Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? In Berlin und vielen anderen deutschen Großstädten wimmelt es schon seit Längerem nur so vor Milfs! Aber nicht von solchen, an die Sie jetzt denken: Hier geht es nicht um attraktive Mütter, mit denen Sie gerne mal ins Bett steigen würden – sondern um Autos eines bekannten Carsharing-Unternehmens.
Im Jahr 2017 brachte Miles in der Hauptstadt die ersten Miet-Autos auf die Straße, verfügt deutschlandweit mittlerweile über eine Flotte mit mehr als 21.000 Fahrzeugen. Seit einigen Jahren fällt auf: Miles dürfte eines der am häufigsten von Vandalismus betroffenen Unternehmen in Deutschland sein.
Milfs: Carsharing-Riese Opfer von Vandalismus
So soll das Logo von Carsharing-Anbieter Miles eigentlich aussehen.
Bild: picture-alliance / Christian Charisius
Denn eines Tages kamen Spaßvögel auf die Idee, einen Teil des Miles-Schriftzugs von den Autos zu kratzen – und dem Wort so eine ganz andere Bedeutung zu geben: Sie entfernten den unteren Strich des Buchstabens E, der nun wie ein F aussah – plötzlich prangte das Wort MILFS riesengroß an Fahrzeugtüren oder Heckklappen.
Warum das ein Problem ist? Anstatt Kunden zu sagen, was drinsteckt (Miles = Meilen), ziert nun eine obszöne Botschaft viele Autos und Transporter des Unternehmens: Milfs ist eine Abkürzung für den versauten Satz "Moms I'd like to f***" (etwas vornehmer übersetzt: Mütter, mit denen ich gerne schlafen würde). Bekannt geworden ist der Ausdruck vor allem durch die Teenie-Komödie "American Pie" (1999).

Hunderte Fälle, die meisten in Berlin

Das Unternehmen ist nicht sonderlich begeistert vom veränderten Look der Autos. Miles-Sprecherin Nora Goette auf AUTO-BILD-Nachfrage: "Wir waren alle einmal albern und wollen auch keine Spaßbremse sein, aber letztendlich geht das Rebranding in Eigenregie zulasten von uns und der Nutzer, denn es bedeutet zusätzliche Arbeit und zusätzliche Kosten. Und die Message ... na ja."
Hunderte Vandalismus-Fälle hat das Unternehmen mittlerweile registriert – in Berlin, wo die Flotte mit mehr als 7000 Fahrzeugen am größten ist, ist die Zahl der Vorfälle auch am höchsten.
Milfs: Carsharing-Riese Opfer von Vandalismus
Zugegeben: Der Werbeslogan wirkt durch den Gag noch amüsanter.
Bild: picture-alliance / Christian Charisius
Goette: "Wenn es die Kapazität erlaubt, kümmern wir uns um eine Neufolierung oder Reparatur. Es ist in der Vergangenheit durch die unsachgemäße Entfernung auch schon zu Lackschäden gekommen, das ist dann besonders ärgerlich."
Vor allem, weil nur wenige Täter auf frischer Tat ertappt werden. Nur dann könne der Vandalismus auch zur Anzeige gebracht werden, sagt Goette. Sie ergänzt: "Es hat schon Fälle gegeben, in denen Leute dabei erwischt wurden. Das ist aber leider nicht die Regel."
Von Christopher Buhl