Dethleffs Esprit und Malibu I 490 LE im Test

Dethleffs Esprit vs. Malibu I 490 LE: Wohnmobil-Test

Zwei neue Wohnmobile zum Wohlfühlen im Vergleich

Sie mögen es modern und gemütlich? Dann sollten Sie sich die neuen Typen von Dethleffs und Malibu genauer ansehen.
Integrierte Wohnmobile bilden die Königsklasse bei den Campern. Das sind die Modelle für Genussmenschen, großzügig, geräumig, gemütlich. Lichtdurchflutete Ferienapartments auf Rädern, die mit allem Komfort aufwarten. Schnöde Sitzgruppen wandeln sich zu Lounges, Toilettenräume zu wahren Wellness-Oasen. Allein schon diese Panorama-Frontscheiben – perfekte Projektionsflächen für den individuellen Urlaubsfilm. Wer die spezielle Atmosphäre im Cockpit eines dieser Dickschiffe einmal genossen hat, möchte den perfekten Blick auf Umgebung UND Verkehr nie mehr missen. Kein Wunder, dass Integrierte in der Käufergunst mittlerweile deutlich vor den Ur-Wohnmobilen mit Alkoven rangieren – und das trotz der zum Teil sehr saftigen Preise.

Die 100.000-Euro-Marke ist schnell geknackt

Integrierte Mobile können dynamisch aussehen. Malibu (l.) und Dethleffs zeigen es.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Da reihen sich unsere beiden neuen Testkandidaten, bei denen Startbeträge zwischen 82.340 (Malibu) und 89.984 Euro (Dethleffs) aufgerufen werden, tatsächlich eher im mittleren Preissegment ein. Wobei auch bei ihnen die 100.000-Euro-Schallmauer schnell durchbrochen werden kann, wenn man in der Liste der Zusatzausstattungen fleißig Kreuzchen setzt. Zweiter echter Knackpunkt in diesem Segment ist die Gewichtsklasse. 3,5 Tonnen Gesamtmasse, das muss man ganz klar sagen, reichen nicht, wenn man wirklich komfortabel und luxuriös reisen möchte. Während der Malibu serienmäßig als 3,5-Tonner vorfährt, bietet Dethleffs den Esprit konsequenterweise gleich als 4,25-Tonner an. Den Nachteil der Tempo-100-Begrenzung gleicht man mit 820 Kilogramm Zuladung (Malibu 415 Kilogramm) wieder aus – zumindest im Serienzustand.

Messwerte
Dethleffs Malibu
Max. Innenhöhe/-breite 2060/2182 mm 1980/2205 mm
Bettenmaß Heck (L x B) 1900 x 1620 mm 1975/2000 x 820-2125 mm
Bettenmaß Front (L x B) 1960 x 1400 mm 1830 x 1540 mm
Masse fahrbereit 3685 kg 3325 kg
Zuladung/zgl. Gesamtgew 565 kg/4250 k 925 kg/4250 kg
Beschleunigung
0–50 km/h 7,3 s 6,5 s
0–80 km/h 15,9 s 13,5 s
0–100 km/h 24,5 s 20,8 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 15,7 s (4. Gang) 12,3 s
80–110 km/h 18,1 s (6. Gang) 13,3 s
Wendekreis links/rechts 16,6/16,5 m 14,0/15,0 m
Bremsweg aus 100 km/h kalt 48,2 m 48,9 m
Bremsweg aus 100 km/h warm 48,2 m 47,4 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 59 dB(A) 58 dB(A)
bei 80 km/h 66 dB(A) 65 dB(A)
bei 100 km/h 69 dB(A) 68 dB(A)
Testverbrauch – CO2 11,1 l D – 35,2 kg/100 km 11,1 l D – 35,2 kg/100 km
Reichweite 811 km 811 km

Dethleffs Esprit: Der Sportliche

Mit frischer Optik mischt Dethleffs den Markt der Integrierten auf.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Zwar ist der Dethleffs kein Coupé, haucht dem eher biederen Segment aber eine Portion Frische ein. Das ist er: Das richtige Modell fürs komfortbewusste Paar. Allein die beiden luftgefederten Pilotsitze sind eine Schau. Sanft schwingend und so gemütlich, dass man gar nicht mehr aufstehen möchte. Das gelegentliche Kompressor-Gebrumm stört aber. Auch die fast luftzugfrei arbeitende Warmwasserheizung von Alde nervt in der Aufheizphase mit Geräuschen – bringt den Dethleffs aber zügig und gleichmäßig auf Temperatur. Das hat er: Ein schlüssiges Zweiraum-Konzept. Dabei lässt sich der hintere Bereich gleich doppelt unterteilen. So fungiert die Badezimmertür auch als Raumteiler zur Küche. Vor dem Schlafzimmer im Heck gibt es eine weitere Schiebetür – falls sich ein Reisender schon mal zur Ruhe betten möchte. Bad und separate Dusche bleiben weiter zugänglich. Leider gibt es dort eine Stufe – Achtung, Stolpergefahr.
Weitere Themen: Neues Camping-Zubehör

Viel Stauraum im Schlafzimmer

Im Heck gibt es ein gleichfalls gemütliches, aber etwas knappes Queensbett.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Das Schlafzimmer ist schön gemacht mit (etwas kleinem, aber gemütlichem) Queensbett und vielen Ablagemöglichkeiten in den Kleiderschränken rechts und links vom Kopfende. Unterm Bett warten noch zwei Schubladen, unterm Dach zwei Staufächer. Im Bad gibt es sowohl Fenster als auch Dachhaube, Thetford-WC, festes Waschbecken, Spiegelschrank (hinter einer Spiegelfläche steckt der Zulauf für die Alde-Heizung) und Unterschrank. Die in der Mitte eingebaute Küche ist mit üppig dimensioniertem Dreiflammenherd, Spüle mit edlem Wasserhahn und reichlich Stauraum in offenen wie geschlossenen Ablagen praxisgerecht ausgestattet. Der Unterschrank besitzt einen Auszug mit zwei Mülleimern; daneben befinden sich drei Schubladen, die obere mit Besteckeinsatz. Alle vier besitzen eine zentrale Verriegelung, die auf Knopfdruck vor einem Herausschnellen während der Fahrt schützt. Ebenfalls gut: Kühl- und Eisschrank-Kombination mit beidseitigen Anschlägen – die Türen öffnen nach rechts und links. So fährt er: Nicht ganz so sportlich, wie er aussieht, trotzdem locker und leicht bei immerhin knapp acht Meter Länge. Das ESP funktioniert vorbildlich. 140 PS reichen zwar, mit 160 PS fühlt man sich aber besser motorisiert.

Dethleffs Esprit I 7150-2 DBM
Stärken Schwächen
– Frisches, sportliches Außendesign – Knapp geschnittenes Queensbett
– Modernes, komfortables Interieur – Eingeschränkte Sicht durch hohes Armaturenbrett
– Gelungenes Beleuchtungskonzept – Schmaler Fahrerhauseinstieg
– Beheizter Doppelboden mit Durchladefunktion – Geruchsbelästigung durch AdBlue-Befüllung innen
– Schönes Bad mit separater Dusche
– Gemütliche und geräumige Sitzgruppe
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Malibu I 490 LE: Der Komfortable

Die Sicht nach vorne ist hervorragend. Das solide Armaturenbrett im Ducato trägt hier zwei Monitore.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Malibu ist die Einsteigermarke von Carthago, einem der führenden Hersteller besonders komfortabler Reisemobile. Das garantiert gute Gene. Das ist er: Die richtige Wahl für Komfort- und Qualitätsbewusste, die selbst im kleinsten Detail die besten Lösungen erwarten. Das fängt schon ganz vorne an. Wie man es von den Integrierten aus dem Hause Carthago kennt, hat auch der große Malibu besonders freie Sicht nach vorn und auf die Straße direkt vorm Auto. Die Fahrerhaustür besitzt zwei Verriegelungen – natürlich. Denn sonst könnte sich die breite Pforte während der Fahrt durch Sogwirkung oben und unten leicht öffnen – wie beim Dethleffs. Auch die Befüllung mit Diesel und AdBlue löst Malibu besser als der Konkurrent aus Isny. Beides liegt hinter einer separaten Klappe neben der Fahrertür. Üble Gerüche bleiben ausgesperrt.

Tolle Details beim Interieur sorgen für viel Komfort

Auch der Malibu ist für gesellige Runden jederzeit zu haben. Der Zusatzsitz rechts macht die Runde komplett.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Das hat er: Geradezu ingeniöse Detaillösungen. Solidere Scharniere und Klappenverschlüsse haben wir zum Beispiel selten gesehen. Die Klappen selbst wirken weniger massig als beim Dethleffs, nicht aber weniger stabil. Leichtbau lässt grüßen. Der Tisch ist verschiebbar und über das praktische Bodenpedal auch drehbar. An der Abtrennung zum Schlafzimmer sind federbelastete Knäufe, die man ziehen muss, um die Tür zu öffnen. Das ist sehr stabil. Ebenfalls gut: Die Rückwände in den Deckenstaufächern sind mit Mikrofaser bespannt. Und bei den Betten sind die Kopfteile (natürlich) verstellbar. Klar, dass der Fernseher nicht einfach an der Wand hängt. Er wartet in einem Auszug hinter dem Zusatzsitz auf seinen Einsatz. Zudem gibt es genügend robuste Jackenhaken, einen sehr einfachen und effizienten Hubbett-Verschluss und einen Doppelboden, der neben der frostsicheren Unterbringung der Tanks auch noch eine Durchlademöglichkeit nach innen bietet. Was will man mehr? So fährt er: Sehr handlich für so einen Brummer. Der Malibu ist die entscheidenden Zentimeter kürzer als der Dethleffs, und das spürt man deutlich. Er fühlt sich griffiger an und lässt sich besser dirigieren. Trotz komfortabler Federung kommt er ohne große Wankbewegungen aus. ESP und Bremsen funktionieren ausgezeichnet.

Malibu I 490 LE
Stärken Schwächen
– Innen- und Außenoptik wie aus einem Guss – Als 3,5-Tonner mit Komfort-Ausstattung kaum Zuladung
– Wohltemperierte Interieurgestaltung – Serienmäßig nur mit 120-PS-Diesel
– Vorbildliche Qualität des Möbelbaus – Sehr langer Hecküberhang
– Viele Staumöglichkeiten, gut nutzbarer Doppelboden – Lange Aufpreisliste
– Sehr bequeme Betten
– Sicheres Fahrverhalten, optimierte Sicht nach vorn

Dethleffs Esprit und Malibu I 490 LE im Test

Dethleffs Esprit I 7150-2 DBMMalibu I 490 LEDethleffs Esprit I 7150-2 DBM
Fazit: Ein Kräftemessen auf Augenhöhe. Der Dethleffs wirkt auf den ersten Blick sportiver. Das handlichere Fahrgefühl bietet aber der Malibu. Er ist schlanker und sehniger, ohne dass es innen eng wird. Der Dethleffs hält mit üppigem Platzangebot und modernem Interieur dagegen.

Herstellerangaben
Dethleffs Malibu
Technische Daten
Motorisierung MultiJet 2 160 MultiJet 2 160
Motor/Bauart/Zylinder/ Einbaulage Diesel/in Reihe/ vier/vorn quer Diesel/in Reihe/ vier/vorn quer
Hubraum 2287 cm3 2287 cm3
kW (PS) bei U/min 118 (160) bei 3500 118 (160) bei 3500
Nm bei U/min 380 bei 1750 380 bei 1750
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h (>3,5 to) 100 km/h (>3,5 to)
Getriebe Sechsgang manuell Neunstufen-Wandlerautomatik
Antrieb Vorderrad Vorderrad
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/75 R 16 CP 225/75 R 16 CP
Reifentyp Michelin Agilis Camping Michelin Agilis Camping
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 90 l/Diesel + 19 l AdBlue 90 l/Diesel + 19 l AdBlue
Anhängelast gebremst/ungebremst 1750/750 kg 1800/750 kg
Länge/Breite/Höhe 7810/2330/2980 mm 7500/2270/2940 mm
Radstand 4500 mm 4035 mm
Aufbau
Außenmaterial Wand/Dach/Boden Alu/GFK/GFK Alu/GFK/GFK
Isoliermaterial Wand/Dach/Boden XPS/XPS/XPS RTM/RTM/RTM
Wandstärke Wand/Dach/Boden 34/35/43 mm 33/33/33 mm
Fenster 6 5
Dachhauben 6 4
Herd Gas, 3 Flammen Gas, 3 Flammen
Kühlschrank/Eisfach 177/35 l 153/29 l
Modell Toilette Thetford Cassette Thetford Cassette
Sitzplätze/mit Dreipunktgurten 4/4 4/4
Heizung Alde Compact 3020 HE Truma Combi 6
Steckdosen 12V/230 V/USB 1/7/2 1/4/1
Leuchten 55 42
Aufbaubatterie 2x 12V/95 Ah 12V/80 Ah
Frischwassertank 166 l 125 l
Abwassertank 156 l 90 l
Gasvorrat 2x 11 kg 2x 11 kg
Kosten/Garantien
Abgasnorm Euro 6 D Euro 6 D
Steuer pro Jahr 240 Euro 240 Euro
Versicherungen (HPF/VK)* 401/2084 Euro 401/2084 Euro
Werkstattintervalle nach Anzeige nach Anzeige
Garantie Basis/Durchrostung 2/8 Jahre 2/8 Jahre
Garantie Aufbau/Dichtheit 2/6 Jahre 2/10 Jahre
Mobilitätsgarantie 2 Jahre 2 Jahre
Preise
Grundpreis (mit Basismotor) 89.984 Euro 82.340 Euro
Testwagenpreis 120.281 Euro 105.450 Euro

Fotos: Sven Krieger / AUTO BILD

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