DTM: Rast versus Müller

DTM: Rast versus Müller

Titelkampf zweier Stehaufmänner

René Rast und Nico Müller gehen als aussichtsreichste Titelkandidaten in das DTM-Finale in Hockenheim. Dabei sind die beiden sich gar nicht so unähnlich
Eigentlich haben beide schon gewonnen. René Rast (34) und Nico Müller (28) sind zwei Verlierer, aus denen Sieger wurden. Am Wochenende geht es nun um den DTM-Titel. Sat.1 überträgt am Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr.
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Es ist ein Duell auf Augenhöhe. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das auch im Kopf entschieden wird. Gewiss: Auf den ersten Blick ist René Rast der große Favorit: 19 Punkte Vorsprung, amtierender Meister. Mit einem weiteren Rennsieg würde er zudem Mattias Ekström (25 Siege) einholen und wäre erfolgreichster Audi-Pilot in der Geschichte der DTM. Zum Titel würden ihm sogar zwei zweite Plätze reichen.
Rasts Motto vorm Finalwochenende und den letzten beiden Rennen mit den mehr als 600 PS starken Class-1-Prototypen der DTM: „Aller guten Dinge sind drei“, so der Pilot des Teams Rosberg zu F1-Insider.com. „Einen dritten Titel hat außer Bernd Schneider und Klaus Ludwig niemand geschafft, das ist mein Ziel.“

Nico Müller und René Rast

©Audi

Aber Nico Müller darf man nicht abschreiben. Sein Motto: „Volle Attacke! Wir starten das erste Mal in dieser Saison in der Verfolgerrolle in ein Wochenende. Sonst waren wir immer die Gejagten. Das hat auch etwas Positives. Es gibt nur eine Richtung.“ Müller ist ein Stehaufmännchen. Im hart umkämpften Formelsport kam er bis in die Formel-3.5-V8, aus der Sebastian Vettel in die Formel 1 aufgestiegen ist. Nur die letzte Stufe der Leiter hat Müller nicht erklimmen können. Er fühlte sich als Verlierer – und wechselte in die Tourenwagen der DTM. Dort wurde der Pilot des Teams Abt nun zum Gewinner.
Rast fiel drei Mal durch DTM-Sichtung
Kurios: Auch Rast scheiterte im Formelsport. Für ihn war sogar schon nach der Formel BMW Schluss. Über drei Meistertitel im Porsche Supercup und einen im ADAC GT Masters raste er zurück ins Rampenlicht. Und trotzdem wurde er von Audi bei DTM-Sichtungen seit 2012 gleich drei Mal abgelehnt – weil er als zu langsam galt!
Rast: „Ich habe mich oft gefragt, was ich falsch gemacht habe, dass ich mich nicht zeigen durfte. Durch Titelgewinne habe ich gezeigt, dass ich das Zeug dazu habe. Aber jedes Jahr zu hören, dass man mich nicht braucht, war hart. Doch das hat mich stärker gemacht. Vielleicht war es deshalb gar nicht so schlecht.“
Sein Manager Dennis Rostek räumt ein: „René ist nicht unbedingt ein Naturtalent.“ Aber: „Er ist ein Malocher! Er arbeitet intensiver als jeder Ingenieur.“ Dazu gehört intensives Simulator-, Daten- und Videostudium. Rast zu F1-Insider.com: „Der Erfolg kommt nicht vom Himmel geflogen. Ich weiß, wie viele Stunden Arbeit er mich kostet. Es gibt keinen Tag, an dem die DTM nicht stattfindet. Das fängt mit einem einfachen Telefonat an: Wenn ich in die Daten schaue – was viele Fahrer nach dem Rennen gar nicht machen – und mir Gedanken kommen, die ich weiter ans Team gebe. Das Set-up und den Fahrstil zu verändern, macht mir wahnsinnig Spaß. Ich pushe jedes Detail bis zum Maximum.“
Ähnlich tickt Nico Müller. „Er verbringt sehr viel Zeit vor dem Computer“, verrät sein Abt-Teamkollege Robin Frijns, „während ich mir diese Kurven und Grafiken nie länger als eine Stunde ansehen kann.“
Eine weitere Gemeinsamkeit: ein idyllisches Familienleben. Rast wurde 2016 Vater von Sohn Liam, Müllers Partnerin Victoria bekam in diesem Jahr Sohn Fynn. „Das macht mich happy und happy Menschen performen“, sagt Müller.
Und dann fahren die beiden auch noch Formel E. Rast hat sein Audi-Cockpit für 2021 sicher und auch Müller wird wohl bei Dragon an Bord bleiben. Doch das ist Zukunftsmusik.
Jetzt geht es erstmal um den DTM-Titel. Die akribische Vorarbeit läuft längst.

Fotos: Audi

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Hockenheimring

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