Dethleffs Globetrail 540 DR im Test
Kompakt und kreativ: der neue Dethleffs Globetrail 540 DR

Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
- Martin Häußermann
In der Kürze liegt die Würze. Das dachte sich Dethleffs wohl, als man den Globetrail 540 DR ersann – als Einstieg in die anfangs der Saison neu vorgestellte Campervan-Baureihe. Der ist nicht länger als ein Bulli mit normalem Radstand, wohl aber etwas breiter und um einiges höher.
Dennoch schadet es nicht, wenn der Konstrukteur ein geübter Tetris-Spieler ist. Auf dieser Grundfläche ein festes Heckbett, einen kompletten Sanitärraum, eine Küche und eine viersitzige Sitzgruppe unterzubringen, verlangt bei den Gestaltern ein hohes Maß an Kreativität und bei den Nutzern eine gewisse Kompromissbereitschaft.

Der Innenraum ist hell, das geradlinige Möbeldesign wirkt modern.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Auch in Isny kann man nicht zaubern. Aber vielleicht ein bisschen verzaubern. Uns hat der knuffige Kasten bei seiner Vorstellung jedenfalls so gut gefallen, dass wir ihn kürzlich auf eine Probefahrt eingeladen haben.
Das ist der Dethleffs Globetrail
Der Dethleffs Globetrail Advantage 540 DR ist ein kompakter Campervan der gehobenen Mittelklasse auf Basis des Fiat Ducato. Die Nomenklatur verrät – in dieser Reihenfolge – Ausstattungslinie, Länge, Bettenart und die Form des Bades. Classic steht für die Einsteigerbaureihe, darüber rangiert der Advantage, der mit mehr Ausstattung lockt.

Im Heckbett muss man sich schon doll liebhaben.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Ganz oben steht die Linie Performance, die aber ausschließlich auf Basis des VW Crafter angeboten wird. In der Typbezeichnung wird gerundet, eigentlich ist dieser Wagen genau 5,41 Meter lang. Das D steht für Doppelbett, was aber ein großes Wort ist für eine Schlafstätte, die an ihrer breitesten Stelle 1,32 Meter misst, an der schmalsten gar nur 1,18 Meter. Das R schließlich signalisiert, dass ein Raumbad eingebaut ist.
Fahrzeugdaten | Dethleffs Globetrail 540 DR |
|---|---|
Motorisierung | Reihenvierzylinder-Diesel |
Leistung | 103 kW (140 PS) bei 3500 U/min |
Hubraum | 2287 cm3 |
Drehmoment | 350 Nm bei 1400-2500 U/min |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang manuell/Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 90 l/Diesel; 19 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 5410/2050/2650 mm |
Masse fahrbereit/Zuladung ca. | 2875/624 kg |
Anhängelast (gebremst/ ungebremst) | 2000/750 kg |
Grundpreis/Testwagenpreis | ab 58.999 Euro / 67.313 Euro |
So ermöglicht man trotz der gebotenen Kürze des Wagens einen Waschraum, der bei Bedarf auch als Dusche genutzt werden kann. Diese Sanitärlösung geht in die Breite. Die Duschwanne ist im Durchgang vom Wohnraum zum Bett platziert und bei Nichtgebrauch mit einem formschlüssigen Bodenelement abgedeckt. Will man duschen, kommt das Brett weg, und die Rollotür wird geschlossen, um den Wohnraum nicht unter Wasser zu setzen. Das ist zwar durchaus praxisgerecht, doch wenn einer duscht, kommt der oder die andere eben nicht von vorne nach hinten.

Das Duschrollo blockiert den Durchgang nach hinten.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Auch wenn die hintere Liegestatt als Doppelbett bezeichnet wird, für uns ist es eher ein breites Einzelbett. Das bietet hochwertige Kaltschaummatratzen auf Tellerfedern und damit prima Schlafkomfort. Vorne wartet eine klassische Sitzgruppe mit Sitzbank und zwei drehbaren Pilotensitzen. Dazwischen ist ein längs verschiebbarer Tisch montiert, der durch eine schwenkbare zusätzliche Tischplatte erweitert werden kann. Der Fußraum darunter ist nicht gerade üppig – ein Kompromiss, den man bei dieser Fahrzeuglänge aber nun einmal akzeptieren muss.
Das hat der Globetrail 540 DR
Unser Testwagen tritt als Advantage an, diese Ausstattungslinie bietet eine umfangreichere Serienausstattung im Vergleich zum Basismodell Classic. Die umfasst unter anderem Rahmenfenster, eine Markise, den praktischen Apothekerauszug im Heckstauraum, ein Lederlenkrad sowie markante Aluräder.

Rote und graue Abklebungen kaschieren die enorme Höhe.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Auf die wurden zusätzlich noch All-Terrain-Reifen montiert, die den Globetrail abenteuerlustig wirken lassen. Das wichtigste und mit rund 6000 Euro auch teuerste Extra ist das Aufstelldach. Es ist manuell zu bedienen, verfügt aber über einen elektrischen Schließassistenten. Viel wichtiger aber ist das üppige Doppelbett, das über zwei Meter lang ist. Erst damit wird der kurze Globetrail zum vollwertig nutzbaren Camper.
Flott und wendig. Der 140-PS-Multijet-Diesel liefert ausreichend Dampf, das serienmäßige Sechsganggetriebe schaltet sich geschmeidig. Dank des kurzen Radstands macht der Globetrail auch abseits der großen Straßen eine Menge Freude.
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