Cupra plant den großen Sprung über den Teich
Cupra plant Elektro-Offensive in den USA

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Spanien und Deutschland sind bisher die wichtigsten Märkte für die VW-Tochter Seat und dessen Ableger Cupra. Jetzt sollen die USA hinzukommen.
Bild: Seat
(dpa/AUTO BILD/KI) SEAT plant den Markteintritt ihrer Performance-Marke CUPRA in die Vereinigten Staaten. Wayne Griffiths, der CEO von SEAT und CUPRA, hat die Expansionspläne für CUPRA bestätigt und strebt an, bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts auf dem US-Markt präsent zu sein. Die Strategie zielt darauf ab, die Präsenz der Marke zu globalisieren und neue Wachstumsmärkte zu erschließen, wobei CUPRA bisher ausschließlich in Europa vertreten ist. Deutschland bleibt indes ein Kernmarkt für CUPRA, mit einem beträchtlichen Anteil am Gesamtabsatz der Marke.
Für den US-Markteintritt plant CUPRA die Einführung von zwei Elektrofahrzeugmodellen: eine elektrische Variante des bestehenden Formentor und ein neues großes SUV, das speziell für den nordamerikanischen Markt konzipiert wird. Beide Fahrzeugtypen sollen später auch auf dem europäischen Markt angeboten werden. Um eine profitable Operation in den USA sicherzustellen, ist eine lokale Produktion vorgesehen. Allerdings ist der Bau einer eigenen Fabrik nicht geplant. Stattdessen könnte CUPRA Produktionskapazitäten von Volkswagen nutzen, die bereits Werke in Chattanooga, Tennessee, und Puebla, Mexiko, betreiben.
In Europa verzeichnet CUPRA ein rasantes Wachstum und konnte den Absatz im letzten Jahr um mehr als 50 Prozent auf 230.700 Fahrzeuge steigern. Diese Entwicklung stärkt das Vertrauen in das Erreichen des Ziels von drei Prozent Marktanteil in Europa, ein Punkt, bei dem Griffiths annimmt, dass das Wachstumspotenzial in Europa ausgeschöpft sein wird. Daher richtet sich der Blick nun auf den amerikanischen Markt.
Die Marke SEAT, die vor allem auf dem spanischen Markt erfolgreich ist, hat im Jahr 2023 ebenfalls ein Absatzplus von 24 Prozent auf 288.400 Fahrzeuge erzielt. Die SEAT-Gruppe, zu der SEAT und CUPRA gehören, hat im selben Zeitraum Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn verzeichnet: Der Umsatz stieg um 31 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro und der operative Gewinn verbesserte sich auf 625 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr 33 Millionen Euro verbucht wurden.
Während Griffiths CUPRA als reine Elektromarke positionieren möchte, fokussiert sich SEAT weiterhin auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Trotz Spekulationen über eine mögliche Aufgabe der Marke SEAT zugunsten von CUPRA betont der CEO, dass beide Marken eine Zukunft haben. Die aktuell schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen unterstreicht für Griffiths die Bedeutung einer starken Verbrenner-Marke, wobei langfristig auch eine Elektrifizierung von SEAT in Betracht gezogen wird, auch wenn der Zeitpunkt dafür noch nicht gekommen zu sein scheint.
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