Citroën C3 Turbo 100: Test
Sogar beim Bezahlen charmant: Citroën C3 mit Basisbenziner im Test

– Bezahlbare Autos sind gefragt, aber oft eher Mangelware. Der Citroën C3 Turbo 100 ist da eine rühmliche Ausnahme – lohnt sich der kleine Franzose mit Basisbenziner?
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Alle reden von E-Mobilität und von SUV, und am liebsten wäre ihnen gleich beides in einem. Okay, jedem das Seine. Was aber mit den Leuten, die sich das gar nicht leisten können und vielleicht auch gar nicht wollen? Citroën hat da eine sehr überzeugende und durchaus charmante Antwort im Schaufenster: den C3, und zwar mit Basisbenziner.
Der 4,02-Meter-Zwerg leistet dann ehrliche 101 PS und kann tatsächlich schon ab 15.990 Euro mitgenommen werden – das individuelle Verhandlungsgeschick beim Feilschen um Rabatte lassen wir hier mal unberücksichtigt. Damit liegt der C3 mal eben gut 8000 Euro unter seinem Elektro-Bruder ë-C3 mit 113 PS und unterbietet den zum SUV aufgeblasenen C3 Aircross mit gleichem Antrieb immer noch um gut 3500 Euro. Kann der kleine Franzose zum kleinen Preis im Test überzeugen?

Günstig: Der Citroën C3 Turbo 100 ist bereits ab 15.990 Euro zu haben. Er hat einen Dreizylinder mit 1,2 Litern Hubraum und 101 PS.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
So ein moderner Kleinwagen à la C3 tritt stellenweise überraschend erwachsen auf, leistet sich aber auch seine Kindereien. So gewähren solide Bügelgriffe und hohe Türausschnitte auch hinten einen guten Zugang, die Sitze können aber nicht ganz überzeugen. Vorn sind sie noch okay, obwohl große Piloten sich auch hier mehr Format und Stütze wünschen, hinten gibt es dann eher ein Sünderbänkchen.
Kofferraum ist schlecht zu beladen
Ähnlich die Platzverhältnisse. Vorn kommt auch der Autor (1,97 m) noch zurecht, hinter ihm kann aber niemand mehr sitzen. Fairerweise sei erwähnt, dass normal große Mitteleuropäer auch zu viert im C3 unterkommen. Im Fond rutschen die Füße dann entspannt unter den Vordersitz, Knie und Kopf stoßen nicht an.

Licht und Schatten: Mit 310 bis 1200 Litern geht der Kofferraum in Ordnung, seine Öffnung ist aber schmal und die Ladekante hoch.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Beim Gepäck wird es wieder kniffliger. Das Ladevolumen von 310 bis 1200 Liter geht für diese Klasse zwar in Ordnung, die hohe Ladekante am Heck, der Absatz bei umgelegter Fondlehne und die schmale Öffnung der Heckklappe (Minimum nur 85 cm) erschweren aber das Einpacken. Und: Hinter den sehr massiven C-Säulen kann sich ein ganzes Rudel Radfahrer dem Blick des Fahrers entziehen.
Einfache, aber solide Qualität
Qualitativ darf der C3 als solide, aber einfach gelten. In der getesteten Max-Version sorgt die Stoff-Kunstleder-Einrichtung für eine ansprechende Atmosphäre, die Ausstattung treibt den Preis aber auch auf mindestens 20.990 Euro.

Im C3 sind die Instrumente über das Lenkrad anzuvisieren. Schon ab der mittleren Ausstattung ist hier alles Wichtige an Bord.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Schon ab der mittleren Ausstattung Plus (ab 18.990 Euro) sind zum Glück Apple CarPlay und Android Auto an Bord, sodass wir unser Smartphone (ohne Kabel!) spiegeln können. Top, das eigene Handy ist allerdings auch unverzichtbar. Vieles bringt der C3 gar nicht mit (Sprachassistent) oder nur in der Topausstattung (Navigationssystem).
Bei der Bedienung ergänzen sich Touchfunktionen und etliche echte Tasten ganz gut. Auffällig: Das Klimapanel ist recht tief platziert, die Mischung aus Schaltwippen und Sensortasten erfordert Gewöhnung. Unser Lieblingsfeature im C3: Links vom Lenkrad gibt es Tasten zum Abschalten von Tempowarnung und Spurhalter.
Fahrzeugdaten
Modell | Citroën C3 Turbo 100 Stop & Start |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Dreizylinder, Turbo, vorn quer |
Hubraum | 1199 cm³ |
Leistung | 74 kW (101 PS) bei 5500/min |
max. Drehmoment | 205 Nm bei 1750/min |
Antrieb/Getriebe | Front/6-Gang manuell |
0-100 km/h | 10,6 s |
Vmax | 160 km/h |
Testverbrauch | 6,0 l/100 km (Super) |
Test-CO2 | 137 g/km |
Tankvolumen | 44 l |
Länge/Breite/Höhe | 4015/1755-1813*/1577 mm |
Radstand | 2540 mm |
Sitzhöhe | 650 mm |
Kofferraumvolumen | 310-1200 l |
Leergewicht | 1196 kg |
Zuladung | 424 kg |
Anhängelast | 600 kg |
Garantie | bis zu 8 Jahre (160.000 km) |
Preis | ab 15.990 Euro |
Trotz nicht gerade üppiger 101 PS macht der C3 seine Sache ganz ordentlich. Das liegt zum einen am geringen Gewicht von 1,2 Tonnen, zum anderen am lebendigen Wesen des Dreizylinders. Fröhlich schnatternd nimmt der 1,2-Liter Fahrt auf und hakt nach noch akzeptablen 10,6 Sekunden Tempo 100 ab. Mehr als 160 km/h schafft er dann zwar nicht – aber mehr geht ja oft auch nicht. Wenn es wirklich was zu meckern gibt, dann an der zwar gut gestuften, aber mit zu langen, etwas hakeligen Wegen geschlagenen Sechsgangschaltung.
Komfort ist Kleinwagen-untypisch hoch
Als richtig gelungen darf die Federung gelten. Das Citroën-System mit zwei progressiven hydraulischen Stoßdämpfern statt eines mechanischen Anschlags erledigt den Job gefühlvoll und geschmeidig, auch auf rumpeligen Pisten herrscht im C3 nur mäßiger Aufruhr – das schafft längst nicht jeder Kleinwagen. So soft über die Straßen getragen, fällt dann auch kaum noch auf, dass Dynamik dem C3 weitgehend fremd bleibt.

Sanfter Gleiter: Schlechte Straßen bringen die weiche Federung C3 kaum aus der Ruhe. Dynamisch ist er allerdings nicht.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Lenkung arbeitet mit geringem Krafteinsatz und liefert nur diffuse Rückmeldung, die Karosserieneigung ist deutlich, im Zweifelsfall schiebt der kleine Franzose brav geradeaus – Sportfahrer sind nicht begeistert, sitzen aber auch im falschen Auto. Beim entspannten Cruisen gefällt der C3 durchaus.
Besser zur höheren Ausstattung greifen
So verlockend der Basispreis von 15.990 Euro ist, empfehlen können wir den Basistrimm You nicht. Nützliche Dinge wie Höhenverstellung des Fahrersitzes, kabellose Handyspiegelung, E-Außenspiegel, Regensensor, geteilt klappbare Fondlehne, Digitalradio und mehr bringt erst der Plus mit (3000 Euro extra). Der reicht dann auch, der Max (zusätzlich Klimaautomatik, Navi, induktives Laden etc.) ist schon fast Luxus. Unauffällig: der Verbrauch von 6,0 Liter.

Was die Ausstattung angeht, empfehlen wir den Plus, der einiges Nützliches und Komfortables mitbringt – und 3000 Euro Aufpreis kostet.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch im Leasing (48 Monate, 10.000 km/Jahr, keine Anzahlung) ist der Plus mit 147 Euro/Monat die beste Wahl. Gut: Bei regelmäßiger Wartung gibt's bis zu acht Jahre (160.000 km) Garantie.
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