Dass ein Allradantrieb nicht unbedingt nötig ist, um durch ganz Europa zu touren, beweist uns seit Monaten der Robeta Adonis. Als derzeit einziger Kastenwagen in unserem Fuhrpark ist er heiß begehrt, vor allem bei Paaren, die einen abenteuerlichen Roadtrip planen. So wie unser knipsender Kollege Uli Sonntag, der den coolen schwarzen Van zusammen mit seiner Frau Andrea drei Wochen lang auf Island testete und fotografierte. Bei leichten Minusgraden und erstem Schneefall auf der Vulkaninsel musste der Robeta (trotz verkürztem Dauertest von nur sieben Monaten) doch noch durch den Wintercampingtest.
"Nach drei Tagen auf der Fähre war der Van komplett ausgekühlt und brauchte 24 Stunden, um auf 17 Grad aufzuheizen", schrieb Uli ins Testtagebuch. "Die Dieselheizung von Truma funktioniert zwar, aber es gibt immer wieder Fehlermeldungen und Ausfälle. Danach geht sie allerdings auch wieder an." Das klingt nach einem dringend nötigen Werkstattbesuch.
Dauertest Robeta Adonis
Mahlzheit. Der Adonis macht auch auf längeren Touren eine gute Figur.
Bild: Uli Sonntag / AUTO BILD
Auch der Grauwassertank macht noch immer Ärger. Nachdem die Werkstatt den falsch angeschlossenen Knopf für das elektrische Ablassventil repariert hatte, zickt jetzt die Anzeige und bleibt konsequent bei 25 Prozent stehen. Erst nachdem Uli nach dem Islandtrip einige Tipps und Tricks angewandt hatte (Auto schräg stellen, nach dem Entsorgen das Ventil offen lassen), sprang die Anzeige wieder auf null.

Qualitäten als Weltenbummler

Jenseits der isländischen Ringstraße bewies der Robeta hingegen seine Qualitäten als Weltenbummler. Bei gutem Wetter und nicht allzu schlechten Straßenverhältnissen schaukelte sich der Mercedes Sprinter mit Hinterradantrieb kilometerlang über Schotter- und Buckelpisten sowie Lavastrände. Im Ernstfall würden hier sogar die sonst nur dekorativ am Auto hängenden Sandbleche ihren Zweck erfüllen.
Dauertest Robeta Adonis
Der heckgetriebene Adonis schafft auch Ausflüge auf Schotterwege.
Bild: Uli Sonntag / AUTO BILD
Ulis und Andreas Fazit, nach ihrem ersten Campingtrip, ist jedenfalls klar: "Wir haben den Schrecken vorm Campen verloren. Neue Abenteuer können kommen", lautet ihr letzter Tagebucheintrag. Der Robeta mit seinem soliden und durchdachten Ausbau und der komfortablen Basis dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben, die beiden mit dem Campingfieber zu infizieren.
Kurz vor Dauertestende gibt's für den Adonis noch einmal ein extremes Kontrastprogramm: Von Island geht es ohne Pause in die spanische Sierra Nevada. Unser Videograf Pablo Wolff will den edlen schwarzen Van in Südspanien in Szene setzen.

Fazit

von

AUTO BILD
Selbst auf schlechten Straßen klappern nur die Tassen. Der Fahrkomfort des Sprinter ist gut, auch wenn die Zündungseinstellungen verwirrend sind. Eine Campingeinstellung wäre hier sinnvoll.