Langweilig wird es mit René Rast nicht. Der Audi-Star feierte im siebten DTM-Saisonrennen am Samstag auf dem Norisring seinen dritten Sieg. Doch normal ist dem 32-Jährigen zu öde. Er sorgt für eine extravagante Show.
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Und das auch noch mit dem verhassten Bayern-Logo. Rast hatte in der vergangenen Woche einen Shitstorm kassiert, weil er mit dem Logo des Fußball-Rekordmeisters auf dem Auto an den Start geht. Er wirbt damit für den Audi Cup, musste sich aber trotzdem einiges anhören.
Der Meister von 2017 würgte beim Start erst den Motor ab, fiel von Startplatz drei ans Ende zurück, profitierte dann von einem frühen Stopp und einem Safetycar und raste anschließend dem 13. Sieg seiner Karriere entgegen.
Rast würgt Auto ab und siegt trotzdem
Pole-Setter Nico Müller erkämpfte sich in der letzten Kurve den zweiten Platz.
Nein, er flog, hatte am Ende 33 Sekunden Vorsprung. Und baute damit die Führung in der Gesamtwertung weiter aus. „Den Start habe ich verpatzt. Das ist mir noch nie passiert. Wir haben Glück gehabt. Das Auto hat von vorne bis hinten gut funktioniert“, sagt Rast. Er hat am Ende 34,4 Sekunden Vorsprung – so viel wie noch niemand zuvor auf dem Norisring.
Rast erklärt sein Missgeschick bei AUTO BILD MOTORSPORT: "Ich wollte dieses mal ein anderes Startprozedere ausprobieren, weil ich so stark durchdrehende Hinterreifen hatte. Ich hab etwas weniger Gas gegeben und die Kupplung zu schnell kommen lassen. Wie im PKW. Da hab ich auch gedacht: Du Volldepp!"
Der Audi-Pilot führt nach sieben von 18 Rennen nun mit 118 Punkte auf dem Konto. Erster Verfolger ist Nico Müller, der Zweiter wurde und 97 Punkte hat. Mit auf dem Podium stand BMW-Pilot Joel Eriksson. Vierter wurde Loic Duval im Audi vor Bruno Spengler (BMW).
Jubel gab es bei Aston Martin: Der DTM-Neuling fuhr mit taktischem Geschick und Glück gleich mit drei Autos in die Punkte. Daniel Juncadella wurde Sechster, Jake Dennis Neunter und Ferdinand von Habsburg Zehnter. Philipp Eng (BMW) sammelte im Titelkampf als Sechster ebenfalls Punkte, er ist mit 89 Punkten Gesamtdritter. Lokalmatador Marco Wittmann fuhr im BMW auf den siebten Platz.
Für Timo Glock geht die Krise indes munter weiter: Der BMW-Pilot setzt auf eine verkorkste Saison einen vorzeitigen Ausfall drauf, er drehte sich nach einem Schubser seines Markenkollegen Sheldon van der Linde raus. „Ich will dem Sheldon keine Vorwürfe machen, er ist Rookie und zum ersten Mal am Norisring. Das passiert. Es tut aber weh, es ist schade“, sagte Glock. „Ich habe es nicht verlernt, der Speed war immer da. Das Glück war nie auf unserer Seite. So ist der Rennsport. Es gibt so Jahre, in denen einfach gar nichts zusammenläuft. Da muss man durch.“
Ergebnis Rennen Samstag:
1: R. Rast (Audi)
2: N. Müller (Audi)
3: J. Erkiksson (BMW)
4: L. Duval (Audi)
5: B. Spengler
6: D. Juncadella (Aston Martin)
7: P. Eng (BMW)
8: M. Wittmann (BMW)
9: J. Dennis (Aston Martin)
10: F. Habsburg (Aston Martin)
11: J. Green (Audi)
12: P. di Resta (Aston Martin)
13: J. Aberdein (WRT)
Ausgefallen:
- S. van der Linde (BMW)
- R. Frijns (Audi)
- M. Rockenfeller (Audi)
- T. Glock (BMW)
- P. Fittipaldi (WRT)
Tabellenstand:
1: Rast 118 Punkte
2: Müller 97
3: Eng 91
4: Wittmann 72
5: Rockenfeller 51
6: Duval 51
7: Spengler 50
8: Frijns 45
9: Eriksson 43
10: Van der Linde 25