Der XL-Bulli dreht munter seine Runden. Ging es zu Beginn des Jahres ins österreichische Sölden, an die nordspanische Küste, in die Normandie und in die Rheinmetropole Köln, zeigte das Navi unseres Dauertests nun in Richtung Südosteuropa.
Über die Schweiz und Italien führte die Route ins Abenteuerland Albanien. Kaum eine Region auf der Balkanhalbinsel sorgt derzeit für so viele Schlagzeilen in der Reisewelt wie das kleine Land an der Adriaküste. Schotterpisten, klapprige Brücken, verlassene Buchten und enge Bergpässe – damit machen Südosteuropa und Albanien im Speziellen aktuell auf sich aufmerksam.
Wie praktisch, dass VB Airsuspension aus den Niederlanden dem kleinen Teilintegrierten in den Wochen davor noch eine Vollluftfederung spendiert hat. AUTO BILD REISEMOBIL-Redakteur Jan-Philipp Chluba war an der deutsch-holländischen Grenze, um den Einbau zu dokumentieren. "Der Fahrkomfort hat sich durch die Fahrwerksänderung erheblich verbessert, und auch die Camping-Einstellungen des Vollluftfedersystems machen Spaß", berichtet er.
Knaus Tourer Van 500 MQ
Voll oder gar überfüllt ist es nur selten auf albanischen Campingplätzen.
Bild: Marcus Gloger / AUTO BILD
Das Federsystem liefert verschiedene Camping-Einstellungen, die wirklich mehr als praktisch sind. So richtet sich das Fahrzeug nun zum Beispiel auf Knopfdruck wasserwaagengerecht aus. Auffahrkeile, ade! Im Offroad-Modus bläst der Lufttank die Federn auf und sorgt für mehr Bodenfreiheit, im Sport-Modus senkt sich das Reisemobil ab.

Kompakte Maße erleichtern die Fahrt durch enge Gassen

Wenn die Wassertanks entleert werden, kann man das Wohnmobil nun auf einer Seite absenken. So läuft auch der letzte Tropfen aus den Tanks. Bestens gerüstet für Schlaglöcher und Buckelpisten ging es für Fotograf Marcus Gloger dann auf die knapp 2000 Kilometer lange Reise nach Albanien. Auf der Fahrt durch die Schweiz und Italien sorgten die kompakten Maße des XL-Bullis immer wieder für Erleichterung. Schmale Straßen und enge Gassen sind für den wendigen Teilintegrierten kein Problem.

Knaus Tourer Van 500 MQ: technische Daten

Knaus Tourer Van 500 MQ: technische Daten
Motorisierung
2.0 TDI SCR
Leistung
110 kW (150 PS) bei 3250/min
Hubraum
1968 cm3
Drehmoment
340 Nm bei 1500/min
Höchstgeschwindigkeit
165 km/h
Getriebe/Antrieb
Siebengang-DSG/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte
70 l/Diesel + 22 l AdBlue
Länge/Breite/Höhe
5890/2160/2800 mm
Radstand/Bereifung
3400 mm/215/60 R 17 C 109/107 T
Masse fahrbereit/Zuladung
ca. 3200/450 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst)
1700/750 kg
Material Wand/Dach/Boden
Alu/GFK/Holzsandwich
Stärke Wand/Dach/Boden
31/32/40 mm
Liegefläche Hubbett L x B
1885 x 1430 mm
Liegefläche Heck L x B
1860 x 1310-1530 mm
Max. Innenhöhe/-breite
1990/2000 mm
Kühlschrank/Eisfach
Kompressor 90/7,5 l
Herd
Gas, 2 Flammen
Bordbatterie
AGM, 12 V/80 Ah
Frisch-/Abwassertank
65/58 l
Gasvorrat/Heizung
1x 5 kg/Truma Combi 4 Diesel
Preis/Testwagenpreis
ab 72 390 Euro/88 475 Euro
Testverbrauch
12 l D/100 km
Leider sorgten auch bei der Albanientour bekannte Problemchen für Ärger. So fallen vor allem die lauten Windgeräusche auf der Autobahn negativ auf. Auch die Markise klapperte wieder ordentlich bei mehr als 100 km/h. Fürs Innere des faltbaren Kreativcampers müssen ebenfalls zwei Aspekte notiert werden, die bereits kritisiert worden sind. So geht das Eisfach des Kühlschranks nicht auf, wenn die Aufbautür des Wohnmobils geschlossen ist.
Außerdem bemängeln einige Kolleginnen und Kollegen die kurze, klapprige Trittstufe am Heckbett. Ärgerlich zwar alles, aber kein Weltuntergang, handelt es sich bei unserem Dauertestfahrzeug doch um ein Vorserienauto. Da können solche Kinderkrankheiten schon mal vorkommen.
Knaus Tourer Van 500 MQ
Kleine, enge Straßen in Süd- und Südosteuropa sind dank kompakter Maße kein Problem.
Bild: Marcus Gloger / AUTO BILD
Denn letztlich macht das Reisen mit dem Tourer Van Spaß. Das Bulli-Cockpit ist cool, und die kreativen Lösungen wie die faltbare Dusche und das Hubbett über der Sitzgruppe müssen honoriert werden.
Da hat sich wirklich jemand Gedanken gemacht! Zu solch einem Fazit kommt man dann auch nach einer Reise auf den Balkan. Derzeit ist unser "Knausi" schon wieder in Frankreich unterwegs und sammelt fleißig weiter neue Eindrücke.