Citroën C4 X: Gebrauchtwagen-Test
Gebrauchter C4 X: markant und günstig

Zwischen SUV und Limousine positioniert, besetzt der Citroën C4 X eine charmante Nische. Antriebsvielfalt und Platzangebot stimmen, dennoch ist er gebraucht billig.
Bild: AUTO BILD/Tom Salt
Höher zu sitzen, gilt unter den Autoherstellern seit Jahren als fester Bestandteil ihrer Erfolgsformel. Doch genau dadurch wirken viele Modelle allzu leicht austauschbar: SUV-Typen gibt es in allen möglichen Größen, die klassische bezahlbare Limousine verliert an Boden.
Mit dem C4 X verweigert sich Citroën dem Mainstream zumindest teilweise. Er ist seit Frühjahr 2023 am Start, halb Limousine, halb Crossover, abgewürzt mit der diskreten Eleganz einer Coupé-Silhouette und gleichzeitig offen für eine robuste Note. Hierzulande buhlt er in der Nische um Kunden und taucht erstaunlich bezahlbar als Gebrauchtwagen auf. Sein Schicksal: Allzu häufig wird er übersehen – weil er nicht in die bekannten Typen-Raster passen will.
Grenzgänger zwischen SUV und klassischer Limousine
Das ist er: Solide 4,60 Meter misst der C4 X. Noch vor 15 Jahren war dieses Format eindeutig Mittelklasse, heute wird es von der ausgewachsenen Kompaktklasse beansprucht. Auf den ersten Blick irritiert der C4 X: Seine Front wirkt vertraut, ist fast identisch mit dem normalen C4-Bruder. Doch die Dachlinie macht den Unterschied. Sie zieht sich länger, den Heckabschluss bildet ein traditioneller Kofferraumdeckel. Für das "X" im Namen gibt es eine ganz leichte Höherlegung, unlackierte Beplankungen als angedeutete SUV-Charakterzüge, 15,6 Zentimeter Bodenfreiheit und Frontantrieb sind jedoch keine Offroad-Option.

Crossover-Gene und Limousinenkörper mutig gemixt ergeben beim C4 X eine je nach Perspektive charmante bis leicht kauzige Optik.
Bild: AUTO BILD/Tom Salt
Innen überrascht der Citroën mit Substanz statt Marketing. Das Raumangebot ist voll familienkompatibel: Vorn nimmt man hoch und recht bequem auf den charmanten Advanced-Comfort-Sitzen Platz. Hinten gibt es ausreichend Beinfreiheit auch für Erwachsene, am Scheitel kneift es jedoch ab rund 1,80 Meter Körpergröße. Der Kofferraum klingt mit 510 Litern üppig für die Fahrzeugklasse und lässt sich durch Umklappen erweitern, die Ladeluke ist jedoch nicht allzu groß. Eine Klientel, die Citroën anspricht, schätzt oft bewusst unkonventionelle Konzepte: Wer weder ein sperriges SUV noch einen braven Kompakten fahren möchte und Komfort über Prestige stellt, könnte sich gut angezogen fühlen.
Technische Daten
PureTech 130 EAT8 | Hybrid 136 Plus e-DSC6 | ë-C4 X 136 | |
|---|---|---|---|
Motor | Dreizylinder/vorn quer | Dreizylinder + PSM/vorn | PSM/vorn |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | – |
Hubraum | 1199 cm³ | 1199 cm³ | – |
Leistung/Spitzenleistung | 96 kW (130 PS) bei 5500/min | 100 kW (136 PS) bei 5500/min + 21 PS (E-Motor) | 100 kW (136 PS) |
Drehmoment | 230 Nm bei 1750/min | 230 Nm bei 1750/min + 51 Nm (E-Motor) | 260 Nm |
Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h | 206 km/h | 150 km/h |
0–100 km/h | 10,3 s | 8,1 s | 9,5 s |
Tank/Kraftstoff | 50 l/Super | 50 l/Super | 46 kWh (netto)/Strom |
Getriebe/Antrieb | Achtstufenautomatik/Vorderrad | Achtgang-DKG/Vorderrad | Eingang-Reduktionsgetriebe/Vorderrad |
Länge/Breite/Höhe | 4600/1834/1525 mm | 4600/1834/1525 mm | 4600/1834/1525 mm |
Kofferraumvolumen | 510-1360 l | 510-1360 l | 510-1360 l |
Leergewicht/Zuladung | 1364/411 kg | 1411/389 kg | 1659/381 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 1200/650 kg | 1100/705 kg | – |
Drei Ausstattungslinien stehen zur Wahl
Das hat er: Je nach Budget und Anspruch gibt es die drei Ausstattungslinien You, Plus und Max. Schon die Basis verfügt über LED-Licht, digitale Instrumente und ein 10-Zoll-Infotainment oberhalb der Mittelkonsole. Ab der Linie Plus gibt es 18-Zoll-Stahlfelgen, Rückfahrkamera und die bequemen, aber seitenhaltarmen Advanced-Comfort-Sitze. Dezent luxuriös ist die Ausstattung Max mit 3D-Navigation, Alufelgen, 180-Grad-Surround-Kamera und adaptivem Tempomat. Citroëntypische Details wie die herausziehbare Beifahrer-Schublade, zahlreiche Ablagen, Tablet-Halterung und das optionale Panoramadach setzen auf Alltagscharme. Was zum Konzept passt: Gelassenheit statt vordergründiger Sportlichkeit ist im C4 X ganz klar Programm.

Luftiges Cockpit mit charmanter Note und zahlreichen Ablagen. Am Material und an Knistergeräuschen merkt man den Preisdruck.
Bild: AUTO BILD/Tom Salt
Relaxtes Gleiten ist die Domäne des C4
So fährt er: Schon auf den ersten Metern spürt man den Unterschied zu den allermeisten Konkurrenten. Die Lenkung ist leichtgängig, die Federung setzt auf die Tradition der weichen Welle. Zwar fehlt Traditionalisten schmerzhaft das Potenzial der legendären Hydropneumatik, doch Schlaglöcher werden dennoch meist talentiert egalisiert. Relaxtes Gleiten auf Langstrecke ist die Domäne des C4.

Der Unterfahrschutz dient lediglich als Offroad-Attrappe.
Bild: AUTO BILD/Tom Salt
Alle Antriebe sind erprobte Stellantis-Baukastentechnik: Der kleine Dreizylinder-Benziner ist gut gedämmt, muss sich in der 100-PS-Version arg mühen. Mit 130 PS steht er gut im Futter, wenn man nicht ständig mit voller Beladung plant. Der 130-PS-Diesel macht den C4 X zum kräftigen Knauserer, ist jedoch mechanisch relativ sensibel. Die Elektroversion ë-C4 X (136 bis 156 PS) punktet besonders in der Stadt und auf Mittelstrecken mit gediegener Ruhe und guter Energieeffizienz – allerdings eher mit gemächlicher Ladeleistung (maximal 100 kW DC-Leistung). Der C4 X ist ein komfortabler Begleiter, der Ruhe vermittelt – und genau das ist sein Reiz.
Stärken
- Generöses Platzangebot
- Angenehmer Komfort
- Moderate Fixkosten
Schwächen
- Benziner mit nassem Zahnriemen
- Teils leichte Qualitätsschwankungen
- Geringe Zuladung
Die Verarbeitung schwankt
Das macht Ärger: Der Importeur bietet zwei Jahre Neuwagengarantie (optional verlängerbar), drei Jahre Lackgarantie und zwölf Jahre Durchrostungsschutzgarantie. Das Gros der angebotenen Fahrzeuge sollte daher noch im Garantiefenster unterwegs sein. Dennoch lohnt es sich, genau hinzuschauen. Im Innenraum wirken einige Kunststoffe arg einfach, die Verarbeitung schwankt offenbar von Fahrzeug zu Fahrzeug. Das Infotainmentsystem zeigt vereinzelt Abstürze und Kopplungsprobleme. Auch der digitale Tacho kann Ausfälle zeigen. Generell lästig ist das restriktive Energiemanagement bei nicht laufendem Motor.
Bei den PureTech-Triebwerken sind zahlreiche Zahnriemenprobleme bekannt, regelmäßige Wartung und größte Vorsicht bei der Ölwahl sind daher Pflicht. Die Elektroversionen sind technisch nicht auf dem letzten Stand. Sie laden eher langsam und haben einen relativ hohen Stromverbrauch im Winter, was die Tauglichkeit als Familienauto einschränkt.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 6,8 l S/100 km |
|---|---|
CO2 | 129-130 g/km |
Inspektion | 300-600 Euro |
Haftpflicht (17)* | 557 Euro |
Teilkasko (19)* | 695 Euro |
Vollkasko (22)* | 1233 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6e) | 101 Euro |
Ersatzteilpreise *
Lichtmaschine (AT) | 960 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 535 Euro |
Wasserpumpe | 585 Euro |
Zahnriemen | 752 Euro |
Nachschalldämpfer | 2037 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1435 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 576 Euro |
Infotainmentbildschirm | 1339 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 195/60 R 18 96 H XL) | 750 Euro |
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