Corona: Autohandel unter Druck

Corona trifft Autohandel: Neuwagenpreise sinken

Neuwagen zum Corona-Schnäppchenpreis

Corona lässt die Preise fallen: Weil viele die Autohäuser meiden, bleiben die Händler auf Neuwagen sitzen. Die Preise sinken bereits spürbar!
Der Autohandel hat gewaltige Probleme, denn wegen des neuartigen Coronavirus geht niemand mehr in die Showrooms. Und schon fallen die Preise bei Neuwagen. "Die Branche fällt sehr tief, es wird stärker als bei der Finanzkrise 2008", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Institut für Customer Insight der Uni St. Gallen. Bei den Händlern stapeln sich bereits die Neuwagen: "Die Bestände drücken", sagt Ansgar Klein vom Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK).
Das bedeutet Preisverfall: "Bei einigen Modellen werden es mehr als 50 Prozent Nachlass werden", prognostiziert Dudenhöffer. Online-Neuwagenvermittler verzeichnen schon jetzt signifikanten Anstieg der Rabatte. "Die durchschnittlichen Rabatte auf Neuwagenpreise haben sich seit Mitte März auf über 25 Prozent erhöht", sagt Marco Steinfatt, Geschäftsführer von "MeinAuto" aus Köln. Zuvor lagen sie etwa ein Prozent niedriger. "Angesichts solcher Nachlässe ist aktuell sicherlich ein guter Zeitpunkt, um über den Kauf oder auch das Leasing eines Neuwagens nachzudenken", so Steinfatt. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass Fahrzeuge derzeit sofort verfügbar sind und eine spätere Bestellung aufgrund der aktuellen Unterbrechung in der Produktion mit längeren Lieferzeiten verbunden sein könnte. (Exklusive Rabatte: die besten Neuwagen-Angebote bei carwow!)

Krise im Autohandel dürfte Jahre anhalten

Seit März 2020 gibt es mehr Rabatte auf Neuwagen durch Corona. Tendenz: steigend.

Der Autohandel wird es dem Käufer gewiss danken: Bereits mehr als 70 Prozent der Autohäuser sind in Kurzarbeit, meldete der Zentralverband des Kfz-Gewerbes in der vorletzten Märzwoche. Werden die Preise weiter fallen? "Der April wird ein Monat, den wir noch nie erlebt haben seit dem Zweiten Weltkrieg", sagt Ferdinand Dudenhöffer. Er hält einen Rückgang der Branche von über zehn Prozent für möglich. Vor allem: Eine Gesundung werde lange Zeit in Anspruch nehmen. "Nach der Krise haben die Menschen kein Geld mehr, um sich Neuwagen zu kaufen – sie werden die alten Autos drei Jahre länger fahren." Wer jetzt nach einem Schnäppchen Ausschau hält, sollte geduldig bleiben: "Nicht überhastet vorgehen, ruhig zwei, drei Monate abwarten", empfiehlt Dudenhöffer. Er glaubt, dass die Branche "deutlich länger als zehn Jahre" benötigt, um sich von der Krise zu erholen. (Hier gibt es aktuelle Leasing-Angebote im Überblick!)

Verkauf im Internet, Lieferung vor die Haustür

"Wir versuchen derzeit, die Händler aus ihrer Schockstarre zu holen", sagt Ansgar Klein vom BVfK – schließlich gebe es Möglichkeiten, Autos zu verkaufen, ohne dass Kunden in die Schauräume kommen. Dazu gehöre der Autoverkauf übers Internet (BILDplus) mit Rücknahmeversprechen und Lieferung direkt vor die Haustür. Klein erwartet insbesondere bei Elektroautos große Nachlässe: "Bis Jahresende müssen möglichst viele in den Markt, um den Herstellern Strafgebühren zu ersparen – es ist damit zu rechnen, dass die billiger werden."

Zulassungsstellen arbeiten nur eingeschränkt

Die meisten Zulassungsstellen arbeiten nur noch mit festen Terminen – wenn überhaupt.

Der Autoverkauf hat ein weiteres Problem: Mehr als zehn Prozent der Zulassungsstellen in Deutschland sind wegen Corona komplett geschlossen, weitere 50 Prozent versehen ihre Arbeit nur mit erheblichen Einschränkungen – das führt dazu, dass viele ihren neuen Wagen gar nicht fahren können! Der ZDK hat nun an die Bundesregierung appelliert, "kreative und unbürokratische Lösungen zu finden". Die gebündelte Abwicklung von Zulassungen über den Handel könne gefahrlos zum Beispiel durch Schleusen für Dokumente und Schilder ohne körperlichen Kontakt zwischen Menschen erfolgen.

*Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist (www.dat.de).

Autor: Roland Wildberg

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