DTM-Zwischenbilanz
Eine Frage des Alters?

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Junge Fahrer in alten Autos auf den besten Plätzen: Der Generationswechsel in der DTM zeigte sich in Oschersleben besonders kurios.
"Sehr enttäuscht!" Viel mehr war in Oschersleben von Mika Häkkinen (38) nach dem zweiten DTM-Lauf 2007 nicht zu hören. Der "fliegende Finne" war abgestürzt wie selten. Gegen einen gerade mal 23 Jahre alten Burschen, den Häkkinen bis zu diesem heißen Rennwochenende in der Magdeburger Börde wohl noch nie richtig zur Kenntnis genommen hatte: Mike Rockenfeller. Dieser deutsche DTM-Neuling war schon im Qualifying die Sensation.
Alt vor neu?

Hinter Häkkinens nagelneue $(LA59843:Mercedes C-Klasse des Jahrgangs 2007)$ hatte Rockenfeller seinen aus der 2006er Saison stammenden Audi A4 auf Startplatz zwei bugsiert. Sonntags beim Rennen beschleunigte "Rocky" dann Big-Mika, der immerhin zweimal Formel-1-Weltmeister im Duell mit Schumi wurde, auf dem Weg zur ersten Kurve auch noch locker aus. Und quetschte sich später, kurz vorm Ziel, mit einer beherzten Rempelattacke am großen alten Mercedes-Mann vorbei auf Rang drei. Oben auf dem Podest traf der extrabreit grinsende Rockenfeller auf zwei Kollegen, welche die gleichen Eigenheiten vorzuweisen hatten wie er: ein altes DTM Auto und selber jung an Jahren. Sieger Gary Paffett ist zwar schon 26 und war 2005 bereits DTM-Champ, aber der Brite aus der Mercedes-Truppe ist auch einer der neuen Fahrergeneration.
Darf's noch ein bißchen älter sein?

Was muss man auf die Waage bringen?
Wann schlagen die "alten" Männer zurück?

Und die große Frage lautet: Kommt dort der große Konter der alten Mercedes-Männer mit ihren neuen, mittlerweile ziemlich leichten C-Klassen? Doch das hängt nicht allein von Mika Häkkinen und dem ebenfalls schwer in Gang kommenden Titelverteidiger Bernd Schneider (42) ab. Denn: Die neue C-Klasse ist super schnell, aber sie hält noch zu wenig. Schneider bremste eine defekte Servolenkung in der Qualifikation (nur Platz zehn). Bei Mercedes-Darling und Titelanwärter Bruno Spengler trat dieser Defekt nach Hockenheim nun wieder im Rennen auf. Wo Schneider in Oschersleben von Kupplungsproblemen gebremst wurde. Sonst wäre für den DTM Rekordsieger mehr drin gewesen als P6 und drei Pünktchen. "Ich bin überzeugt, dass das erfolgreichste Team der DTM überhaupt das in den Griff kriegt."
Gewohnt stark und cool stellt sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug noch vor die Mannschaft von HWA, die die 2007er C-Klassen von Schneider, Häkkinen, Spengler und Green entwickelte, baute und einsetzt. Und Bernd Schneider bleibt trotz seines Sieben-Punkte-Rückstands unverdrossen kämpferisch: "Meine Titelchancen sind noch vollständig intakt." Ob Altersgenosse Mika Häkkinen nach bisher zwei Nullrunden auch noch so denkt? Auf seine Antwort sind nicht nur wir sehr gespannt.
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