Cupra Born 170 kW, Cupra Leon 1.5 eTSI: Kaufberatung
E-Auto oder Verbrenner – welcher kompakte Cupra ist die bessere Wahl?

Der sportliche Seat-Ableger Cupra liegt voll im Trend, doch welcher Antrieb passt am besten zur Marke – E-Maschine oder Verbrenner? AUTO BILD bittet zum Duell in der Kompaktklasse.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Statistiken können gnadenlos sein – oder auch gnädig. So wie bei der Cupra-Mutter Seat und den Zulassungen laut KBA. Weil zwischen den Marken nicht unterschieden wird (im Fahrzeugschein steht als Hersteller Seat), ist Cupras Vorsprung nicht sichtbar.
Zwei kompakte Cupra im Antriebsvergleich
Einen Platzvorteil hat der Born nicht

Tendenz SUV: Der Born ist zehn Zentimeter höher als der Leon. Wegen der Batterie im Unterboden hat er trotzdem weniger Kopffreiheit.
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Bei grundsätzlich ähnlichem Format duckt sich der Leon als klassischer Fünftürer zehn Zentimeter flacher über den Asphalt als der in Richtung SUV tendierende Born. Einen echten Vorteil bei Platzangebot oder Kofferraum bedeutet das nicht. Im Gegenteil: Wegen des Akkus im Unterboden sitzen wir im Elektriker höher, im Fond stoßen große Gäste früher an den Dachhimmel.
Fahrzeugdaten
Modell | Cupra Born (170 kW) | Cupra Leon 1.5 eTSI |
|---|---|---|
Elektromotor | Benziner | |
Motor | Elektromotor | Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid |
Leistung/Systemleistung | 170 kW (231 PS) | 110 kW (150 PS) |
max. Drehmoment | 310 Nm | 250 Nm |
0-100 km/h | 7,1 s | 8,7 s |
Vmax | 160 km/h | 215 km/h |
Antrieb/Getriebe | Hinterrad/Einganggetriebe | Vorderrad/Siebengang-Doppelkupplung |
Verbrauch – Reichweite WLTP | 15,9 kWh/100 km – 559 km | 5,3 l Super/100 km – k. A. |
Testverbrauch – Reichweite | 17,6 kWh/100 km – 461 km | 6,4 l Super/100 km – 781 km |
Batteriekapazität/Tank | 79 kWh | 50 Liter |
Länge/Breite/Höhe | 4324/1809/1540 mm | 4398/1799/1444 mm |
Radstand | 2766 mm | 2686 mm |
Kofferraum | 385–1267 l | 380–1301 l |
Leergewicht/Zuladung | 1955/465 kg | 1416/454 kg |
Anhänge-/Stützlast | – | 1500/80 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 12/20/17 | 11/22/16 |
Grundpreis | 47.350 Euro | 39.850 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)* | 4644 Euro | 7218 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 700 Euro | 1400 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro | 332 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 4952,12 Euro | 3879,88 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km)** | 27.245,19 Euro | 22.407,66 Euro |
Gesamt | 37.541,31 Euro | 35.237,54 Euro |
Kosten pro Kilometer | 0,63 Euro | 0,59 Euro |
Zum Ausgleich fühlt sich der Born luftiger an, der Leon baut uns enger ins Auto ein. Beide eint dann wieder die miese Rücksicht, massive C-Säulen versperren den Blick. Die Sitze bieten in beiden Spaniern brauchbaren Komfort und ordentliche Unterstützung. Während der Leon im Hüftbereich fester zupackt, verwöhnt der Born mit verlängerbarer Oberschenkelauflage.
Konnektivität und Fahrassistenz passt bei beiden
Das 5,3 Zoll kleine Fahrerdisplay im Born zeigt nur die wichtigsten Informationen, wirkt ziemlich bescheiden. Im Leon unterrichtet den Piloten ein fast doppelt so großer Bildschirm (10,25 Zoll) mit scharfer Grafik. Bei den Fensterhebern regiert im Born der Rotstift. Hier muss zwischen vorn und hinten umgeschaltet werden, was gegenüber den bewährten vier Tasten für vier Fenster wie im Leon einen Schalter spart – und den Fahrer massiv nerven kann.

Am falschen Ende gespart: Das Cockpit-Display des Born ist ziemlich klein geraten, die Bedienung der Fensterheber per Umschalter nervt.
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Vor allem, wenn er beim Einstellen der Außenspiegel aus Versehen den Umschalter betätigt und dann bei der allgemeinen Verkehrskontrolle das hintere Seitenfenster öffnet. Viel Spaß beim Erklären. Was Konnektivität und Sicherheits-Assistenz angeht, sind beide Cupra gut ausgestattet und funktionieren auch ordentlich.
Leon-Fahrwerk ist sportlich abgestimmt
Obwohl mit 150 PS nicht übermäßig motorisiert, gibt der Leon fahrwerksseitig den Sportler. Das über 15 Stufen weit gespreizte DCC kann das harsche Anfedern auf Querfugen nicht verbergen, die optionalen 19-Zoll-Räder (mit DCC/Mehrlenker-Hinterachse im Paket 1705 Euro) tun ein Übriges. Obwohl sogar auf 20 Zoll unterwegs, federt der Born gelassener, schlucken seine Dämpfer Straßenschäden durchaus souverän und ohne schlimme Schaukelei.

Etwas zu knackig: Fahrwerksseitig gibt der Leon den Sportler, federt mit den optionalen 19-Zöllern auf Querfugen ziemlich harsch an.
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Seine 231 PS starke E-Maschine wirkt energisch und engagiert, umso unangenehmer fallen die mäßigen 160 km/h Spitze auf. Unbefriedigend auch die mehrstufige Rekuperation, die selbst im B-Modus nicht bis in den Stand bremst. Der Leon 1.5 eTSI ist mit munteren 215 km/h angegeben, der Weg dorthin ist aber kein kurzer und ab 4500 Touren auch ein eher dröhniger. Dafür gefällt das wache und umsichtige DSG.
Leon mit großem Preisvorteil
Bleibt der Preis, der in dieser Konstellation klar für den Leon spricht. Bei Wartung, Kraftstoff und Steuer ist der Benziner zwar teurer, bei Versicherung und Wertverlust aber günstiger. So verhelfen die 7500 Euro Vorteil beim Grundpreis dem Leon zu vier Cent günstigeren Kilometerkosten.

Der Leon ist 7500 Euro günstiger als der Born. Die Kilometerkosten des Benziners liegen am Ende um vier Cent niedriger als beim Elektroauto.
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Die relativieren sich aber für Schnellentschlossene. Bis zum 30. September 2025 gewährt Cupra auf den Born 4000 Euro "Tribe-Bonus". Spannend!
Fazit
Der Leon überzeugt nur bedingt, ein durchschnittlicher Motor trifft auf ein Fahrwerk mit zu viel Sportsgeist. Der Born kann mit Komfort und ausgewogenem E-Antrieb glänzen, 461 Kilometer Reichweite auf unserer Testrunde sind stark. Und der aktuelle Bonus oder auch die Wahl des 204-PS-Modells verringern den Kostennachteil. Bei Cupra funktioniert der Mobilitätswandel.
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