Dethleffs Globebus Performance 4x4 T 16: Fahrbericht
So fährt das Dethleffs-Reisemobil mit Allrad

Das Dethleffs Globebus Performance 4x4 Reisemobil bietet Allrad, als Basis fungiert der VW Crafter. Wir sind die kurze Variante T16 gefahren.
Bild: Hardy Mutschler
- Martin Häußermann
Allrad-Reisemobile erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das hat der jüngste Caravan Salon in Düsseldorf eindrücklich bestätigt. Von Pick-ups mit Dachzelt bis hin zu monumentalen Expeditionsmobilen wurde alles aufgeboten, was mindestens vier angetriebene Räder hat. Ersteres ist für eingefleischte Reisemobilisten aufgrund des eingeschränkten Komforts in aller Regel keine Option. Letzteres ist den meisten Interessenten oft zu teuer und zu schwer.
Die Nische dazwischen füllen Hersteller von Campervans oder Aufbauer wie Eura Mobil, Hymer oder eben Dethleffs. Die meisten in dieser Kategorie nutzen den Mercedes Sprinter als Basis. Wählt man den Sternentransporter mit Allradantrieb, landet man in aller Regel bei einer zulässigen Gesamtmasse jenseits der vier Tonnen.

Die Pilotsitze sind mit Wohnraumstoff bezogen und verfügen über Armlehnen und Kopfstützen.
Bild: Hardy Mutschler
Das bedeutet: die Notwendigkeit eines C1-Führerscheins, Lkw-Maut in vielen unserer Nachbarländer, Lkw-Überholverbot und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Autobahnen. Dagegen setzen die Allgäuer auf ein Fahrgestell des allradgetriebenen Volkswagen Crafter und einen gewichtstechnisch abgespeckten Aufbau. Das ermöglicht nun ein Allrad-Reisemobil, das in der 3,5-Tonnen-Klasse antritt, mauttechnisch und verkehrsrechtlich wie ein Pkw behandelt wird und mithin auch von Inhabern des Führerscheins Klasse B bewegt werden darf.
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Was er bietet und mit welchen Einschränkungen man möglicherweise rechnen muss, klärt unser Fahrbericht.
Zwei Längen werden angeboten
Der Dethleffs Globebus Performance 4x4 ist ein vollausgestatteter Teilintegrierter, der in zwei Längen angeboten wird – als T46 mit 6,85 Meter Länge und als T16, der genau 60 Zentimeter kürzer ist. Beide sind nur 2,20 Meter breit und gehören damit zur Kategorie der schlanken Teilintegrierten, die sich heute aufgrund ihrer Wendigkeit und ihres Gewichtsvorteils großer Beliebtheit erfreut. Denn der Verzicht auf Länge und Breite sowie diverse Leichtbaumaßnahmen sparen Kilos, sodass der T16 unter der magischen Grenze von 3,5 Tonnen bleibt. Dabei ist die erlaubte Zuladung absolut akzeptabel.

Die Heckleiter ist mit der Dachreling verbunden und hilft bei deren Beladung.
Bild: Hardy Mutschler
So darf man ihn mit dem B-Führerschein fahren und ihn auch sonst bewegen wie einen Pkw. Dazu aber später. Im Grunde hat Dethleffs diese Kategorie erfunden – mit der Vorstellung des ersten Globebus in den 1990er-Jahren, der den Wohnkomfort eines Teilintegrierten mit der Kompaktheit eines Kastenwagens kombinierte. Ins Allrad-Geschäft ist Dethleffs mit dem T46 eingestiegen, der über Längseinzelbetten im Heck verfügt.
Der von uns gefahrene T16 ist die geschrumpfte Version des Erstlingswerks. Wenn man Länge sparen will, müssen als Erstes die Längsbetten weichen. Geschlafen wird also in einem quer eingebauten Doppelbett im Heck. Das misst 1,98 Meter in der Länge, im Schulterbereich 1,42 Meter und im Fußbereich 1,30 Meter – da finden die meisten Paare bequem Platz. Nur Menschen mit Gardemaß tun sich hier schwer und sind wohl im Grundriss mit Längsbetten besser aufgehoben.
Technische Daten: Dethleffs Globebus Performance 4x4 T 16
Technische Daten | Dethleffs Globebus Performance 4x4 T 16 |
|---|---|
Motorisierung | Reihenvierzylinder-Diesel |
Leistung | 120 kW (163 PS) bei 3600/min |
Hubraum | 1968 cm³ |
Drehmoment | 410 Nm bei 1500/min |
Höchstgeschwindigkeit | 156 km/h |
Getriebe/Antrieb | Achtstufen-Wandlerautomatik / Allrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 75 l Diesel / 18 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 6250 / 2200 / 2880 mm |
Radstand/Bereifung | 3640 mm / 255/55 R 18 |
Masse fahrbereit/Zuladung | ca. 2900 / 600 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 2500 / 750 kg |
Außenmaterial Wand/Dach/Boden | Alu-Sandwich / GFK-Sandwich / GFK-Sandwich |
Isoliermaterial Wand/Dach/Boden | 48 / 34 / 35 mm (XPS-Schaum) |
Liegefläche Mitte L x B | 1980 x 1300–1420 mm |
Stehhöhe | 1900 mm |
Kühlschrank/Eisfach | 83 l |
Herd | 2-Flammen-Gaskocher |
Bordbatterie | 150 Ah, Lithium |
Frisch-/Abwassertank | 115 / 90 l |
Gasvorrat/Heizung | 2,5 kg / Dieselgebläseheizung |
Grundpreis/Testwagenpreis | 94.999 Euro / k. A. |
Der Schlafkomfort, den wir auf einer Reise ausgiebig testeten, war tadellos. Dafür sorgen unter anderem dicke Kaltschaummatratzen. Theoretisch ließe sich die Sitzgruppe noch zu einem Bett umbauen, wovon wir aber abraten würden. Im Grunde ist der T16 ein echtes Zwei-Personen-Fahrzeug. Für das reisende Paar steht zwar kein üppiger, aber doch ausreichender Stauraum für Kleidung und Wäsche zur Verfügung.
Dazu kommt noch eine Heckgarage, in der zur Not Kompaktfahrräder Platz finden. Die Körperpflege findet in einem angemessen großen Waschraum statt, der flexibel nutzbar ist. Eine Faltwand macht’s möglich. Im Grundzustand sind Toilette und Waschbecken nutzbar. Schwenkt man die Faltwand Richtung Toilette, entsteht eine annehmbare Duschkabine. Die Kürze bringt nicht nur die sprichwörtliche Würze, sondern auch eine kompakte Kombüse mit einem großen, bodentiefen Kühlschrank.

Wenn es am Cockpit was zu meckern gibt, ist es allenfalls das viele Hartplastik.
Bild: Hardy Mutschler
Der kann zumindest im Stand gut als Ablage genutzt werden. Weil er nicht bis zur Decke reicht, wirkt der Innenraum weniger verbaut.
Das Fahrwerk stammt von Delta
Zum Performance wird der Globebus durch ein Fahrwerk, das vom Allradspezialisten Delta 4x4 zugeliefert wird. Von dort stammen auch die markanten Aluräder sowie die Loder-AT-Reifen. Dieses Paket, ergänzt um einen Bullenfänger vor der Frontschürze und eine Lightbar auf der Dachhutze, sorgt für gemäßigten Abenteuerlook. Aber ein Expeditionsmobil will der Globebus Performance gar nicht sein, sondern ein Reisemobil im wahrsten Sinne des Wortes.
Mit einem solchen darf man dann sorgenfrei von asphaltierten Straßen abbiegen und kommt in aller Regel auch von der oft bemühten nassen Wiese wieder runter. Schließlich sind der Allradantrieb 4Motion sowie die Achtstufenautomatik Serie. Gasflaschen brauchen Platz und bringen zusätzliches Gewicht. Um genau das zu sparen, verzichtet Dethleffs beim T16 weitgehend auf Gas. Nur der Zwei-Flammen-Kocher nutzt eine kleine 2,8-kg-Gasflasche.

Im Heckbett schläft es sich höchst kommod, beim Einstieg hilft eine Leiter.
Bild: Hardy Mutschler
Für Wärme und Warmwasser sorgt eine Dieselheizung. Der Kompressorkühlschrank läuft elektrisch. Dabei braucht es nicht zwingend und immer Landstrom. Eine 150-AhLithium-Batterie bringt schon ein gewisses Maß Autarkie, auf Wunsch lässt sich die Batteriekapazität verdoppeln.
Als Basis dient der Crafter mit 163 PS
Die elektromechanische Lenkung arbeitet vorbildlich, der kompakte Teilintegrierte gibt sich wendig und lässt sich auch in engen Passagen präzise um die Kurven zirkeln.
Herzstück des Fahrzeugs ist der VW Crafter mit 163 PS starkem Vierzylinder-TDI und permanentem Allradantrieb. In Kombination mit der butterweich schaltenden 8-StufenWandlerautomatik ermöglicht dies eine sehr souveräne Art der Fortbewegung. Weil er außerdem serienmäßig mit Differenzialsperre, Bergan-/Bergabfahrhilfe und verstärkter Vorderachse ausgerüstet ist, bringt der T16 seine Besatzung auch unter widrigen Bedingungen souverän ans Ziel.

Der bodentiefe Kühlschrank verlangt zum Be- und Entladen einen Kniefall.
Bild: Hardy Mutschler
Wir haben’s ausprobiert. Neben den Fotofahrten, die bei bestem Wetter im Allgäu stattfanden, waren wir auch noch ein verlängertes Wochenende im Winter auf teilweise engen, passähnlichen Straßen im Tannheimer Tal unterwegs. Da waren sowohl Wetter- als auch Straßenverhältnisse höchst unterschiedlich. Den Globebus Performance hat es nicht gestört. Erfreut hat uns nebenbei die Tatsache, dass man auch auf Autobahnen die Fahrleistungen des drehmomentstarken Diesel ausnutzen darf, weil der Testwagen eben unter der 3,5-Tonnen-Grenze bleibt.
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