Der Erfolg einer Rennserie wird oft an den Quoten festgemacht. Und dabei erlebte die DTM eine wilden Achterbahnfahrt durch die erste Saisonhälfte. Der Samstag ist weiterhin ein Sorgenkind, aber auch am Sonntag ging es hoch und runter.
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Mit neuen Tiefpunkten wie mit 350.000 Zuschauern am Samstag am Norisring, dem schwächsten Zuspruch, seit Sat.1 in der vergangenen Saison übernahm. Und das bei einem Norisring-Rennen. Der Sonntag versöhnte dann aber wieder mit 800.000 Zuschauern. Beim zweiten und dritten Event in Zolder und Misano bewegte sich die Quote unter einer halben Million, zuletzt zog der Zuspruch wieder an.
„Es ist nicht ein Grund, da spielen sechs, sieben Sachen ineinander wie Wetter, Urlaubszeit oder Konkurrenzveranstaltungen“, sagt DTM-Chef Gerhard Berger zu AUTO BILD MOTORSPORT. Immerhin: Nach zehn von 18 Rennen ist man auf Vorjahreskurs, liegt wie 2018 im Schnitt bei 0,59 Zuschauern pro Rennen.
Klar: In der heutigen Zeit kann man Stagnation bereits als Erfolg verbuchen, man muss aber auch versuchen, Steigerungen zu erreichen. Sat.1.-Experte Timo Scheider plädiert deshalb bei ABMS dafür, dass es noch mehr Cross-Promotion gibt.
Scheider weiß aber auch: „Warum ist es nicht interessant genug für weitere Formate? Weil die Fahrer nicht bekannt genug sind.“ Und nicht „bunt“ genug. „Man kann das zum Teil verstehen, denn dann bringt das keine Quote. Aber irgendwie müssen die Jungs raus, populärer und interessanter werden. Wir dürfen davor nicht die Augen verschließen. Und die DTM darf sich auch nicht zu wichtig nehmen.“
Wilder Quotenritt in Sat.1
Nach einem Auf und Ab hat sich der Zuschauer-Zuspruch auf Vorjahresniveau eingependelt.
Sat.1 schaut bei der Bewertung vor allem auf den Marktanteil bei der jüngeren Zielgruppe (14-49), vergleicht ihn intern mit Samstagen und Sonntagen, an denen die DTM nicht läuft. Und sieht ihn natürlich auch im Vergleich zur Konkurrenz. Eine „7“ hätte man sehr gerne vor dem Komma, eine „6“ ist das Ziel. Sechsmal klappte das, viermal lag man unter den Vorgaben. Klar ist: Die Zahlen sind in diesem Jahr besonders wichtig, denn der Vertrag mit dem Privatsender läuft aus.
ran-Sportchef Alexander Rösner betonte auf Nachfrage von ABMS: „Die DTM ist ein Herzstück unserer ran-Redaktion. Das ranracing-Team gibt alles, um diesen attraktiven und spannenden Motorsport und seine Protagonisten entsprechend darzustellen.“
Der Aufwärtstrend der Quoten zeige, dass es bei den Sportinteressierten inzwischen auch ankomme, so Rösner: „Wir stehen im Austausch mit der ITR und SAT.1 über eine gemeinsame Zukunft. Aber noch ist noch nichts entschieden.“ Berger bezeichnet die Gespräche als „absolut in Ordnung. Wir haben eine sehr gute Partnerschaft, es läuft sehr kooperativ, und deshalb sind sie der erste Ansprechpartner“, so der 59-Jährige: „Wir sind in den Diskussionen. Mal sehen, was in den nächsten zwei Monaten passiert.“
Die Saison 2019 (Samstag/Sonntag in Millionen und Marktanteil in Prozent):
Hockenheim: 0,82/0,88 MA: 7,1/6,3
Zolder: 0,40/0,52 MA: 6,5/5,4
Misano: 0,47/0,41 MA: 5,6, 4,5
Norisring: 0,35/0,8 MA: 5,1/7,6
Assen 0,54/0,71 MA: 6,2/6,5
Schnitt nach zehn Rennen: 0,59

Von

Andreas Reiners