Eriba hat sein Caravan-Programm umgestellt. Alle Modelle – vom 3,70-Meter-Zwerg bis zum stattlichen 7-Meter-Familiencaravan verstehen sich als Reisecaravans. Seit Sommer 2025 ist dabei der Name Nova Light Geschichte – die Festdach-Baureihe heißt jetzt Novaline. Der Name Feeling ist hingegen schon seit rund 20 Jahren bekannt. Da sorgte die Kombination aus dem Hubdach der kultig-ehrwürdigen Touring-Baureihe und einem eher konventionell aussehenden Caravan für Verwunderung.
Dabei ist die Idee dahinter nach wie vor bestechend: Während der Fahrt duckt sich der Wohnwagen hinter das ziehende Auto; und zum Wohnen hat man dennoch volle Stehhöhe. Und wenn man statt des einfachen Hubdachs ein ausstellbares Schlafdach einbaut, hat man zwei zusätzliche Schlafplätze geschaffen, ohne dass der Caravan elend lang und unhandlich werden muss.
Caravan-Vergleichstest: Eriba Feeling 442 gegen Novaline 495
Der niedrigere Aufbau und die kompaktere Länge machen den Feeling 442 besonders handlich.
Bild: Erwin Fleischmann
Zum 2026er-Modelljahr wurde das Feeling-Modellprogramm gestrafft. Es beschränkt sich nun auf die drei Varianten 425, 442 und 470. Dabei ist die längste Version nicht etwa der 470 mit seinen Bug-Einzelbetten, sondern der 442 mit seinem pfiffigen Doppelbett. Den gleichen 442er-Grundriss gibt es auch im Novaline; für den Vergleich nahmen wir aber das neue Modellreihenflaggschiff 495 mit Rundsitzgruppe im Bug.

Novaline 495: Groß, konventionell – und bei Paaren beliebt

Mit 7,14 Meter Gesamt- und 5,98 Aufbaulänge – Innenlänge 5,40 m – übertrifft der neue Grundriss auch die Familienvariante 515 mit Heck-Stockbetten und dem eigenwillig hochgesetzten Elternbett. Der 495er-Grundriss ist recht konventionell und spricht mit seinen Einzel-Längsbetten eher die reifere Kundschaft an. Der Wohnraum wirkt freundlich; in die Rundsitzgruppe kann man auch noch ein paar Gäste einladen.
Caravan-Vergleichstest: Eriba Feeling 442 gegen Novaline 495
Im Vergleich fährt sich der über sieben Meter lange Novaline 495 deutlich sperriger.
Bild: Erwin Fleischmann
Noch luftiger geht es freilich im Feeling zu, obwohl er als 442 immerhin einen halben Meter kürzer und sieben Zentimeter schmaler ist. Sobald man das Schlafdach ausgestellt und dessen Bett hochgeklappt hat, tun sich nach oben schier unendliche Weiten auf. Dabei herrscht ein Hauch von Zelt-Atmosphäre, denn die Seitenwände im Oberstübchen sind naturgemäß aus Stoff. Das kann man schätzen, weil man sich der Natur näher fühlt; oder auch verachten, weil es das Gefühl der Solidität und Geborgenheit vermissen lässt, das ein Caravan mit festen Wänden vermittelt.

Luftig oben – aber Nachteile bei Kälte und Komfort

Abseits persönlicher Befindlichkeiten gibt es aber auch objektive Vor- und Nachteile. So sorgen die drei großen, per Reißverschluss verschließbaren Lüftungsfenster im Sommer für hervorragende Luftzirkulation und angenehmes Raumklima. Andererseits schränkt so eine unisolierte Zeltwand auch die Tauglichkeit fürs Campen in der kühleren Jahreszeit oder bei Schmuddelwetter ein. Gegen Kälte hilft zwar die optionale Isolierung; volle Wintertauglichkeit wird aber dennoch nur erreicht, wenn man das Dach zuzieht. Dann ist es allerdings vorbei mit dem großzügig luftigen Raumgefühl; auch vollwertige Stehhöhe ist nicht mehr vorhanden. Im Bad verbietet das Schlafdach die Installation des Duschpaketes, denn der Raum ist nach oben offen. Und außen lässt sich keine Markise anbringen.
Caravan-Vergleichstest: Eriba Feeling 442 gegen Novaline 495
Das optionale Schlafdach des Feeling birgt ein 1,50 m breites Bett – optional mit einhängbarer Wärmeisolierung.
Bild: Erwin Fleischmann
Fürs Herunterziehen von Bett und Dach gibt es jeweils Zugbänder. Leider weiß man nicht so recht, wohin damit, wenn Dach und Bett oben sind. Man könnte sie aufs Bett werfen, ehe man es nach oben drückt; aber dann muss man auf die Leiter klettern, um das Bett herunterzuziehen und die Schlaufen wieder zu erwischen.
Länge/Breite/Höhe 
6640/2160/2250 mm 
7140/2230/2540 mm 
Aufbaulänge 
5480 mm 
5980 mm 
Außenmaterial Wand/Dach/Boden 
PUAL/PUAL+GFK/Holz 
PUAL/PUAL/Holz 
Stärke Wand/Dach/Boden 
30/30/41 mm 
30/30/41 mm 
Masse fahrbereit/Zuladung ca. 
1136/164–664 kg 
1293/207– 507 kg 
Liegefläche Heck L x B 
1940-2090x 1910 mm 
2000 x 780/210 x 780 (2000–2100 x 1980) mm 
Liegefläche Sitzgruppe L x B 
1970 x 1050–1090 mm 
1990 x 1300–1370 mm
Liegefläche Schlafdach L x B 
1930 x 1500 mm 
-
Innenhöhe/-breite max. 
1980/2000 mm 
1980/2080 mm 
Grundpreis/Testwagenpreis 
29.250 / 46.124 Euro 
31.490 / 44.779 Euro 
Mit der Leiter ist es auch so eine Sache: Einerseits braucht man sie, um ins obere Bett zu kommen – der Aufstieg über die Sitzgruppe und den Tisch klappt schlecht; andererseits ist sie immer irgendwie im Weg. Sie steht mitten hinter der Eingangstür – und auf dem Weg zur Sitzgruppe muss man sich um sie herumschlängeln. Man kann sie jeweils nach der Benutzung wegräumen, etwa in den großen Stauraum unterm Bett; oder man wirft sie vielleicht einfach aufs Bett.
Caravan-Vergleichstest: Eriba Feeling 442 gegen Novaline 495
Dank längerem Aufbau bietet der Novaline 495 eine komfortable Rundsitzgruppe.
Bild: Erwin Fleischmann
Der Unterbettstauraum ist eine der Stärken des Feeling 442. Das liegt weniger an der Hub- oder Schlafdachbauweise, sondern am smarten Grundriss. Die beiden Hälften des Lattenrostes schwingen mitsamt den Matratzen mühelos auf und geben ein riesiges, rechteckiges Frachtabteil frei. Besonders wenn man auch die linke Außenklappe mitbestellt hat, ist es auch von außen bestens zugänglich. Wassertank und Elektrozentrale sitzen in separaten Abteilen und stören nicht; die Heizung wohnt vorne in der linken Sitztruhe. Serienmäßig wird in beiden Caravans die Truma-Gebläseheizung VarioHeat mit Seitenkamin eingebaut. Optional sind auch Combi 4 oder 4E mit integriertem Warmwasserboiler zu haben.
Caravan-Vergleichstest: Eriba Feeling 442 gegen Novaline 495
Der Feeling hat immer eine Face-to-Face-Sitzgruppe; im 442 sitzt sie im Bug und reicht für vier Personen
Bild: Erwin Fleischmann
Für die Stromversorgung von Aufbau und Mover sind in beiden Modellen drei unterschiedliche Bordbatterie-Pakete zu haben: 95 AH-AGM, 80 AH LFP – oder 160 Ah LFP. Für den Novaline ist dazu eine Solaranlage mit 2 x 95 WP zu haben, für den Feeling nicht.

Der Feeling zeigt dem Novaline beim Fahren die Rücklichter

Aber wir haben ja Reisecaravans vor uns, also machen wir uns auf den Weg. Hier schlägt eindeutig die Stunde des Feeling: Die kürzere Gesamtlänge macht ihn handlicher, der niedrigere Aufbau reduziert den Luftwiderstand. Und auch mit allen Optionen wiegt er weniger. So lässt sich je nach Situation ein Minderverbrauch von bis zu 25 Prozent erzielen. Das mag mit einem Verbrenner-Zugwagen ohne große Bedeutung sein; zieht man elektrisch, kann es die Reichweite deutlich verlängern.

Fazit

von

Thomas Rönnberg
Das Konzept des Schlafdach-Caravans erfordert gewisse Einschränkungen. Kommt man damit zurecht, genießt man unbestreitbare Vorteile: leichtere, sparsamere Fahrt, mehr Schlafplätze auf weniger Außenlänge. Und den Coolnessfaktor der Variabilität gibt's noch dazu.