Diesel in der Diskussion
Gegenwind für den Diesel

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Diesel ist laut WHO krebserregend. Diese Nachricht hat vor allem im Diesel-Paradies Deutschland für Aufsehen gesorgt. Und es gibt noch mehr Gegenwind für den Selbstzünder. Ist er ein Auslaufmodell?
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Dieselabgase offiziell für krebserregend erklärt. Das könnte den rasanten Aufstieg bremsen, den der Diesel als Pkw-Antrieb vor allem in Deutschland erlebte. Mehr als jedes vierte Auto auf deutschen Straßen hat mittlerweile einen Selbstzünder unter der Haube. Der Gesamt-Dieselanteil von 27,7 Prozent verteilt sich sehr unterschiedlich auf die Fahrzeugsegmente. Kleinwagen und Sportwagen werden überwiegend von Benzinern angetrieben. Vielfahrer und schwere Autos wie SUVs hingegen profitieren besonders vom günstigeren Dieselpreis, hier beträgt der Anteil bis zu 87 Prozent.
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Neben der WHO-Einstufung kommt Gegenwind aber auch aus anderen Richtungen: Die EU fordert eine Besteuerung von Kraftstoffen nach Energiegehalt, das würde den Dieselpreis um 28 Cent pro Liter erhöhen. Allerdings wurde ein entsprechender Vorschlag der EU-Kommission Mitte April vom EU-Parlament abgelehnt. Und: Der Benzin-Hybridantrieb ist ausgereift, Hybridautos machen dem Diesel zunehmend Konkurrenz. So bewies zum Beispiel der Toyota Auris Hybrid im Vergleich mit seinem Selbstzünder-Bruder ein größeres Sparpotenzial.
"Dieselruß ist der gefährlichste Feinstaub"

Alfred Wiedensohler vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig fordert den verpflichtenden Einsatz von Partikelfiltern.
Fazit
Irgendwie habe ich es schon immer geahnt: Benziner sind die besseren Autos. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat das jetzt bestätigt und stuft Dieselabgase offiziell als krebserregend ein. Was heißt das für den Selbstzünder? Die Politik entwickelt seit 1992 die Euro-Normen für Schadstoffe im Autoabgas weiter. 2014 kommt Euro 6. Besonders die Reduktion von Dieselruß haben die Vorschriften im Blick. Bei Benzinern gab es nach Einführung des G-Kats deutlich weniger Verbesserungspotenzial. Jeder Euro- Schritt wird beim Diesel mit komplizierter und teurer Technik erkauft, Euro 6 werden die meisten nur mit Harnstoff- oder Speicherkat schaffen. Der Grund, warum trotzdem immer mehr deutsche Autofahrer zum Diesel greifen, liegt in der staatlichen Subventionierung des Dieselpreises, der um 18 Cent pro Liter geringeren Energiesteuer auf Diesel. Hauptsächlich deshalb kosten Diesel-Pkw im Betrieb deutlich weniger als Benziner. Die niedrigere Dieselsteuer stammt jedoch aus einer Zeit, als der Schadstoffausstoß noch keine Rolle spielte. Jetzt, nach der WHO-Entscheidung, muss die Subvention endlich weg. Würden Kraftstoffe darüber hinaus nach Energiegehalt besteuert, wie es die EU will, wäre Diesel auf einen Schlag um rund 30 Cent je Liter teurer. Der Dieselanteil – fast 50 Prozent der aktuellen Neuzulassungen – würde sich ziemlich schnell normalisieren.
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