Cupra Formentor gegen Audi Q3 (F3) im TÜV-Duell
Formentor und Q3 sind Technik-Brüder – doch einer hat ein Ölproblem

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Zwei SUV mit viel gleicher Technik – aber beim TÜV zeigen sich klare Unterschiede: Zwar meistern Audi Q3 und Cupra Formentor die erste HU überdurchschnittlich gut. Doch nur bei einem fällt häufiger ein Ölproblem auf. AUTO BILD zeigt den TÜV-Vergleich im Detail – und erklärt die Achillesferse des betroffenen Modells!
Bild: Christoph Börries
Der eine tritt als sportlich-flacher Crossover an, der andere als kompaktes Premium-SUV: Cupra Formentor und Audi Q3 gehören zur gleichen Konzernfamilie und basieren technisch auf der MQB-Plattform. Trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheiden sie sich beim TÜV im Detail.
Zwar schneiden beide Modelle bei der ersten Hauptuntersuchung überdurchschnittlich gut ab, doch sind ihre Schwachstellen unterschiedlich verteilt. Werfen wir also einen genaueren Blick auf die Zahlen.
Ohne Mängel: beide SUV über dem Durchschnitt – Audi knapp vorn
Mit 92,9 Prozent mängelfreien Fahrzeugen nach drei Jahren schneidet der Audi Q3 minimal besser ab als der Cupra Formentor, der auf ebenfalls starke 92,1 Prozent kommt. Beide Modelle liegen damit klar über dem Durchschnitt aller Fahrzeuge dieser Altersklasse, der bei 90,1 Prozent liegt. Beide profitieren offenbar von bewährter Technik. Und die Zahlen des Formentor zeigen, dass auch ein sportlich positionierter Crossover technisch solide sein kann – auch wenn der Cupra in der Statistik den Premium-Bruder knapp ziehen lassen muss.

Cupra Formentor und Audi Q3 bestehen die erste Hauptuntersuchung überdurchschnittlich oft fehlerfrei. Das Diagramm beweist: Beide Modelle sind solide, dennoch gibt es Unterschiede.
Bild: Mithilfe von KI erstellt
Geringe Mängel: Cupra mit leicht erhöhter Quote
Bei den geringen Mängeln liegt der Cupra Formentor mit 2,7 Prozent leicht über dem Audi Q3, der nur auf 1,5 Prozent kommt. Beide liegen damit unter dem Durchschnitt aller Fahrzeuge in dieser Altersklasse (3,5 Prozent). Bei den geringen Mängeln handelt es sich übrigens um keine sicherheitsrelevanten Mängel, die Hauptuntersuchung wird aufgrund eines geringen Mangels nicht versemmelt.

Der Audi kommt häufiger fehlerfrei durch die erste HU, der Formentor weist fast doppelt so oft geringe Mängel auf. Dabei kann es sich um rissige Staubmanschetten, ein defektes Kennzeichenlicht oder auch um einen leicht ölfeuchten Antrieb handeln.
Bild: Mithilfe von KI erstellt
Erhebliche Mängel: Formentor knapp vor Q3
Beim Anteil erheblicher Mängel zeigt sich ebenfalls kein großer Unterschied in diesem TÜV-Duell: Der Audi Q3 kommt auf 5,6 Prozent, der Cupra Formentor auf 5,2 Prozent – also nominell etwas besser. Damit liegen beide erneut besser als der Gesamtschnitt, denn durchschnittlich fallen 6,4 Prozent der Prüflinge beim ersten TÜV-Termin durch die Hauptuntersuchung.
Klarer Sieg also für den Cupra? Relativieren müssen wir zunächst bei der Laufleistung, denn deutlich intensiver wird der Q3 im Durchschnitt gefordert (42.000 Kilometer). Beim Formentor stehen im Mittel zum ersten TÜV-Termin vergleichsweise zurückhaltende 33.000 Kilometer auf dem digitalen Kilometerzähler, was dem Gesamtschnitt entspricht. Und dann werfen wir noch einen genaueren Blick auf die Art der Mängel.

Auch bei den erheblichen Mängeln performen beide besser als der Durchschnitt (6,4 Prozent). Doch insgesamt fällt der Q3 beim ersten TÜV-Termin etwas häufiger durch als der Formentor.
Bild: Mithilfe von KI erstellt
Beanstandungen beim Q3 betreffen meist die Bremsen
Die Mängel-Ampel des Audi Q3 lässt Zuversicht aufkommen, denn die klar dominierende Farbe ist hier grün. Wir betrachten in diesem TÜV-Duell zwar nur den TÜV-Termin nach zwei bis drei Jahren, da der Formentor etwa zwei Jahre jünger als der Q3 (F3) ist und bisher nur zur ersten HU auftaucht.

Der Audi Q3 hat kaum Schwachstellen beim TÜV. Allein die Bremsscheiben werden etwas überdurchschnittlich von den Prüfern beanstandet.
Bild: Christoph Börries
Doch wir wollen an dieser Stelle nicht verheimlichen, dass auch die älteren Q3 beim zweiten Termin eine sehr gute Figur abgeben. Die Mängelquoten steigen nach vier bis fünf Jahren nur im Nachkommabereich an, daher liegt der Q3 beim zweiten Termin noch deutlicher über dem Gesamt-Durchschnitt. Einzige nennenswerte Schwachstelle sind die Bremsscheiben, die (zum ersten Termin) etwas über dem Durchschnitt beanstandet werden.
Cupra Formentor überrascht mit Ölverlust
Anders beim Cupra Formentor, bei dessen TÜV-Ergebnis nicht die Bremsscheiben hervorstechen (zwar monieren die Prüfer gelegentlich verschlissene Scheiben, allerdings liegt der Wert noch unter dem Durchschnitt), sondern das tiefrote Feld im Umwelt-Kapitel. Es geht um das Thema Ölverlust, und wer sich hier bereits zur ersten HU mit überdurchschnittlichen Werten die Blöße gibt, gehört immerhin zu den schlechtesten zehn Prozent im gesamten TÜV-Report. Wieso aber die deutlichen Unterschiede zum Audi Q3, der mit den gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Antrieben unterwegs ist?

Auffälliger die Mängel-Ampel beim Formentor. Das Modell hat beim ersten TÜV-Termin häufiger geringe Mängel als der Audi Q3. Auffälligster Punkt beim Formentor ist jedoch der Ölverlust. Dazu liegt die Durchfall-Quote bei der Abgasuntersuchung leicht über dem Durchschnitt.
Bild: Christoph Börries
Unser Verdacht: Es dreht sich vermutlich um den Antrieb VZ 2.0 TSI 4Drive mit 310 PS (EA888, später mit 333 PS). Dieser 2.0 TSI (arbeitet in einer 245 PS starken Leistungsstufe auch im Q3, ist dort allerdings viel seltener vertreten) ist trotz der hohen Leistung bei Cupra-Käufern sehr beliebt, schätzungsweise jeder vierte Formentor ist mit diesem Antrieb ausgestattet. In Foren fanden wir mehrere Beiträge von Besitzern, die bei diesem Modell früh über Ölverlust klagen. Oft werden Leckagen beim ersten Ölwechsel entdeckt.
In mehreren Fällen baute Cupra daraufhin das DSG-Getriebe aus und stoppte den Ölverlust durch den Einbau neuer Dichtungen. Auf Nachfrage erklärte Cupra, dass man das Thema Ölverlust sehr ernst nehme und bereits fünf verschiedene TPIs (technische Produktinformationen) zum Thema Ölverlust beim Formentor mit 310 PS erstellt habe, um auftretenden Ölverlust bei dem Modell effektiv abzustellen. Aufgrund des jungen Alters des Formentor wohl in der Regel eine Garantie- oder Kulanz-Leistung. Die vorgegebene Arbeitszeit für den Aus- und Einbau beträgt allein für das Getriebe etwa sechs Stunden. Sollte die Garantie also mal nicht greifen, ist mit einer Reparatur-Rechnung im mindestens unteren vierstelligen Bereich zu rechnen.
Fazit
Sowohl der Audi Q3 als auch der Cupra Formentor geben beim TÜV ein überdurchschnittlich gutes Bild ab. Nach Zahlen gewinnt der Formentor knapp das TÜV-Duell, er weist die geringere Quote bei den erheblichen Mängeln auf. Insgesamt macht der Q3 – von dem wir außerdem auch die Werte des zweiten TÜV-Termins kennen – aber einen verlässlicheren Eindruck. Und die sehen ebenfalls blendend aus. Die erhöhten Quoten beim Ölverlust sind kein Grund, den Formentor zu meiden, wohl aber Anlass für einen genaueren Check auf der Bühne. Das gilt nicht nur für Gebrauchtwagenkäufer, sondern auch für Besitzer, die diesen eventuell auftretenden Mangel ihres Formentor noch in der Garantiezeit abstellen lassen sollten. Und das kann natürlich auch andere Antriebe als den 2.0 TSI betreffen.
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