Eines steht vor dem Finale der DTM in Hockenheim schon fest: Ein Fahrer aus Deutschland wird es dieses Jahr nicht, der neue Meister des Deutschen Tourenwagen-Masters. Dabei stammten 13 der 24 DTM-Meister aus dem Heimatland der DTM. Keiner dagegen kam bislang aus Österreich. Es hat sogar 32 Jahre gedauert, bis 2016 mit Lucas Auer ein Österreicher überhaupt mal einen DTM-Lauf gewinnen konnte. Jetzt steht vor dem Finale ein Österreicher an der Tabellenspitze – Thomas Preining (25) aus Linz.
Preining startet für das Manthey-Team im legendären Grello-Porsche 911 GT3 R (4,2-Liter-Sechszylinderboxer). Es wäre also noch eine Premiere: Noch nie stellte Porsche einen DTM-Meister.
Porsche ist für Preining mehr als nur ein Arbeitgeber. Porsche ist sein Karriereretter. Nach zwei Jahren in der Formel 4 unter anderem gegen Mick Schumacher waren Preinings Kassen leer, die Sponsoren trotz Platz fünf in der Meisterschaft nicht mehr spendierfreudig. „Da war es ein Glücksfall, dass Porsche ihn zu einer Sichtung eingeladen hat“, erinnert sich Vater Andreas Preining, früher selbst Motorrad-WM-Pilot.
Eines steht vor dem Finale der DTM in Hockenheim schon fest: Ein Fahrer aus Deutschland wird es dieses Jahr nicht, der neue Meister des Deutschen Tourenwagen-Masters.
Bild: Gruppe C / ADAC

2018 revanchierte sich Thomas Preining mit dem Titel im deutschen Porsche Carrera Cup, auch bei den 24 Stunden von Le Mans war er bereits für Porsche unterwegs – und jetzt eben in der DTM. „Ich denke, Hockenheim sollte dem Porsche liegen“, zeigt sich Thomas Preining zuversichtlich, hält aber zugleich den Ball flach: „Hier werden alle stark sein.“
Allen voran Lamborghini. 2023 haben schon alle sechs Hersteller ein DTM-Rennen gewonnen, aber keiner so viele wie Lamborghini (5): Zwölf Fahrer räumten einen Siegerpokal ab, aber nur Mirko Bortolotti (33) mehr als einen, nämlich drei. Er hat mit seinem von SSR Performance eingesetzten Lamborghini Huracán GT3 Evo2 (5,2-Liter-V10-Sauger) nur zehn Punkte Rückstand auf Preining. „Ich glaube, Mirko holt sich den Titel“, tippt Gottfried Grasser, voriges Jahr noch Bortolottis Teamchef. Seine Begründung: „Er ist gerade unter Druck so unglaublich stark, macht keine Fehler.“
Lamborghini holt für das Finale sogar noch einen Fahrer ins Feld: Andrea Caldarelli (33), wie Bortolotti seit Jahren Werksfahrer für die italienische Edelmarke und ebenso bereits für das Le-Mans-Aufgebot gesetzt.
Dass Bortolotti mit dem 670 PS starken Le-Mans-Auto einen schweren Testunfall hatte, spielt keine Rolle mehr. Am Red Bull Ring hatte er noch Schmerzen, doch jetzt ist ein weiterer Monat verstrichen. Bortolotti wäre der erste italienische DTM-Meister seit Nicola Larini 1993 im Alfa Romeo 155 V6 Ti.
Übrigens: Sowohl Preining als auch Bortolotti sind erst in der aktuellen GT3-Ära in die DTM gekommen.
Theoretisch haben auch noch Ricardo Feller (23) und Sheldon van der Linde (24) Titelchancen. Van der Linde ist der Titelverteidiger, fährt für Schubert einen BMW M4 GT3 (3,0-Liter-R6-Biturbo), hat aber bei noch 56 zu vergebenen Punkten bereits
52 Zähler Rückstand.
Feller (Abt Audi R8 LMS Evo II,5,2-Liter-V10) liegt 31 Punkte zurück.