DTM: Alle Meisterautos von 1984 bis heute

DTM: René Rast im Interview

„Keine Ahnung von Motorsport!“

René Rast ist zum dritten Mal DTM-Meister. Das sagt er über seine dritte Saison mit Meisterpokal am Ende
Gratulation René Rast zum DTM-Titel 2020. Wie klingt das?
Sehr gut, um ehrlich zu sein. Wenn mir das jemand vor fünf oder sechs Wochen gesagt hätte, hätte ich gesagt: Er hat keine Ahnung von Motorsport. Ich meine, ich bin nach Zolder gefahren in dem Glauben, die Meisterschaft sei für mich vorbei. Verrückt, denn seitdem haben wir einen Lauf. Und auch beim Finale ist mein Auto geflogen. Das Rennen war sehr emotional und ich hatte Probleme mich zu fokussieren, weil mir so viel durch den Kopf gegangen ist. Ich musste mich wirklich zwingen, mich auf die Kurven zu fokussieren und nicht zu sehr an diese verrückte Saison zu denken. Danke auch an meine Jungs vom Team Rosberg: Drei Meisterschaften und ein Vize-Titel in vier Jahren; das ist schon außergewöhnlich!
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Sie haben jetzt drei Titel wie Klaus Ludwig, Sie sind bester Audi-DTM-Fahrer aller Zeiten und haben damit Mattias Ekström überholt. Das sind DTM-Legenden. Sind Sie nun auch eine?
Keine Ahnung. Ich bin jetzt tatsächlich der drittbeste DTM-Fahrer nach Bernd Schneider und Klaus Ludwig. Aber um eine Legende zu sein bin ich noch zu jung.

René Rast

©Audi

Vergleichen Sie doch mal Ihre drei Titel!

Der erste war 2017 der überraschendste Titel. Keiner hat den erwartet. Auch ich nicht. Deshalb war auch der sehr emotional für mich. 2019 war irgendwie nicht so emotional, weil wir dominiert und den Titel damit erwartet haben. Dieses Jahr nach Problemen zu Beginn der Saison so stark zurückzukommen und beim Finale um den Titel zu kämpfen ist immer etwas Besonderes. Und die Saison nach dieser Achterbahnfahrt noch mit einem Sieg abzuschließen ist wie die Kirsche auf der Torte. Weil mir dann auch noch bewusst wurde, dass es die letzten Runden in diesen Class-1-Autos werden, wurde ich ein wenig emotional.
Zu Recht: Als Meister 2017, Vize 2018, Meister 2019 und 2020 haben Sie eine Ära geprägt.
Das ist ein Phänomen, das mich seit 2005 begleitet. Ich habe seitdem viele Meisterschaften oder 24-Stunden-Rennen gewonnen. Klar ist aber: Der Erfolg kommt nicht vom Himmel geflogen, ich weiß, wie viele Stunden Arbeit er mich kostet. Jeder, der denkt, ich setze mich ins Rennauto, fahre ein bisschen im Kreis, steige wieder aus und denke dann ans Privatleben, der liegt falsch. Es gibt keinen Tag, an dem die DTM nicht stattfindet. Das fängt mit einem einfachen Telefonat an: Wenn ich in die Daten schaue – was viele Fahrer nach dem Rennen gar nicht machen – und mir Gedanken kommen, die ich weiter ans Team gebe. Das Set-up und den Fahrstil zu verändern, macht mir wahnsinnig Spaß. Ich pushe jedes Detail bis zum Maximum. Mein Arbeitsgen ist sehr ausgeprägt.
Würden Sie sich also als Motorsport-„Freak“ bezeichnen?
Als Freak nicht, aber als Perfektionist. Wenn ich weiß, wie die perfekte Runde funktioniert, versuche ich, sie immer wieder abzurufen.
Nächstes Jahr geht die DTM mit GT3-Autos weiter. Sie fahren auf jeden Fall in der Formel E. Können Sie sich auch eine Zukunft in der neuen DTM vorstellen?
Ja, durchaus. Man muss jetzt natürlich abwarten, ob es Überschneidungen mit der Formel E gibt. Aber ich kann mir das generell schon vorstellen, auch wenn die DTM nicht mehr das Gleiche sein wird: Die GT3-Autos sind langsamer, haben ABS, Traktionskontrolle. Es gibt keinen stehenden Start mehr und sicherlich auch einige Fahrer, die sonst nicht in die DTM gekommen wären.

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Fotos: Audi

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