Neue Elektroautos sind nur in Deutschland unbeliebt: Wie aktuelle Zulassungszahlen aus Europa zeigen, gingen die Verkäufe von Batteriefahrzeugen in anderen europäischen Ländern deutlich weniger stark zurück als hierzulande. In vielen Ländern sind sie im ersten Halbjahr 2024 sogar gestiegen. Umgekehrt wurden mehr Plug-in-Hybride (PHEV) in Deutschland verkauft, bei unseren Nachbarn hingegen weniger. Was steckt dahinter?
So sieht die Statistik im Detail aus: Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2024 in Europa (Euroraum) fast eine Million Elektroautos sowie knapp eine halbe Million Plug-in-Hybride neu zugelassen. Damit wuchs der Anteil der reinen Batteriefahrzeuge am Gesamtbestand um 1,3 Prozent. Das ist zwar relativ wenig, zeigt aber einen Trend nach oben. Der Anteil der PHEV sank parallel um 0,4 Prozent. In Frankreich z.B. stiegen der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen um 14,9 Prozent (PHEV: minus 5,9 Prozent). Spitzenreiter ist Norwegen: 48,9 Prozent Absatz-Plus für Elektroautos, 88 Prozent aller neuen Autos sind elektrifiziert! Der Markt für Plug-in-Hybride sackte dagegen um 59,1 Prozent ab.

Die besten E-Autos bis 48.000 Euro

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Anderswo weiterhin Förderung für Elektroautos

So würde man es allgemein erwarten, da die Steckdosen-Hybride als Übergangstechnologie gelten, die mit steigender Reichweite vollelektrischer Autos überflüssig werden. Hat das in Deutschland noch keiner erkannt? Denn schaut man auf den größten Markt Europas, verteilt sich die Statistik folgendermaßen: Die Zulassungszahlen neuer E-Autos sanken hierzulande im ersten Halbjahr 2024 um mehr als 16 Prozent (auf 184.125 Stück), die von PHEV dagegen stiegen um 13,3 Prozent auf 89.549 Einheiten.
Mercedes S 580 e 4Matic lang
Die aktuelle Mercedes S-Klasse gibt es in vier Plug-in-Hybrid-Versionen. Der 580 e 4matic verfügt über üppige 510 PS Systemleistung, damit kann die Luxuslimousine in minimal 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Ist das mit der Abschaffung der Elektroauto-Förderprämie zu erklären? Nur zum Teil, meint der Automarkt-Analyst Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts in Bochum. "In anderen europäischen Ländern gibt es noch Förderung." So erhalten Elektroauto-Käufer in Frankreich weiterhin den "Bonus Ecologique" von 5000 Euro für ein neues E-Auto bis 40.000 Euro Nettopreis, sogar elektrische Gebrauchtwagen werden mit 1000 Euro gefördert. In Italien gibt es bis zu 7500 Euro für ein neues E-Auto.

Mehr Premium-Modelle in Deutschland

Ein weiterer Faktor ist laut Dudenhöffer schlicht und einfach der Modell-Mix innerhalb der Neuzulassungen der jeweiligen Staaten: "In Deutschland werden anteilsmäßig erheblich mehr Autos von BMW, Mercedes und anderen Premium-Herstellern zugelassen, von denen viele Plug-in-Hybride sind." In anderen Ländern würden dagegen deutlich mehr kleine Autos verkauft, von denen viele nicht als PHEV angeboten werden.