Deutschlands bester Autofahrer 2009
Wer hat das Lenkrad besser im Griff?

Der ewige Kampf der Geschlechter: Wer fährt besser Auto? AUTO BILD hat bei der Sicherheitsaktion "Deutschlands bester Autofahrer" mal zwei jungen Kandidaten über die Schulter geschaut.
- Tomas Hirschberger
Klischees – wie arm wäre unsere Welt ohne sie? Sie sind der ideale Treibstoff für jeden Stammtisch. Und das zündfähigste Gemisch ergibt sich noch immer aus dem ewigen Geschlechterkampf. Mann gegen Frau. Was kann ER, was SIE nicht kann? Vielleicht Auto fahren? Die Statistik von "Deutschlands bester Autofahrer" spricht jedenfalls dafür. In den 20 Jahren unserer Aktion konnte nicht einmal eine Frau den Titel holen. Tatsache, kein Klischee. Bei der vierten Vorrunde zur diesjährigen "Meisterschaft" treffen wir auf dem Testgelände des DEKRA in Klettwitz eine junge Frau, die ganz entschieden was gegen unseren klischeebehafteten Geschlechterk(r)ampf hat. "Mir geht es hier doch nicht um Mann oder Frau", sagt Geertje Märtins (25) aus Cottbus, "ich will vor allem sicherer Auto fahren lernen, die Grenzen ausloten."
43 Kandidaten kämpfen bei gefühlten 35 Grad um ihr Sicherheitsdiplom

Bild: Harald Almonat
Wer hat das Lenkrad besser im Griff? ER ist etwas besser als SIE

Bild: Harald Almonat
Beim Slalom auf Zeit drückt sie zu sehr auf die Tube und lässt ein Tor aus. Vergeigt! Aus der Traum vom Finale. Kevin Berndt darf ihn noch ein wenig länger träumen. Super-Ergebnis in der Theorieprüfung, Top-Platz beim Slalom – und dann der Aussetzer beim gebremsten Ausweichmanöver, dem Elch-Test. Das war's. Aus die Maus. Die zwei landen schließlich im Mittelfeld. ER etwas besser als SIE. Die Enttäuschung hält sich trotzdem in Grenzen. Denn beide nehmen etwas mit. Egal ob Mann oder Frau, besser oder schlechter – Sicherheit am Steuer ist lernbar. Und noch etwas: Klischees, die gehören an den Stammtisch – und nicht auf die Straße.
Michael Weykopf (55), Tourneeleiter DbA:
Michael Weykopf (55), Tourneeleiter DbA:
"Männer hören nicht zu, Frauen können nicht einparken"
Nach 21 Jahren "Deutschlands bester Autofahrer" kenne ich meine Pappenheimer. Vor allem den Unterschied zwischen ihr und ihm. Er hört den Instruktoren nur teilweise zu. Kann ja schon alles und ist eigentlich nur noch mal zur Auffrischung hier. Sie saugt alle Infos ein. Ist später dann aber zu zaghaft. Bei Vollbremsungen treten Frauen meist nicht stark genug in die Eisen, fahren eher zu langsam durch die Übungen als zu schnell, sind vom Wesen nicht so aggressiv und dynamisch. Beim Einparken braucht sie in der Regel mehrere Versuche, das räumliche Denken ist womöglich anders ausgeprägt als bei Männern. Die Kerle gehen meist mit ganz breiter Brust ins Rennen. Sie nähern sich dem möglichen Optimum eher von oben als von unten. Man kann's ja schließlich. Dabei fahren sie oft über dem gesetzten Limit, reagieren in Notsituationen zu abrupt und lenken bei Ausweichmanövern zu hektisch.
Service-Links