DTM: News
Wird Aufrecht der DTM gefährlich?

Hans Werner Aufrecht war über 20 Jahre das prägende Gesicht hinter den Kulissen der DTM. Nun könnte er ihr mit einem neuen Projekt Konkurrenz machen.
Bild: Picture-Alliance
Nein, Wut oder Enttäuschung konnte man Hans Werner Aufrecht auf den ersten Blick nicht ansehen. Der 77-Jährige gab sich im Interview mit AUTO BILD MOTORSPORT kämpferisch wie eh und je, professionell. Ja, der Vorstandsvorsitzende der Dachorganisation ITR macht sich Sorgen um die DTM. Die macht er sich aber seit 20 Jahren. Mal mehr, mal weniger.

Noch ein Gesicht der DTM: Hans Werner Aufrecht
Denn wie 'Motorsport-Total.com' berichtet, arbeitet Aufrecht an einer Art Konkurrenzserie zur DTM. Genau: Der Mann, der seit Jahrzehnten das Gesicht der Tourenwagenserie ist und wie ein Löwe für den Erhalt gekämpft hat, sorgt nun offenbar selbst für eine Konkurrenz, deren Auswirkungen noch nicht absehbar sind.

Wohin steuert die DTM in der Zukunft?
Die Gründe für Aufrechts Vorgehen sind vielfältig. Ohne Frage spielt seine Entmachtung bei der Neustrukturierung der ITR eine große Rolle. Im Interview mit ABMS ließ er zudem durchblicken, dass er kein großer Fan der Zugeständnisse für BMW in der vergangenen Saison gewesen ist. „Für die DTM war es der falsche Weg. Wir wollen reinen Sport zeigen. Und da soll keiner einen Vorsprung bekommen“, sagte er.

Mit guten Deals kennt sich Aufrecht aus
Für Aufrecht war es zudem ein Schlag ins Gesicht, dass die Hersteller die Einführung des neuen Turbomotors aus Kostengründen auf frühestens 2019 verschoben haben. Während die japanische Super-GT bereits mit dem neuen Class-One-Reglement fährt und theoretisch bereit für eine Kooperation wäre, steht die von Aufrecht angeschobene und im Rahmen des Comebacks 2012 von BMW gewünschte Internationalisierung in den Sternen.
Denn durch den Motorenbeschluss ist sie um Jahre zurückgeworfen worden, wie Aufrecht im Interview mit AUTO BILD MOTORSPORT betonte. Von der ebenfalls angedachten Kooperation mit den USA ist bereits seit Jahren überhaupt keine Rede mehr.

Muss die DTM wieder spektakulärer werden?
Die Voraussetzung für mehr Markenvielfalt sei, dass genügend Hersteller ein neues Reglement attraktiv fänden, so Aufrecht. „Solange das nicht passiert, wird auch kein neuer Hersteller in die Serie kommen. Die wollen die Chance haben, zu gewinnen. Keiner will sich von den anderen verhauen lassen.“
Es ist aufgrund der angeblichen Pläne nicht auszuschließen, dass sich die DTM nun ausgerechnet von Aufrecht „verhauen“ lässt. Denn angeblich hat Aufrecht bereits intensive Gespräche mit WTCC-Vermarkter Eurosport Events geführt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind diese Pläne zwar erst einmal nur Gerüchte und Spekulationen, denn die DTM-Verantwortlichen äußern sich dazu nicht. Völlig abwegig erscheinen sie nach den Geschehnissen der vergangenen Monate aber nicht.
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