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DTM: Aston Martin sucht den Anschluss

Extrawurst für Aston Martin?

Für den DTM-Neuling ist es eine schwierige erste Saison. Eine Option für die Aufholjagd: eine Zusatz-Homologation.
Florian Kamelger ist Realist. Er weiß: Für Aston Martin wird es auch am fünften Rennwochenende der DTM in Assen nicht einfach. Die Probleme sind keine Überraschung, denn durch den Last-Minute-Einstieg fehlt es an Entwicklungszeit.
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Das Problem: Da die Autos in der DTM technisch „eingefroren“ sind, ist eine Entwicklung nur in eng gestecktem Rahmen möglich, zum Beispiel über das Setup. Für die britische Luxusmarke ist das aber zu wenig, um den Rückstand auf Audi und BMW von jetzt auf gleich aufzuholen.
„Große Schritte sind in der DTM nicht einfach. Und an einem homologierten Auto sind sie doppelt schwierig“, sagte R-Motorsport-Teamchef Kamelger zu AUTO BILD MOTORSPORT: „Uns geht Power ab. Man findet viel Rundenzeit im Setup. Aber nicht so viel, wie wir brauchen.“
Der Rückstand betrug auf dem Norisring, einer speziellen Strecke im Kalender, rund eine halbe Sekunde und mehr. In der DTM ist das ein Pfund. Auch beim Topspeed fehlten rund acht km/h auf die Spitze. Punkte holt das Team vor allem durch taktisches Geschick und Glück, 35 sind es bislang. Zum Vergleich: Audi steht bei 457, BMW bei 338. „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Technikpakets entspricht noch nicht unserem eigenen Anspruch. Obwohl alle im Team hart an der Verbesserung der Performance arbeiten, erwarten wir auch in Assen ein schwieriges Rennen“, so Kamelger.

Paul di Resta: „Es war bislang eine Saison voller Höhen und Tiefen."

Routinier Paul di Resta: „Es war bislang eine Saison voller Höhen und Tiefen. Aber damit hatten wir gerechnet, schließlich wurde unser Aston Martin Vantage DTM in gerade einmal 90 Tagen entwickelt und gebaut. Uns fehlt die Entwicklungszeit und wir müssen jedes Rennwochenende als weiteren Test ansehen.“ Große Sprünge sind damit aber auch nicht drin.
Eine sogenannte Zusatz-Homologation bleibt deshalb weiter eine Option. Heißt: Bereiche, die eigentlich technisch eingefroren sind, können noch mal entwickelt und bearbeitet werden, um den Rückstand aufzuholen. Was aber wieder Kosten verursacht, die durch eine Homologation eigentlich vermieden werden sollen. Das Einsatzteam R-Motorsport jongliert mit einem Budget in Höhe von 20 Millionen Euro – deutlich weniger als die deutschen Autobauer.
Aber, so Kamelger: „Da draußen will keiner sehen, dass einer hinterherhinkt. Ich weiß auch, dass es nicht im Sinne der anderen ist. Das kann auch nicht im Sinne der Fans sein. Die DTM hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es immer wieder Anpassungen gegeben hat. Das hat bislang dazugehört.“ Denn Mercedes durfte 2014 nachentwickeln, BMW bekam 2016 einen breiteren Heckflügel und ein leichteres Auto. In beiden Fällen sprang am Ende der Titel heraus.
ABMS hat bei DTM-Chef Gerhard Berger nachgefragt. Der Österreicher: „Wir haben immer gesagt: Wenn wir diese Saison auf die neuen Motoren gehen und einer hat bei der Entwicklung einen falschen Weg eingeschlagen, dann werden wir nicht sagen: ‚Jetzt fährst du drei Jahre hinterher und darfst nicht reinschauen.‘ Was wir nicht machen werden, ist ein Ausgleich mit Gewichten.“
Aber: „Wenn es so ist, dass einer in der Grundauslegung einen Fehler gemacht hat, den er gerne korrigieren würde, wenn also jemand in einer Notsituation ist, dann kann man sich das anschauen. Und dann ist es egal, welche Marke das ist. Das finde ich total in Ordnung.“

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Autor: Andreas Reiners

Fotos: Hersteller

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