DTM: Preining im Grello auf Titeljagd
Porsche greift nach dem DTM-Titel

Der Grello fährt in der DTM vorneweg. Nach seinem Sieg auf dem Norisring hat Thomas Preining die Tabellenführung inne.
Bild: Gruppe C Photography / ADAC
Das Talent liegt dem Österreicher im Blut Eigentlich ist der Grello der Liebling der Nordschleifen-Fans. Doch jetzt mischt der gelb-grüne Manthey-Porsche auch die DTM auf. Nach seinem Sieg im Sonntagsrennen auf dem Norisring führt der Österreicher Thomas Preining (24) im Porsche 911 GT3 R die Meisterschaft an – und greift nach dem Titel!
Wie ernst es der Mann aus Linz meint, bekommt auch der dreimalige DTM-Meister René Rast (Schubert-BMW/Tabellenplatz sieben) zu spüren. Beim Überholmanöver in der Grundig-Kehre bremst sich der Porsche-Pilot knallhart neben den BMW M4 GT3 und macht kurzen Prozess – inklusive Lackaustausch. „Ich habe mich so spät wie möglich gezeigt, damit René überrascht ist“, erklärt Preining hinterher trocken.

Preining jubelt im Parc fermé über Sieg und die Tabellenführung.
Bild: Gruppe C Photography / ADAC
In der Box jubelt derweil sein Vater Andreas. Er hat seinem Sohn das Motorsport-Gen als langjähriger Motorrad-WM-Pilot quasi in die Wiege gelegt. Doch Thomas entschied sich für vier Räder statt zwei. „Ich hatte als Kind sogar ein Mini-Bike“, verrät er. „Aber das hat mich nie interessiert, was ich im Nachhinein nicht wirklich verstehe. Ein Kart hat mir einfach mehr zugesagt. Und wie es so ist: Am Anfang war es Spaß, dann wird es Ernst, und jetzt ist es mein Beruf. Das ist eine coole Reise, auch wenn es mir auf zwei Rädern bestimmt auch Spaß gemacht hätte.“
So aber schafft er es aus dem Kart über die Formel 4 bis in den Porsche 911. Mehr noch: Preining gehört seit seinen zehn Siegen in 14 Läufen des Deutschen Carrera-Cups 2018 und Platz drei im Supercup (drei Erfolge in zehn Starts, jeweils für Lechner Racing) im selben Jahr zum Werksfahrerkader der Stuttgarter. 2022 holt er – damals noch im Team von Timo Bernhard – den ersten Porsche-Sieg in der DTM, ebenfalls auf dem Norisring.
„Die DTM ist als Serie ein absolutes Highlight“, sagt der Österreicher über seine neue Rennheimat. „Sie war in den letzten Jahren immer ein Wunschziel von mir, und weil Porsche 2022 eingestiegen ist, hat es super gepasst.“

Preining rast im Manthey-Porsche dem Sieg auf dem Norisring entgegen.
Bild: Gruppe C Photography / ADAC
Dabei muss Preining in seinen Duellen mit Spitzenfahrern wie René Rast sein ganzes Können auspacken. „Fahrerisch ist das Level wahnsinnig hoch“, räumt er ein. „Es sind 28 Autos am Start, und über 20 Fahrer sind wirklich Weltklasse. Das ist für mich als Fahrer schon eine andere Hausnummer. Die Ellenbogen werden anders ausgefahren. Das sind im Grunde alles Werksfahrer. Es wird nicht materialschonend gefahren und geht richtig zur Sache.“
In der Meisterschaft hat Thomas Preining nach sechs Rennen zehn Punkte Vorsprung auf Sheldon van der Linde (Schubert-BMW) und 17 auf Ricardo Feller (Abt-Audi). „Das ist großartig, aber am Ende ist es wichtig, nach dem zweiten Rennen in Hockenheim im Oktober ganz vorn zu sein. Das ist das Ziel. Deshalb versuche ich so weiterzumachen.“ Sehr zum Leidwesen von Rast und Co...
TV-Tipp DTM Nürburgring
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