunststoffrohr in den Dachschränken, das wir so noch nicht kannten. Wir fragen nach bei Stefan Liebenz, Head of Marketing & Communications bei Carado: "Durch das Hinterleuchten des Vierkantrohrs wird eine einzigartige Atmosphäre im Innenraum erzeugt. Außerdem ermöglicht es auch, die Struktur des Schranks zu verstärken. Im Vergleich zu traditionellen Möbeln mit eingeklebten LED-Streifen bietet diese Lösung eine nahtlosere Integration von Beleuchtung und Design, was zu einem moderneren und saubereren Erscheinungsbild führt."

Serienmäßig über der Sitzgruppe: das Panoramafenster.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Dazu trägt im Allgemeinen natürlich auch die Weiterentwicklung der LED-Technik bei. Konnten bisher auf LED-Streifen die einzelnen Leuchtpunkte identifiziert werden, erscheinen die neuesten wie aus einem Guss. Das liegt zum einen daran, dass nun viel mehr LEDs dichter aneinander aufgebracht werden können, zum anderen an der durchgehenden Phosphorschicht, die das Licht homogen verteilt.
Aber auch die besten Lämpchen brauchen Strom, und das führt uns zur ungünstigen Positionierung des Bordakkus. Er wird in der Banktruhe von einem stabilen Metallhalter fixiert, kann aber nur nach Abschrauben der Sitzfläche erreicht werden. Auch einen Killschalter suchten wir vergebens.
Das hat er: Eine reichhaltige Serienausstattung, wie es sich für ein Editionsmodell gehört. Unter anderem Alufelgen, Tempomat, Lederlenkrad, Höhen- und Neigungsverstellung für Fahrer- und Beifahrersitz, Klimaanlage und Nebelscheinwerfer sind beim Chassis zu nennen, dazu Fliegenschutztür, Rahmenfenster, Markise und 22-Zoll-TV mit Sat-Anlage im Wohnbereich. Interessant für Familien dürfte sein, dass es für 439 Euro einen fünften Gurtplatz auf dem Seitensitz gibt. Der weist allerdings der Fahrtrichtung entgegen.

Kompakte Winkelküche mit großer Spüle, aber recht kleinem Herd. Frostwächter im Unterschrank.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Was beim getesteten Grundriss (es gibt zudem einen weiteren mit Einzelbetten sowie einen mit Queensbett) besonders gefiel, war das Bad. Es nimmt den gesamten Bereich vor den Einzelbetten ein und kann gegen den Wohnbereich abgetrennt werden. Dazu wird die Tür des separaten WC-Raums nach vorn geschlossen.
Test mit 155-PS-Variante
Mit großzügigen Ablagen, Schränkchen, mehreren Spiegeln und Handtuchhaltern bleiben hier keine Wünsche offen. Die Duschkabine steht einzeln und ist ausreichend groß, sie besitzt zudem eine Ablage fürs Duschzeug.
So fährt er: Sehr komfortabel. Uns fällt immer wieder auf, wie sauber das Fahrwerk des Ford Transit abgestimmt ist, wie sensibel und sanft seine Federung anspricht. Auch die Geräuschdämmung geht in Ordnung, wenngleich der Diesel unter Last etwas gequält klingt.

Die Seitenansicht verrät den recht hohen Aufbau – geht alles zugunsten der Kopffreiheit.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Überzeugen kann die optionale Wandlerautomatik. Sie hat zwar nur sechs Fahrstufen (beim Ducato sind es mittlerweile neun), dafür ist sie mit 1999 Euro Aufpreis günstig und eine Empfehlung wert. 130 PS leistet bereits der Basismotor, im Testwagen war die 155-PS-Variante (plus 1499 Euro) mit Automatik verbaut.
Damit ist man sehr souverän und komfortabel unterwegs. Die weit heruntergezogenen Seitenscheiben und die großen Spiegel mit Totwinkeleinsatz geben dafür die nötige Übersicht. Konzentration ist allerdings in engen Kurven und beim Rangieren gefordert, denn der Hecküberhang fällt recht opulent aus. Gewöhnungssache.
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