Hier ist Schrittgeschwindigkeit angesagt: Auf dem Gelände des Nürnberger Norisrings darf während des DTM-Rennens maximal 10 km/h gefahren werden. Das fällt schwer im Cupra Formentor VZ5. Das sportliche SUV ist das Safetycar der DTM – und unser Testwagen auf dem Weg an den traditionsreichen Stadtkurs.
Das Zeppelinfeld auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände lassen wir rechts liegen. Ziel ist der Dutzendteich und ein Foto mit der Kongresshalle im Hintergrund: Power-SUV trifft auf Nürnberger Geschichte mit Motorsport-Flair.
Im Vordergrund glänzt das Cupra-Logo im Grill. Es gilt als Symbol für Kraft. Auch im Namen trägt das sportliche SUV nicht umsonst das Kürzel VZ. Ins Deutsche übersetzt bedeutet "veloz" "schnell". Der VZ5 ist der Cupra der Superlative. Kein anderes Modell der spanischen Edelmarke ist leistungsstärker. Vorn brüllt ein 390 PS starker Reihenfünfzylinder. 2,5 Liter Hubraum, 480 Nm Drehmoment, Allradantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. In 4,5 Sekunden schafft es der Formentor von 0 auf Tempo 100.
Cupra Formentor VZ5
Power-SUV trifft auf Nürnberger Geschichte mit Motorsport-Flair.

Für die DTM reicht das freilich nicht ganz. Der flotte Safetycar-Bruder unseres Testwagens verfügt über ein Motortuning von Abt Sportsline. Der Fahrer kann damit eine Leistung von 331 kW (450 PS)  abrufen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 270 km/h. Das maximale Drehmoment legt durch das Tuning um 50 Nm auf 530 Nm zu. So schafft es der Cupra Formentor VZ5 von Abt in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Sein Bruder für den Alltag braucht das nicht. Wir nutzen ihn nämlich auf der Langstrecke. Von der DTM geht’s zur Formel 1, von Nürnberg auf der Autobahn nach Spielberg an den Red Bull-Ring in der Steiermark. Doch auch da wird klar: Mit dem Cupra Formentor VZ 5 hat Cupra einen Crossover in einen Sportler verwandelt.
Cupra Formentor VZ5
Der flotte Safetycar-Bruder unseres Testwagens verfügt über ein Motortuning von Abt Sportsline.

Präzise beim Lenken, exakt beim Bremsen und ein 390-PS-Antritt, wenn es nötig ist. Der Cupra Formentor VZ5 ist wie gemacht für die Autobahnen zwischen den Rennstrecken. Nur der Verbrauch senkt den Spaß: 9,3 Liter auf 100 Kilometer zeigt der Bordcomputer an.
Ankunft am Red Bull-Ring in Spielberg. Medien-Parkplatzaufkleber von innen an die Frontscheibe gepinnt und abgebogen in die Haupteinfahrt der Formel-1-Piste. Am Straßenrand warten Autogrammjäger, die in unserem flotten Testwagen einen Star wittern. Fehlanzeige, aber Image ist eben alles.
Auf dem Parkplatz wird der Allradantrieb Gold wert. Der Regen hat die Wiese teilweise in Matsch verwandelt. Für den Formentor kein Problem: Er mutiert binnen Sekunden vom Sportler zum Geländewagen. Übrigens: Neben uns parkt Sebastian Vettels Pressesprecherin Britta Roeske in einem Skoda Oktavia-Mietwagen. Konzern-Brüder unter sich.
Cupra Formentor VZ5
Unsere Motorsport-Reporterin fuhr mit dem Cupra Formentor VZ5 erst zur DTM an den Norisring und dann nach Spielberg zur Formel 1.

Den Grand Prix gewinnt Ferrari-Star Charles Leclerc vor Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes). Unser Sieger ist der Cupra. Ein Auto für alle Fälle. Nur der Stau auf dem Rückweg nervt. Der Verstappen-Boom hat rund 40.000 Niederländer nach Spielberg gelockt. Mit ihren Wohnwagen machen auch sie sich auf den Heimweg gen Norden.
Klar haben wir jetzt Lust bekommen, den VZ5 regelmäßig zu fahren. Seine Alltagstauglichkeit gepaart mit sportlicher Beschleunigung und mehr als stabiler Kurvenlage überzeugen genau wie die agressive SUV-Optik.
Allein: Lediglich 7.000 Exemplare baut Cupra. Sind alle verkauft, wird man diesen speziellen 390 PS starken Spanier nur noch als Gebrauchtwagen kaufen können. Vielleicht sollten wir uns beeilen…

Von

Bianca Garloff