Wohnmobil-Test Chausson Welcome 50

Chausson Welcome 50: Wohnmobil-Test

Bei diesem gebrauchten Franzosen kommen Sparer auf ihre Kosten

Seine kompakten Abmessungen und das durchdachte Raumkonzept machten den Chausson Welcome 50 als Neufahrzeug zu einem interessanten Angebot. Wie fit ist der Teilintegrierte 19 Jahre später?
Die Schallmauer für gebrauchte Wohnmobile liegt bei 15.000 Euro. Wer weniger Geld anlegen kann oder will, der muss entweder geduldig Kiesplätze abgrasen und private Kleinanzeigen durchforsten – oder im seriösen Handel auf betagte Mauerblümchen in der letzten Reihe hoffen. Der von uns besichtigte Welcome 50 von der Wohnmobil-Galerie in Hohenaspe ist solch ein Fall.
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Der Teilintegrierte stellt Funktionalität über Luxus

Klappt problemlos: Sind die Lehnenpolster weggeräumt und der Tisch abgesenkt, lässt sich das Doppelbett bauen.

Das ist er: Ein französischer Pragmatiker aus dem Hause Chausson mit überschaubaren 115.500 Kilometern auf dem Tacho. Die Einsteigervariante der 1997 vorgestellten Welcome-Modellreihe ist 5,22 Meter kurz. 2001 kostete sie 60.000 Mark, wohl gemerkt ohne Extras. Mit seinem Konzept war der pfiffige Teilintegrierte seiner Zeit durchaus vor aus. Dieses zielte von Anfang an auf reiselustige Paare ab, denen Funktionalität wichtiger als Luxus war. Hinter dem Fahrerhaus schließt sich ein kompakter Wohnbereich an, der mit 1,88 Metern Innenhöhe den meisten Europäern ausreichend Stehhöhe bietet. Durch die großzügigen Fensterflächen und das helle Holzfurnier ist das Raumgefühl subjektiv besser, als es die nüchternen Zahlen belegen. Dekor- und Polsterfarben entsprechen dem Zeitgeist der Neunziger, charmantes Retro-Feeling kommt jedoch (noch) nicht auf. Neben einer praxisgerecht dimensionierten Arbeitsplatte in der Küchenzeile punktet der Welcome 50 mit einer vollwertigen Nasszelle und einer L-förmigen Sitzecke. Das Schlafgemach lässt sich, solange es nicht gebraucht wird, platzsparend an der Rückwand hochklappen und zur Nacht mit wenigen Handgriffen wieder absenken.

Stärken Schwächen
– Individuelles Konzept – Nur zwei Schlafplätze
– Kompakte Abmessungen – Mäßige Fahrleistungen
– Funktionale Ausstattung – Wasserschäden im Heckbereich möglich
– Manierlicher Möbelbau – Überholte Abgasnorm
– Üppige Zuladung – Knapp geschnittenes Doppelbett

Ein Wasserschaden wurde vom Profi instandgesetzt

Die Küche ist bestückt mit Edelstahl-Spülbecken, zweiflammigem Gaskochfeld und Unterbaukühlschrank mit 90 Liter Volumen.

Das hat er: Viel Sinn für das Wesentliche. Fans rollender Luxusherbergen dürften mit der kleinsten Welcome-Variante kaum warm werden. Pragmatiker können sich dagegen über einen kompakten Partner freuen, dessen Fähigkeiten für mehrwöchige Europatrips ausreichen. Die Küche beherbergt neben einem Edelstahl-Spülbecken ein zweiflammiges Gaskochfeld und einen Unterbaukühlschrank mit 90 Liter Volumen. Für wohlige Wärme an kühleren Tagen sorgt eine Truma-Umluftheizung. Toilettenkassette und Gasvorrat sind über separate Klappen auf der Fahrerseite gut von außen zugänglich. Für Reiseutensilien ist stets genügend Platz vorhanden: flaches Heckstaufach und breiter Dachschrank oberhalb der Vordersitze nehmen allerhand auf. Für den Transport von zwei Fahrrädern hatte unser Fotofahrzeug außerdem einen Träger am Heck montiert. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: In der Vergangenheit gab es bereits einen mittelgroßen Wasserschaden. Dieser wurde jedoch in der Werkstatt des Anbieters instandgesetzt. Die Schweller und Radhäuser waren Ducatotypisch korrodiert und mussten bereits nachgearbeitet werden.
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ABS, Airbags und Co sucht man vergeblich

Die Fahrstabilität profitiert von einer nachgerüsteten Luftfederung an der Hinterachse.

So fährt er: Wie ein Youngtimer. Die einzigen Komfortfeatures sind eine Servolenkung und elektrische Fensterheber. Die Stotterbremse ABS fehlt ebenso wie Airbag und Klimaanlage. ESP war selbst gegen Aufpreis nicht lieferbar. Der kleine 1900er-Turbodiesel ist das motorische Existenzminimum. Er erfüllt lediglich Euro 2 und bekommt nur eine rote Plakette. Mehr als die rechte Autobahnspur ist mit ihm nur kurzfristig in der Ebene drin. Längere Steigungen bremsen das bis zu 3,2 Tonnen schwere Reisemobil brutal aus. Ruhige Naturen könnten sich trotzdem mit dem Antrieb anfreunden: Bis auf überzogene Zahnriemenintervalle, tote Kupplungen und streikende fünfte Gänge gibt es wenige Ausfallgründe.

Wohnmobil-Test Chausson Welcome 50

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Fazit von Lars Jakumeit: Dieser Chausson ist eine ehrliche, wenn auch bereits ausgebesserte Haut. Seine betagte Technik ist verzeihbar, der hohe Gebrauchtpreis dem begrenzten Angebot am Markt geschuldet. Mobile mit (reparierten) Wasserschäden gehören gründlichst gecheckt!

Kosten Chausson Welcome 50 (66 kW/90 PS)
Unterhalt
Testverbrauch 12,0 Liter Diesel/100 km
CO2 318 g/km
Inspektion 300 bis 650 Euro
Haftpflicht* 302 Euro
Teilkasko* 759 Euro
Vollkasko* 313 Euro
Kfz-Steuer (S2, Masse 3200 kg) 300 Euro
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine (AT) 520 Euro
Anlasser (AT) 511 Euro
Zahnriemen 600 Euro
Wasserpumpe (AT) 600 Euro
Bremsscheiben und -klötze, vorn 560 Euro
4 Sommerreifen 195/70 R 15 C 500 Euro
*Onlinetarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (40 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100 Prozent. **Preise inkl. Arbeitslohn bei Markenwerkstatt, freie Werkstätten günstiger
Weitere Themen: Reiseadapter im Vergleich

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Camping

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