Cupra VZ 2.0 TSI: Test
Krawall im Carbon-Kleid: Im Formentor VZ passt die Leistung zur Optik

Die böse Optik gibt es beim Cupra Formentor bereits in der Basisausstattung. Optisch und leistungstechnisch wird das Bild aber erst beim VZ richtig schlüssig.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Wer fahrtechnisch auf Krawall gebürstet ist, liegt mit einem Cupra Formentor genau richtig. Aber nicht mit der Einstiegsversion. Besser ist da schon ein VZ. Vielleicht sogar als Extreme Edition. Da kann man sich dann sicher sein, dass die Leistung mit der bösen Optik mithält.
Im Falle unseres Test-Formentor sind es stramme 265 PS, die den vor gut einem Jahr optisch aufgefrischten Spanier auf Trab bringen.
Schon optisch geht der VZ auf Angriff
Geändert wurde die Frontpartie, die Cupra gern als "Sharknose" (Haifischnase) bezeichnet, die jetzt von Matrix-LED-Scheinwerfern mit dreieckigen Segmenten flankiert wird. Das Cupra-Logo ist repräsentativ auf die Motorhaube gewandert, am Heck wird es gar beleuchtet. Die Seitenlinie ist geblieben – was auch gut so ist, denn der Strich, den die Silhouette zieht, ist scharf genug.

Die von Cupra "Sharknose" genannte Front sorgt für Überholprestige. Beim jüngsten Facelift 2024 wurde sie noch mal nachgeschärft.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Im Innenraum hat sich mit Blick auf den Vorgänger nicht viel verändert. Das Lenkrad mit den Schaltwippen und den Satellitentasten, die den Start- und den Fahrmodiknopf beherbergen, liegt nach wie vor gut in den Händen.
Auch im Fond sitzt man bequem
Fahrer und Beifahrer werden fest in den exzellenten Sportsitzen verschalt – auf dass es auch mal zackig ums Eck gehen kann. Wünschenswert wären höhenverstellbare Gurte, aber die sind hier nicht für Geld und gute Worte zu bekommen.

In der zweiten Reihe ist die Kniefreiheit üppig. Auch die Füße passen unter die Vordersitze. Nur die Kopffreiheit ist etwas eingeschränkt.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
In Reihe zwei finden Reisende nicht ganz so sportlich ausgeformte Sitzplätze vor, aber ein ordentliches Raumangebot, sodass sich auch größere Menschen nicht verbiegen müssen.
Bedienung gibt keine Rätsel auf
Um die Passagiere selbst ist alles sportlich-dekorativ angerichtet, aber auch sehr hartplastiklastig. Hier würde man sich etwas mehr Feinschliff bei den Materialien wünschen, die den Anschaffungspreis dann auch in einer höheren Wertigkeit spiegeln. Mehr Geld ist in den Fahrermonitor mit den großen, gut ablesbaren Instrumenten und das Zentraldisplay geflossen, der gleichsam als Schaltzentrale für viele Funktionen dient.

Das Cockpit ist klar strukturiert. Alle Bedienelemente funktionieren einwandfrei, die Menüführung im Touchmonitor ist selbsterklärend.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Alles ist klar strukturiert und nett anzusehen, sodass bei der Bedienung keine Fragen auftauchen. Zumal eine etwas blecherne, aber freundliche Stimme, die auf "Hallo Cupra" reagiert, hilfreich zur Seite springt und so manchen Touch-Vorgang auf dem Monitor überflüssig machen kann.
Modell | Cupra Formentor VZ 2.0 TSI |
|---|---|
Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
Hubraum | 1984 cm³ |
Leistung | 195 kW (265 PS) bei 5600/min |
max. Drehmoment | 370 Nm ab 1600/min |
Antrieb | Vorderrad, Siebengang-DSG |
Länge/Breite/Höhe | 4451/1839/1520 mm |
Radstand | 2679 mm |
Leergewicht | 1515 kg |
Zuladung | 545 kg |
Anhängelast | 1600 kg |
Kofferraum | 450–1505 l |
Tank | 50 l |
0–100 km/h | 6,5 s |
Vmax | 245 km/h |
Testverbrauch | 8,1 l Super/100 km |
Abgas CO2 | 192 g/km |
Preis | ab 50.890 Euro |
Für das Reisegepäck bleiben im Formentor 450 Liter Kofferraumvolumen. Wer Größeres zu transportieren hat, legt die Rücklehne komplett um und stapelt auf einer nahezu planen Fläche maximal 1505 Liter bis unters Dach. Allerdings muss alles, was im Stauraum verschwinden soll, über eine gut zehn Zentimeter hohe Ladekante in das Gepäckabteil abgesenkt werden.
Fahrwerk ist auf Sport getrimmt
Egal, ob vollgepackt oder leer – der 265 PS starke Cupra Formentor ist kein Kind von Traurigkeit. Wenn die 370 Newtonmeter Drehmoment ab 1600/min an die Vorderräder gereicht werden, reißt der Spanier heftig an. Das DSG schaltet zügig, und bereits nach 6,5 Sekunden ist aus dem Stand Tempo 100 erreicht. Am Ende sind maximal 245 km/h drin – was reicht, um den einen oder anderen Protzer auf den freien Strecken der Autobahn in die Schranken zu weisen.

Knackig abgestimmt: Die Federwege des adaptiven DDC-Fahrwerks sind kurz, was man auf Kopfsteinpflaster zu spüren bekommt.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Dafür und für einen flotten Gang ums Eck haben die Ingenieure den VZ klar auf Sport getrimmt. Die Federwege sind kurz, was gerade auf Kopfsteinpflaster selbst mit adaptiver Fahrwerksregelung (DCC) einige Nehmerqualitäten der Fahrgäste verlangt. Hinzu kommt eine sehr spitze Lenkung, die den Formentor zum Beispiel bei Überholmanövern auf Landstraßen etwas zappelig erscheinen lässt. Hat man sich daran gewöhnt, erfreut die Richtungstreue beim Lenkeinsatz.
Künstlicher Sound statt Sportauspuff
Gewöhnungsbedürftig ist auch die Soundkulisse. Das über einen Soundaktuator permanent in den Innenraum übertragene Brummen kann auf Dauer – und gerade dann, wenn man nicht Attacke reitet – nerven. Zumal sich diese sportliche Attitüde nicht nach außen überträgt – dem Test-Cupra fehlte die Sportabgasanlage.

Etwas nervtötend: Der getestete Formentor VZ verstärkt seinen Klang über einen Soundaktuator – der sorgt für Brummen im Innenraum.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Da gefällt es schon besser, wenn im Fahrmodus Individuell der Sound "Pure" ausgewählt wird. Der deaktiviert den Soundaktuator komplett. Ansonsten kann der Fahrer über die Lenkradtaste auch den Cupra- und den Race-Modus einstellen. Bei Letztgenanntem wird das ESP nicht vollständig deaktiviert – lässt aber viel mehr zu, ehe es eingreift. Zudem verschärfen sich dann die Gasannahme und die Lenkung.
In die grätscht übrigens gern der Spurhalteassistent rein, unangenehm. Während des Tests hat es sich bezahlt gemacht, dieses Sicherheits-Feature vor jeder Fahrt zu deaktivieren. Das geht leider nicht über einen schnellen Druck auf einen Knopf – sondern nur im entsprechenden Menü auf dem Zentralmonitor und einen virtuellen Schieberegler. Die anderen Assistenten sind für ihre Arbeit zu loben. Dazu gehört die sichere Verkehrszeichenerkennung genauso wie der Parkassistent, der aufmerksam und schnell funktioniert – und bestimmt manche Beule im Rangierbetrieb verhindert.
An der Kasse langt Curpa ordentlich zu
Ein Schnäppchen ist der Cupra Formentor VZ mit 265 PS nicht. Pur und ohne Schnörkel werden in der Ausstattung Extreme 58.050 Euro fällig. Wer mehr will – inklusive schickem Mattlack –, landet wie beim Testfahrzeug bei 61.110 Euro.

Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Wer sparen möchte, sollte zur 204-PS-Version greifen. Bei der Ausstattung gibt es keine Unterschiede, und leistungstechnisch sind sie abseits der Stoppuhr auch nicht spürbar – wohl aber beim Verbrauch. Unser Formentor genehmigte sich im Test stolze 8,1 Liter/100 km.
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