DTM: BMW vergleicht Turbomotoren

BMW's Turbo-Generationen

Alt trifft Neu: Zum Start der neuen Turbo-Ära in der DTM zieht BMW einen interessanten Vergleich zwischen P48 von 2019 und M121 von 1969.
Die DTM-Autos bekommen 2019 ein neues Herzstück. Der neue Vierzylinder-Turbomotor mit zwei Liter Hubraum sorgt für einen 640 PS starken Start in eine neue Ära. Vor allem aber sind die Aggregate eine neue Herausforderung für Audi, BMW und Neuling BMW.
Audi hatte seinen Motor bereits im März vorgestellt (ABMS war vor Ort ). Rund eine Woche vor dem Saisonauftakt in Hockenheim (3.-5.Mai) in Hockenheim zieht auch BMW nach und zeigt Details des nach dem neuen Class-One-Reglement entwickelten BMW P48 Motor. Und zieht dabei einen interessanten Vergleich: Der P48 und der M121, der im BMW 2002 TI steckte, mit dem sich BMW mit Dieter Quester 1969 den Titel in der Tourenwagen-Europameisterschaft sicherte. Es war damals der erste BMW-Turbo. 50 Jahre später feiert der neue seine Premiere in der DTM.
Beide Motoren haben sogar Gemeinsamkeiten: Sie sind Vierzylinder-Reihenmotoren mit zwei Litern Hubraum und einem Turbolader. Sowohl beim BMW M121 als auch beim P48 müssen die empfindlichen Bauteile des Motors mit einem Hitzeschild vor der Abwärme des Turboladers geschützt werden. Eine mechanische Einspritzpumpe ist jeweils für die Versorgung des Motors mit Kraftstoff verantwortlich.

Der BMW P48 von oben

Klar: Die Unterschiede überwiegen natürlich. Damals erreichten die Turbo-Motoren mit 0,98 bar Überdruck rund 280 PS bei 6.500 U/min. Ladedrücke von bis zu 2,5 bar Überdruck machen heute mehr als 600 PS möglich. Bauteile wie Zündverteiler, Lüfter, Nasssumpf-Ölwanne oder ein Überdruckventil sind mittlerweile aus dem Motor verschwunden.
Auch ein direktes Ladeluftrohr, das ohne Kühlung die verdichtete Luft zum Motor führt, gibt es nicht mehr. Stattdessen verfügt der P48 über ein ausgeklügeltes Trockensumpf-System.
Ein wichtiges Thema beim neuen Motor ist der Verbrauch. Der erlaubte Benzinfluss ist auf 95 Kilogramm pro Stunde begrenzt. Heißt: Jede Kraftstoffeinsparung bedeutet ein Mehr an Leistung. Im Vergleich zum M121 von 1969 ist der neue Turbo um mehr als 50 Prozent effizienter.
Das Aggregat ist auf Zuverlässigkeit ausgelegt und soll rund 6.000 Kilometer halten. Pro Fahrzeug dürfen in der Saison 1,5 Motoren eingesetzt werden. Mit dem „Push-to-Pass“-System können 2019 für eine Dauer von fünf Sekunden zusätzliche 5 kg/h Kraftstoff bereitgestellt werden, was eine Leistungserhöhung von etwa 30 PS zur Folge hat.
Zahlen und Daten zum neuen BMW P48 Motor

Typ: P48, R4-Turbomotor mit Direkteinspritzung
Hubraum: 1.999 ccm
Gewicht: 85 kg (Basisgewicht laut Reglement)
Bohrung: zwischen 86 und 90 mm
Drehzahl: max. 9.500 U/min
Leistung: über 600 PS
Laufzeit: über 6.000 km (pro Saison)
Kraftstoffmengenbegrenzer: reglementbedingt 95 kg/h, während Push-to-Pass-Funktion 100 kg/h
- Zylinderblock und Zylinderkopf in Aluminium-Guss aus der BMW Gießerei Landshut
- Kurbelwelle in Stahl
- Vier Ventile je Zylinder, über Schlepphebel betätigt
- Nockenwellen in Stahl, über Zahnräder angetrieben
- Hochdruckdirekteinspritzung, wie bei BMW Serienmotoren mit 350 bar
- Trockensumpfsystem

Witzige Fakten zum P48:

 
- Der Turbolader des P48 drückt 400 Liter Luft pro Sekunde in den Motor – 3.500 Mal so viel, wie ein Mensch atmet.
- Die Kolben beschleunigen von null auf 100 km/h in weniger als einer Tausendstelsekunde – 1.200 Mal schneller als eine Mondrakete.
- Die Wasserpumpe setzt in einer Stunde zirka 18.000 Liter um. Eine Badewanne würde sich so in zirka 20 Sekunden füllen.
- Für die finale Baugruppe des Motors, der aus etwa 2.000 Einzelteilen besteht, wurden 1.005 Zeichnungen angefertigt. Aneinandergelegt bedecken sie den Boden einer 250 Quadratmeter großen Wohnung.

Autor: Andreas Reiners

Fotos: BMW

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