Rallye Australien 1996: Mit dem Triumph in Down Under zum ersten von später vier WM-Titeln. Tommi Mäkinen, der Überflieger 1996, über sein bestes Rennen.
Ich weiß auch nicht genau warum, aber im Herbst 1996 habe ich mich einfach unbesiegbar gefühlt. Ich hatte bereits einen beruhigenden Vorsprung vor Carlos Sainz (Ford), als wir zur Rallye Australien nach Perth reisten. Ich hätte es ruhig angehen lassen können, zumal mein Team Mitsubishi keine Chance mehr im Kampf um den Markentitel hatte. Aber irgendwie war mir nicht nach ruhiger Gangart. Okay, ich war an den Tagen vor der Rallye Golf spielen und habe die Testarbeit meiner Mannschaft überlassen. Aber ich wusste: Testfahrer Lasse Lampi stellt mir ein Auto hin, das mir passt wie ein maßgeschneiderter Schuh.
Mit diesem Mitsubishi Lancer WRC gewann Mäkinen 1996 die Rallye Australien.
Genau so war es dann auch. Obwohl es zeitweise geregnet hat wie aus Kübeln und ich als WM-Führender als Erster starten musste (bedeutet bei Schotter-Rallyes einen Nachteil; d. Red.), habe ich auf der dritten Wertungsprüfung die Führung übernommen. Mit meinem Beifahrer Seppo Harjanne und Mitsubishi-Teamchef Andrew Cowan überlegte ich kurz, ob ich gegen Ende der ersten Etappe Carlos Sainz vorlassen sollte. Wir haben uns aber anders entschieden, und ich gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Mit dem Sieg in Australien (Sainz wurde dritter;d.Red.) hatte ich den WM-Titel, meinen ersten, endgültig sicher. Das war die Krönung einer Saison, in der ich fünf von neun WM-Rallyes gewann.