Dodge Challenger und Charger: Muscle Cars, V8, Elektroauto
Dodge bringt Muscle Cars Challenger und Charger bald nur noch elektrisch

Die Muscle Cars Dodge Challenger und Charger gibt es bald nur noch elektrisch. Manche Fans freut's sogar.
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD
Was würde Kowalski wohl dazu sagen? Ein Dodge Challenger, jenes legendäre Modell, mit dem er vor 50 Jahren durch die Wüste Amerikas raste, ohne V8 unter der Haube? Das Auto, das man schon kommen hörte, lange bevor es um die Ecke driftete, mit lautlosem E-Antrieb? Kowalski wäre gar nicht erst losgefahren in Denver, auf dem Weg zum "Fluchtpunkt San Francisco".
Dodge Challenger und Charger, das ist seit Jahrzehnten der Traum vom eigenen Roadmovie. Enorme Leistung, sexy Design – und das alles für vergleichsweise wenig Geld. Für Fans dieser Mischung muss die Ankündigung von Dodge-Markenchef Tim Kuniskis wie ein Albtraum klingen: Ab 2024 soll aus den klassischen Muscle Cars etwas werden, was Kuniskis "eMuscle" nennt.
Auf der vom Dodge-Mutterkonzern Stellantis entworfenen Elektro-Plattform "STLA large" soll den Klassikern das Leben gerettet werden. Denn spätestens ab 2035 dürfen zum Beispiel in Kalifornien keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden.

Eigentlich das Herz und die Seele eines Muscle Cars: der 6,4-Liter-V8 leistet 492 PS.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Dodge will 2022 ersten Elektro-Prototyp zeigen
Schon in diesem Jahr will Dodge erste Prototypen zeigen. Ein offizielles Video deutet an, dass unter dem in den 60ern und 70ern verwendeten "Fratzog"-Logo Autos entstehen, bei denen E-Motoren alle vier Räder antreiben. All-wheel-drive-Muscle-Cars gibt es zwar schon – ein Kulturschock wird das in zwei Jahren trotzdem.
Nicht für Andrew Pilsworth. Der Mann, der die Challenger und das viertürige Schwestermodell Charger nach Deutschland bringt, fällt ein überraschendes Urteil: "Ich bin überzeugt, dass auch ein moderner E-Antrieb die besonderen Vorzüge dieser Modelle auf die Straße bringen wird", sagt der Boss von AEC, dem größten Dodge-Importeur in Europa. Und weiter: "Auch moderne E-Autos liefern die Kraft, zum Teil noch mehr. Und sie besitzen den Vorteil der sofortigen Drehmomentabgabe aus dem Stillstand."

So kündigt Dodge die Elektrifizierung der Muscle Cars an: Durchdrehende Reifen auch vorn weisen auf einen Allradantrieb hin.
Bild: Dodge
Außerdem ist Pilsworth der Meinung, dass auch diese Modelle ihren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Autoindustrie leisten müssen. Dodge selber versucht, die Abkehr von unzeitgemäßen Big-Block-Motoren herunterzuspielen. Man werde, heißt es aus Detroit, ab 2024 keine Elektroautos verkaufen, sondern weiterhin die klassischen American Muscles, nur eben lokal emissionsfrei.
Elektrifizierung nicht aufzuhalten
Ein Argument, das beim deutschen Challenger-Forum auf geteiltes Echo stößt. "Ein Großteil der Szene sieht die Elektrifizierung skeptisch", sagt Forum-Leiter Frank Esch. Der "innere Kreis" der 200 Mitglieder wisse aber, dass die Entwicklung eh nicht aufzuhalten sei. "Mit Plug-in-Hybriden hätten wir hier kein Problem. Aber lieber mit neuem Modellnamen." Der Ford \"Mustang Mach-E" sei warnendes Beispiel.
Bis zu 800 Kilometer Reichweite soll Stellantis' E-Plattform ermöglichen. Für Kowalskis geplanten Roadtrip von Denver nach San Francisco würde dies 2024 bedeutet: Den Challenger dreimal aufladen kann genügen. Aber bitte am Highspeed-Charger.
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