Timo Glock war komplett ratlos. 13. Platz im Samstagsrennen in Brands Hatch. Zu weit weg von der Musik. Null Punkte. Wieder so ein kleiner Rückschlag im Titelkampf der DTM. Der BMW-Pilot bei AUTO BILD MOTORSPORT: „Ich habe keine Ahnung, wo wir am Anfang während der Slowzone die ganze Zeit verloren haben. Ich kann es nicht erklären. Später kam auch noch ein massives Untersteuern hinzu. Auch da habe ich keine Ahnung, warum. Anscheinend haben wir heute irgendwas übersehen.“
Immerhin war Glock von Startplatz sieben aus ins Rennen gegangen. In der Hoffnung, etwas vom Rückstand auf den vor ihm gestarteten Gesamtspitzenreiter Gary Paffett aufholen zu können. „Stattdessen ist er größer geworden“, so Glock.
BMW
Am Samstag verpasst Timo Glock die Punkte klar
Er hat weiterhin 101 Zähler auf dem Konto. Einen mehr als sein Teamkollege Marco Wittmann. Die letzten beiden Titelkandidaten, die nicht in einem Mercedes sitzen. Doch auch der zweimalige Meister zuckt mit den Schultern. Er holte als Neunter immerhin zwei Zähler. Doch auch das ist zu wenig. „Es ist unerklärlich, warum wir in der Slowzone so viel Zeit verloren haben. Das müssen wir analysieren. Die Strategie wäre eigentlich gut aufgegangen“, sagt Wittmann zu ABMS: „Es kann im Titelkampf aber noch viel passieren.“
Das Problem des BMW-Duos: Die Stuttgarter sind weiter dominant, holten durch Daniel Juncadella den siebten Sieg im elften Rennen. Lucas Auer fährt als Dritter ebenfalls auf das Podium, Paffett reicht sogar ein durchwachsener sechster Platz, um seine Führung auszubauen.

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Bedeutet für die Gesamtwertung: Inzwischen gibt ein Mercedes-Quartett den Ton an. Paffett führt mit 156 Punkten vor Paul di Resta (121), Auer (106) und Edoardo Mortara (101). Glock: „Wir hatten am Anfang viel Glück. Im Moment läuft es etwas gegen uns. Hoffentlich kommt es am Sonntag zurück. Das wäre gut.“ Die Devise: „Heute Abend schauen, ob wir noch etwas finden und dann schauen, was das Wetter macht. Regen ist angesagt. Dann wird es nochmal etwas ganz anderes.“
Mercedes
Lucas Auer neben Tagessieger Daniel Juncadella (li.)
Mittendrin im Titelkampf ist nun auch wieder Auer. Der 23-Jährige hadert sogar ein wenig mit Platz drei. Auer bei ABMS: „Klar freue ich mich. Aber ich habe das Rennen angeführt, auf einer Strecke, auf der man nicht überholen kann. Da kann man eher ein bisschen verbittert sein.“ Was den Titelkampf angeht, weiß er: „Ich muss mit dem Gewinnen anfangen. 28 Punkte wie jetzt bei Daniel Juncadella mit dem Sieg und der Pole - das hilft einfach. Da kann man sogar mal Mist bauen. Aber wenn du immer Dritter oder Vierter wirst, darfst du dir keine Fehler erlauben.“
Dass es zu Paffett noch 50 Punkte sind, ist dem Österreicher sowieso egal. „Das ist nicht so schlimm. Wenn du einmal eine Serie hast, dann machst du Boden gut. Und früher oder später kommt für jeden Fahrer auch noch der Druck“, sagte Auer. Und erinnert an 2017, als er seinen Vorsprung verspielte. Deshalb sagt er auch: „Kurz vor Hockenheim sollte man auf die Tabelle schauen, vorher bringt es nichts.“ Doch natürlich warf er einen Blick drauf. Vier Mercedes-Fahrer auf den ersten vier Plätzen. Auer mit einem Augenzwinkern: „Jetzt fängt der Krieg der Sterne an.“