Gebrauchtwagen-Test Dodge Challenger

Gebrauchtwagen-Test Dodge Challenger

Dodge Challenger: Gebrauchtwagen-Test

Der Dodge Challenger wird als Gebrauchtwagen zum teuren Spaß!

Viel Hubraum und V8-Power für 34.000 Euro: Ein 492 PS starker Dodge Challenger wartet auf einen neuen Besitzer. Gebrauchtwagen-Check!
Schon mal offen eine Waffe getragen? Ich auch nicht. Aber wenn man hinter dem Steuer des Dodge Challenger eine Kleinstadt heimsucht, dürfte das Gefühl sehr ähnlich sein. Selbst bei sachter Gangart grunzt der Chrysler-Hemi-V8 mit 6,4 Liter Hubraum allzeit gewaltbereit. Wen das noch nicht verschreckt, der geht spätestens angesichts der schieren Größe in die Knie. Coupés der Fünf-Meter-Klasse sind per se unverschämt.

Testfahrt mit dem gebrauchten Dodge Challenger

Dieser Fünfmeter-Koloss ist mit seiner Chrysler-Plattform technisch mit der Mercedes E-Klasse (W 211) verwandt.

©Christoph Börries / AUTO BILD

Der Challenger wirkt mit seiner aggressiven Retro-Aufmachung jedoch wie ein Barbar auf Raubzug. An seine Umwelt schickt der Ami Signale, an den Fahrer aber auch: "Pass gut auf, Kleiner, sonst nehme ich die Sache selbst in die Hand!" Lieber nicht, unsere Leihgabe wollen wir nachmittags trotz nasser Straße (verdammt!) wieder in einem Stück bei Auto & Technik Goldmann in Geesthacht östlich von Hamburg abliefern. Das ist gar nicht so leicht. Vor allem, weil ständig die Gedanken darum kreisen, wie sich die 492 PS bei voll durchgedrücktem Gaspedal und deaktiviertem ESP auf der kurvigen Landstraße wohl anfühlen.

Gebrauchtwagen mit Garantie

73.900 €

Dodge Challenger SRT Hellcat, Benzin

9.500 km
527 kW (717 PS)
11/2019
Dodge Challenger SRT Hellcat, Benzin +

23966 Wismar, Autohaus Preuss GmbH

Zum Inserat
Benzin, CO2 0 g/km*
Allein die wuchtige und unübersichtliche Karosserie ist eine Herausforderung – und in alle Richtungen schwer abzuschätzen. Gefühlt schleift man schon längst die Felgenhörner der rechten Räder am Bordstein weg. Tatsächlich könnte aber noch ein Fiat 500 rechts überholen, ohne die Fahrbahn zu verlassen. Daran gewöhnt man sich, auch wenn es ein bisschen dauert. Deutlich schneller fällt der Groschen, dass es sich beim Challenger um einen gemütlichen Cruiser handelt, auch wenn er, wie in unserem Fall, über gewaltige Hubraumreserven verfügt.

Der V8-Motor verbraucht gern mal 20 Liter auf 100 km

Archaisch: Hemi-6.4 mit zentraler Nockenwelle und Zweiventiltechnik. Modern: Zylinderabschaltung.

©Christoph Börries / AUTO BILD

Nervenkitzel ist mit dem rechten Fuß in saugertypischer Manier ansatzlos abrufbar. Die kompressorbestückten Hellcat- und Demon-Versionen mit bis zu 850 PS braucht es dafür jedenfalls nicht. Die sind am Stammtisch eh besser aufgehoben als im Alltag. Die beiden V6 (3,5 Liter mit 258 PS, Pentastar mit 3,6 Liter und 309 PS) hinken der muskulösen Inszenierung des Challenger wiederum etwas hinterher. Und wirken mit der Masse von mindestens 1800 Kilogramm zuweilen überfordert. Der 5,7-Liter-Hemi ist dem schon eher gewappnet, doch der zum 6.4er über 100 PS schwächere V8 ist nicht nennenswert sparsamer. Wichtiges Thema übrigens: Jeder Challenger-Fan schwört, dass die V8 auch mit zehn Liter Super auf 100 Kilometer auskommen würden. Stimmt auch, doch ohne große Anstrengung fließt schnell auch mal die doppelte Menge Kraftstoff durch die großen, hemisphärischen Brennkammern mit Doppelzündung.

Technische Daten
Motor V8/vorn längs
Ventile/Nockenwellen 2/1
Hubraum 6417 ccm
Leistung 362 kW (492 PS) bei 6000/min
Drehmoment 644 Nm bei 4200/min
Höchstgeschw. 290 km/h
0–100 km/h 4,8 s
Tank/Kraftstoff 70 l Super
Getriebe/Antrieb Achtstufen-Autom./Hinterrad
Länge/Breite/Höhe 5018/1923/1416 mm
Kofferraumvolumen 459 l
Leergewicht/Zuladung 1966/438 kg

Vor dem Kauf muss der Challenger auf die Hebebühne

Zu den wenigen Schwachstellen zählen Vorbesitzer, die den mit nervöser Hinterachse gesegneten Challenger oft quer durch Kurven bewegt haben. Die Reifen an der Hinterachse sind dann im Jahrestakt fällig. Ärgerlicher ist es, wenn es bereits Feindkontakt gab. Auch unser Testfahrzeug hatte einen Heckschaden, "reparierter Unfallschaden" stand entsprechend im Inserat. So viel Fairness besitzt leider nicht jeder Verkäufer. So empfehlen wir, bevor diese Waffe ins Holster kommt: ab auf die Hebebühne!

Kosten
Unterhalt
Testverbrauch 15,5 l S/100 km
CO2 367 g/km
Inspektion k. A.
Haftpflicht* k. A.
Teilkasko* k. A.
Vollkasko* k. A.
Kfz-Steuer (Euro 6) 606 Euro
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine 1052 Euro
Anlasser 805 Euro
Wasserpumpe 886 Euro
Zahnriemen entfällt, Steuerkette
Nachschalldämpfer 4919 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert 790 Euro
Bremsscheiben und -klötze 2832 Euro
* Der Challenger ist bei deutschen Versicherern nicht offiziell gelistet, erfordert eine individuelle Einstufung des Versicherers. Die Preise können entsprechend stark variieren. ** Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer
Fazit: Nur in der Anschaffung ist der Challenger günstig, Unterhalt (hier geht's zum Kfz-Versicherungsvergleich) und Reparatur sind in Deutschland ein teurer Spaß. Doch der lohnt sich immerhin, speziell die V8 besitzen einen hohen Fun-Faktor!

Gebrauchtwagen-Test Dodge Challenger

Dodge ChallengerDodge ChallengerDodge Challenger

*Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist (www.dat.de).

Fotos: Christoph Börries / AUTO BILD

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Sportwagen

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