Chevrolet Corvette Z06: Test
Dino aus der neuen Welt: Chevrolet Corvette Z06 im Test

Mit einem frei atmenden 5,5-Liter-V8 ist die aktuelle Auflage der Chevrolet Corvette in Europa ein absoluter Exot. Schnell ist sie trotzdem.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Dinosaurier? Aber hallo! 70 Jahre hat der heutige Inbegriff des US-Sportlers schon auf dem Buckel. Ikonenstatus – Check! Doch während die Dinos ausgestorben sind, feierte die Corvette ihre Wiedergeburt – als Mittelmotorsportler. Die erste sportliche Zuspitzung der Corvette, die Z06, im Test.

Gewöhnungsbedürftiges Lenkrad, um den Piloten gebautes Cockpit, einfache Bedienung.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Vorschusslorbeeren gab es genug für die Neuauflage des Traditionssportlers. Doch ehrlicherweise fieberten wir schon der von Anfang an angekündigten Z06 entgegen: Spielt sie gleich ganz vorn mit? An feinen Ingredienzen fehlt es der derzeit sportlichsten Corvette nicht, doch darf sie nicht ganz so, wie sie könnte.
Rotzig nach V8 klingt es erst bei höheren Drehzahlen
Denn statt der 680 PS der US-Version müssen wir uns mit 645 PS begnügen, geschuldet den Ottopartikelfiltern der EU-Version. Und auch der Sound unterscheidet sich transkontinental: Bollert die Z06 in den USA aus mittigen Tüten, zwingen die Filter hierzulande zur Rechts-links-Konfiguration ähnlich der C8 Stingray. So richtig rotzig nach V8 klingt es hier erst bei höheren Drehzahlen.

Das Heck der Z06 ist zehn Millimeter breiter als das der Stingray.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Die höchsten Erwartungen lagen beim Test auf dem Fahrwerk der Mittelmotor-Flunder. "Beinahe entspannend auf Landstraße und Autobahn", konstatiert Guido Naumann, lobt die "sensationelle Traktion und Präzision" und die gefühlvolle Lenkung – und fährt beim Slalom durch die 18-Meter-Pylonengasse mit 81,1 km/h auf Platz zwei der Bestenliste.
Auf dem Track macht sich dann der Motor bemerkbar, der zwar der stärkste V8 überhaupt, aber eben auch ein Sauger ist. Er schiebt heftig an, doch Guido vermisst Leistung und ein wenig auch die Turbos der Konkurrenz – auf den Geraden. Denn in den Kurven ist die mit fettem Aeropaket und breitem Heck mit klebrigen 345er-Schlappen Michelin Pilot Sport Cup 2 R ZP eine Macht. "Fantastisches Feeling! Der Ami wirkt mit seinen hoch exakten, extrem feinnervigen Reaktionen tatsächlich wie die Vorstufe zum C8-R-Rennwagen." Sprach's und prügelt die Ami-Flunder in Top-Zeit um den Lausitzring.
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