CES-Weltneuheit: serienreifer Feststoffakku
Erster Feststoffakku kommt auf die Straße

Der Feststoffakku soll DIE Innovation bei E-Auto-Akkus werden. Nur: Noch hat kein Hersteller ein serienreifes Modell entwickelt. Nun präsentiert der Akku-Produzent Donut Lab genau das: den marktreifen Feststoffakku für die Straße!
Bild: Donut Lab
- Raphael Schuderer
Ein Riesenschritt in der Akkutechnologie? Viel wird über Feststoffbatterien berichtet, eine ganze Reihe Hersteller sind dran. Doch in Serienfahrzeugen hat sich bislang noch keiner wiedergefunden. Bis jetzt?
Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas lässt der fionnische Akku-Hersteller Donut Lab aufhorchen: Das Unternehmen will die weltweit erste Feststoffbatterie für die Serienproduktion entwickelt haben, die schon bald auf die Straße kommen soll. So berichtet das Technologie-Portal "Batterytechonline.com".
Erster Einsatz in Elektro-Motorrädern
Donut Lab erklärte auf der CES, man habe die Nachricht bewusst zurückgehalten. Erst nachdem der Akku mit dem Namen "Donut Battery" vollständig getestet und bereits in Fahrzeuge eingebaut worden sei, habe man den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt. Der erste Einsatz ist in den Modellen TS Pro und Ultra des Motorrad-Herstellers Verge Motorcycles geplant.

Der erste Einsatz ist in den Modellen TS Pro und Ultra des Motorrad-Herstellers Verge Motorcycles geplant.
Bild: Dirk General-Kuchel / COMPUTER BILD
Angeblich hätten auch viele große Autohersteller für die Superbatterie Schlange gestanden, zogen aber den Kürzeren. Erste Auslieferungen an Verge-Kunden sind für das erste Quartal 2026 vorgesehen. In den kommenden Wochen wird sich also bereits zeigen, ob "serienreif" tatsächlich bedeutet, dass die neue Batterie auch im Alltag auf öffentlichen Straßen funktioniert.

COMPUTER BILD-Kollege Dirk General-Kuchel inspiziert den Super-Akku auf der CES in Las Vegas.
Bild: Dirk General-Kuchel / COMPUTER BILD
Hohe Energiedichte und ultraschnelles Laden
Nach eigenen Angaben setzt die Batterie von Donut Lab Maßstäbe bei Leistung, Sicherheit, Langlebigkeit und Kosten. Besonders offensiv wirbt das Unternehmen mit einer Energiedichte von 400 Wh/kg auf Zellebene – weit mehr als bisher genutzte Akkus. Dazu kommt das Versprechen einer vollständigen Aufladung in nur fünf Minuten, ohne Leistungsabfall bis zu einem Ladezustand von 80 Prozent.
Auch die Lebensdauer sei enorm: Donut Lab spricht von "bis zu 100.000" Aufladezyklen bei minimalem Kapazitätsverlust. Dazu seien die Akkus noch günstiger herzustellen als aktuelle Lithium-Ionen-Batterien. Die Zusammensetzung ist geheim, aber die Rohstoffe sollen "in jedem Land" verfügbar sein. Wenn man den Ankündigungen traut: der eierlegende Wollmilch-Akku!
Hält Donut Lab sein Versprechen?
Die von Donut Lab genannten Eigenschaften liegen in mehreren Punkten über dem heutigen Standard von Elektrofahrzeugen. Genau hier hatten Feststoffbatterien in der Vergangenheit oft Probleme, vor allem bei der Umsetzung in größeren Stückzahlen. Allerdings verrät der Hersteller keinerlei Details über das Innenleben des Akkus, also Rohstoffe, Bauprinzip, Testserien. Damit lässt sich nicht überprüfen, wie groß der Fortschritt wirklich ausfällt.

Der Donut-Lab-Feststoffakku soll in Serie kommen, hier steht ein Exemplar auf der CES in Las Vegas.
Bild: Dirk General Kuchecl / COMPUTER BILD
Sollten die Auslieferungen an Kunden wie geplant starten, wäre das ein gewaltiger Schritt nach vorn für die E-Mobilität. Dann würde die Feststoff-Technologie den Sprung aus dem Labor auf die Straße schaffen – ein Ziel, an dem die Branche seit Jahren arbeitet. Noch allerdings gibt es einige Fragezeichen.
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