Carthago chic c-line T 4.9 LE im Fahrbericht
Die ultimative Komfort-Kombination im Check

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Manchmal lohnt sich ein Blick in die Geschichtsbücher: Carthago und Mercedes? Da war doch was. Richtig! Mitte der 1990er- Jahre arbeiteten beide Marken schon einmal zusammen. Das erste Modell in der Kombination war ein eindrucksvoller Alkoven namens Mondial. Jede Menge Platz, Aluminium-Sandwich-Konstruktion, durchgehend beheizbarer Doppelboden waren einige seiner hervorstechenden Merkmale. Zwei Jahre später folgte mit dem M-Liner der erste Integrierte der Aulendorfer.
Und heute? Aktuell bietet Carthago die Sprinter-Option in fünf Baureihen, drei Voll- und zwei Teilintegrierte. Von denen ist einer auf Gewichtsoptimierung getrimmt und einer – wie unser Testwagen, ein chic c-line T 4.9 LE – konsequent auf Komfort. Er kommt ab Werk als gemütlicher 4,2-Tonner mit der Option, auf 4,5 Tonnen aufzulasten (340 Euro) und einer Zuladung von dann 940 Kilogramm.
Das ist der Carthago chic c-line
Die teilintegrierte Ausgabe des Grundriss-Klassikers mit Raumbad und zwei Einzelbetten im Heck. Das original Mercedes-Fahrerhaus bietet naturgemäß nicht den überwältigenden Panoramablick der integrierten Version. Dafür sprechen günstigere und leichter zu ersetzende Frontscheibe, die praktische Staufach-Galerie über den Köpfen von Fahrer und Beifahrer und nicht zuletzt der leicht verringerte Kraftstoffverbrauch für diese Bauform.

Typisches Carthago-Interieur mit reichlich Wohlfühlatmosphäre.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Abgesehen davon bietet hier das Mercedes-Cockpit einen angenehm modernen Anblick, vor allem dann, wenn das Infotainmentsystem MBUX (3640 Euro) mit großem Farbdisplay verbaut ist. Sehr schön ist die Sitzgruppe für bis zu fünf Personen mit zusätzlichen seitlichen Sitzmöglichkeiten sowie schwenk- und drehbarem Tisch. Bei Bedarf wird die Tischplatte zur Seite gedreht und so der Durchgang zum Fahrerhaus freigemacht.
Auch an der L-förmig ausgeführten Küche mit Dreiflammenkocher, runder Spüle und ganz viel Stauraum gibt es nichts zu mäkeln. Sie bietet sogar ein Gläserfach und Platz für eine Kapsel-Kaffeemaschine (Küchen-Paket 2020 Euro) sowie gegenüber einen großen Kühlschrank mit separatem Tiefkühlfach, Backofen (880 Euro) und Apotheker-Auszug.
Praktisch ist die höher gesetzte Theke als zusätzliche Abstellfläche. Ebenfalls sehr schön ist der geräumige und sehr gut ausgestattete Badbereich mit Toilette, festem Waschbecken nebst Ablage, großen Spiegelflächen, geräumigem Schrank und Unterschrank, Handtuchhalter sowie Halterungen für zwei Zahnputzbecher und Seifenspender.

Großzügige Raumaufteilung, warmer Holzton und schöne Lichtstimmung im Badbereich.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Auch in der separaten Dusche gegenüber gibt es genügend Platz und eine vernünftige Ausstattung mit höhenverstellbarer Handbrause und Ablagen für Shampoo beziehungsweise Duschgel. Zum gelungenen Gesamteindruck des Innenraums gehört das Beleuchtungskonzept in LED-Lichttechnik mit Dimmfunktion, Arbeitslicht mit zahlreichen Lichtspots und indirektem Ambientelicht, das separat gesteuert werden kann.
Das hat der chic c-line T 4.9 LE
So viel Klasse, pfiffige Details und praktische Lösungen, dass man Vergleichbares schon suchen muss. Kleines, aber geniales Beispiel: die Waschraumtür, die gleichzeitig als Abtrennung des hinteren Bereichs zum Wohn-/Kochbereich dient. Bei den meisten Mitbewerbern steht dann aber die Toilette offen.

In dieser Küche macht das Kochen Spaß: gute Ausstattung, Arbeitsfläche und reichlich Stauraum.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Nicht so bei Carthago. Da gibt es an der Innenseite der Badtür noch eine weitere, dünnere Tür, mit der man dann immer noch ungestört seine Geschäfte erledigen kann. Dazu einen Doppelboden, der den Namen auch verdient hat, mit zahlreichen praktischen Fächern.
Oder die Bettkonstruktion mit zwei Kleiderschränken rechts und links unten und einem ausgefeilten Mechanismus, mit dem die Einzelbetten zur Liegewiese umgestaltet werden können. Klar geht das auch mit einem einfachen Brett. Aber wie lange hält das? Sehr gut auch die Mega-Garage, in der die Elektrik ihren sicheren und gut zugänglichen Platz hat.
So fährt der Carthago
Einfach richtig gut! Mit dem Sprinter als Basis machen Carthago noch mal so viel Spaß. Und das liegt nicht nur am zeitgemäßen Cockpit, das den Wohnraum mitprägt. Insbesondere Kraftentfaltung, Fahrverhalten sowie Sicherheits- und Infotainment-Ausstattungsmöglichkeiten des Stuttgarter Transporters sind überragend.

Premium kostet: das MBUX-Infotainment mit großem Display im Fahrerhaus schlägt mit 3640 Euro zu Buche.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Ein Beispiel ist der sanfte Eingriff des Seitenwind-Assistenten, der dem Fahrer das gute Gefühl gibt, dass ihn die Technik im richtigen Moment mit der richtigen Intensität unterstützt. Und wer dann noch in den 170-PS-Diesel (2860 Euro) und die tolle Neunstufenautomatik (3490 Euro) investiert hat, ist am Ziel der Träume angekommen.
Technische Daten und Preis: Carthago chic c-line T 4.9 LE
- Motorisierung 417 CDI
- Leistung 125 kW (170 PS) bei 3800/min
- Höchstgeschwindigkeit 100 km/h (über 3,5 t)
- Getriebe/Antrieb Neungang-Automatik/Vorderrad
- Tankinhalt/Kraftstoffsorte 65 l/Diesel
- Länge/Breite/Höhe 7500/2270/2945 mm
- Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 4500/940 kg
- Anhängelast (gebremst/ungebremst) 750/2000 kg
- Kühlschrank/Eisfach 153 l/29 l
- Herd 3 Flammen
- Bordbatterie 2 x 80 Ah
- Frisch-/Abwassertank 170/140 l
- Gasvorrat/Heizung 2 x 11 kg/Truma Combi 6
- Grundpreis ab 118.530 Euro
- Testwagenpreis 154.900 Euro
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