Test-Ergebnisse: E-Falträder

Test-Ergebnisse: E-Falträder

E-Bike-Klappräder: Test

Sieben Falträder im Check

Wer baut das beste Faltrad für den Kofferraum? AUTO BILD hat sieben Modelle mit E-Motor zum Preis von 1100 bis 3200 Euro verglichen. Die Test-Ergebnisse!
Mit dem Modewort "Megatrend" sollte man vorsichtig sein. Doch für E-Bikes trifft es ins Schwarze. Das Fahrradgeschäft wird buchstäblich elektrisiert. Seit Jahren steigen die Zuwachsraten für  Drahtesel, die von einem E-Motor unterstützt werden, rasant. Für 2018 meldete der Zweirad-Industrie-Verband ein Plus von 36 Prozent, insgesamt wurden knapp eine Million neue E-Bikes verkauft. Goldgräberstimmung! Waren es anfänglich überwiegend Touren- und Cityräder, bei denen ein E-Motor für zusätzlichen Vortrieb sorgte, hat der Boom inzwischen alle Segmente erfasst: Ob Mountainbikes oder Rennräder, ob Cruiser oder Hipster-Velo – fast alle Fahrradgattungen gibt es inzwischen in einer Pedelec-Version. Das steht für "Pedal Electric Cycle" (Pedal-elektrisches Fahrrad) und bezeichnet ein Rad, bei dem die Muskelkraft des Fahrers per Elektromotor bis 25 km/h unterstützt wird.

Fahrradträger? E-Klappräder passen perfekt in den Kofferraum

Eine geniale Erfindung: Auch untrainierte Fahrer können längere Strecken absolvieren – entspannt und schweißfrei. Für Autofahrer besonders interessant sind Modelle, die in den Kofferraum passen. Die Industrie baut schon seit Jahren faltbare Pedelecs. Zusammengeklappt sind sie selbst in Kleinwagen perfekte Begleiter für Pendler: Bis an den Stadtrand mit dem Auto, dann weiter auf dem Radweg oder durch den Park. Und wenn es auf dem Rückweg regnet, lassen sich Falträder auch bequem in Bus und Bahn transportieren. Bequem? Na ja, die meisten Elektro-Klappfahrräder liegen deutlich über der 20-Kilo-Gewichtsgrenze und sind damit für einen lockeren Umgang viel zu schwer. Deshalb hat AUTO BILD für diesen Vergleichstest sieben aktuelle Exemplare ausgewählt, die laut Hersteller weniger als 20 Kilo wiegen. Und natürlich haben wir nicht nur das Gewicht nachgeprüft, sondern auch Fahreigenschaften und Handhabung. Bei welchem Klapprad klappt's am besten? Die Punktewertung im Detail finden Sie in der Bildergalerie.

So hat AUTO BILD getestet

Praktisch: Zusammengeklappt passen die Falträder in jeden Kofferraum!

Jedes Rad hat AUTO BILD ausführlich im Alltag unter vergleichbaren Bedingungen gefahren. In der Rubrik Unterstützung haben wir bewertet, welches Rad das Fahren am meisten erleichtert. Dabei kam es auf spontanes und maximales Unterstützen, harmonisches Regeln der Kraft und die Zahl der Fahrmodi an. Bei den Fahrgeräuschen interessierte uns das Summen von Motor und Getriebe, der Freilauf und Klappergeräusche. Die Reichweite haben wir bei vergleichbaren Witterungsbedingungen auf flachen Strecken mit glatter Oberfläche ermittelt. Bedienungsmöglichkeiten und Display wurden höher bewertet als Bedienung per Smartphone. Die Bremsen mussten sich in den Punkten Leichtgängigkeit, Dosierbarkeit und Wirkung bewähren. In der Rubrik Komfort zählten die Federungseigenschaften von Reifen, Zusatzfederung und Sattel, Sitzposition und Lenkergriffe.
Beim Fahren mit leerem Akku prüften wir, wie leicht das Treten fällt, wenn der Motor aus ist. Wichtig: der Faltmechanismus. Wie intuitiv und schnell funktioniert das Ein- und Ausklappen? Beim Faltmaß haben wir die Minimalwerte für Höhe, Breite und Tiefe ohne Sattel gemessen, diese dann multipliziert. Bei den Verstellmöglichkeiten von Sattel und Lenker gab es Punkte für vorhandene Skalen.
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Sieben E-Bike-Klappräder geprüft: Testergebnisse

Platz 1: Fischer FR 18: Hier ist gutes Rad nicht teuer
Das Fischer FR 18 wiegt 19,8 Kilo und hat einen entsprechend stabilen Rahmen. Der spontane und kräftige Hecknabenmotor macht an der Ampel Spaß, unterstützt aber stets etwas länger, als es sich der Fahrer wünscht. Bei mehr als 25 km/h regelt der Motor unsanft ab. Lobenswert: die enorme Reichweite und die Serienausstattung mit Gepäckträger, Schutzblechen, Licht und Info-Display, das alles für sehr faire 1199 Euro. Unterm Strich leistet sich das Fischer FR 18 keine gravierenden Schwächen, gewinnt auch deshalb die Eigenschafts- und die Gesamtwertung.
Gesamtpunktzahl:
335/400 Punkte, Urteil: sehr empfehlenswert
Platz 2: Gocycle GX: Auffälliges Luxusbike mit kräftigem Klang
Design und Lackierung sorgen beim Gocycle GX für neugierige Blicke. Das hochwertige Briten-Bike glänzt mit simplem Faltvorgang und cleveren Details. Smart auch die App mit allen Infos und selbst definierbaren Fahrmodi. Leider lassen sich beim Fahren die Modi nicht immer spontan wechseln. Die rau klingende Motor-Getriebe-Einheit passt nicht zum wertigen Gesamteindruck. Der Motor zieht kräftig, aber immer erst nach einer Pedalumdrehung. Gut: der rote Powerknopf für maximale Unterstützung.
Gesamtpunktzahl: 292/400 Punkte, Urteil: empfehlenswert
Platz 2: BBF Monaco: Viele Gänge, wenig Schwächen
Das BBF Monaco unterstützt spontan, hört aber nicht spontan auf, wenn der Fahrer nicht mehr tritt. Bei Bedarf ermöglicht "Pseudo-Treten" das Fahren ohne Krafteinsatz. Wer auch selbst in die Pedale tritt, hat einen guten Aktionsradius. Bei leerem Akku erleichtern die Kettenschaltung mit 20 Gängen und 17,5 Kilo Fahrradgewicht die Weiterfahrt. Ein Info-Display fehlt. Die Bremsen verlangen etwas mehr Kraft, das gilt leider auch für die Knebelverschlüsse für Lenker und Sattel. Sehr gut: der abschließbare, leicht abnehmbare Akku. Und das alles zu einem fairen Preis von knapp 2000 Euro.
Gesamtpunktzahl: 292/400 Punkte, Urteil: empfehlenswert
Platz 4: Brompton Electric: Klassiker aus England mit enormer Reichweite
Beim Brompton Electric verursachen Riemen im Planetengetriebe eine turbinenartige Geräuschkulisse, die beim Treten stets präsent ist. Dazu passt der kräftige Zug des Vorderrads, der vor allem an der Ampel für zügiges Loskommen sorgt. Einmal Schwung geholt, rollt das Brompton extrem leicht durch die Stadt. Der große Akku ermöglicht enorme Reichweiten, klappert aber auf schlechten Radwegen. Das handliche Faltmaß entschädigt für den gewöhnungsbedürftigen Mechanismus. Den nicht abschließbaren Akku muss man mitnehmen. Praktisch: der Verstellbereich des Sattels und USB-Anschluss in der Akkutasche.
Gesamtpunktzahl: 273/400 Punkte, Urteil: empfehlenswert
Platz 5: Vello Bike+: Tolle Technik, beim Falten braucht man Geduld
Das Vello Bike+ ist anders: Zahnriemen, Neigungssensor und Steuerung per App versprechen ein innovatives Fahrerlebnis. Der Motor hat ausreichend Kraft und regelt etwas zu früh ab. Dabei arbeitet der hintere Radnabenmotor immer wunderbar leise. Dumm nur, dass der laute Freilauf die Ruhe beim Rollen stört. Ärgerlich auch: Über 25 km/h und bei leerem Akku wird das Treten unverhältnismäßig schwer. Sehr gut: die Bremsen und die Energierückgewinnung. Beim Rückwärtstreten wird der Motor zum Generator und lädt den Akku. Das Falten ist kompliziert, das Faltmaß für den Aufwand nicht sonderlich kompakt.
Gesamtpunktzahl: 270/400 Punkte, Urteil: empfehlenswert
Platz 6: SXT Velox: Minimalist. Aber wann ist klein zu klein?
Kleines Faltrad zum kleinen Preis – hört sich gut an. Dank kleiner 16-Zoll-Reifen kurvt das SXT Velox flink und wendig durch die Stadt. Nicht so flink reagiert der Motor, der nur mit Verzögerung seine Arbeit aufnimmt, dann aber gut anschiebt. Leider auch, wenn der Fahrer das angeschaltete Bike mal schiebt. Weil die Pedale mitdrehen, schießt es wie ein durchgehendes Zwergpony nach vorn – echt gefährlich. Entschieden zu klein am SXT Velox: der Verstellbereich des Sattels, die Reichweite und der Akku. Der klappert bei Unebenheiten im Rahmen. Eine Nummer zu groß dagegen das nur durchschnittliche Faltmaß und das überraschend hohe Gewicht.
Gesamtpunktzahl: 266/400 Punkte, Urteil: bedingt empfehlenswert
Micro E-Bike: Ein leichter Prototyp mit Luft nach oben
Nur 14,2 Kilo sichern dem ab September erhältlichen Micro E-Bike fünf Sterne beim Gewicht. AUTO BILD konnte es exklusiv schon mal testen. In allen anderen Kategorien kann das Vorserienmodell noch nicht mithalten. Eine kleine Powerbank am Lenker versorgt den Motor mit Strom, hat aber nur wenig Kapazität. Die E-Maschine spricht spontan an, entwickelt aber wenig Power. Darum eignet sich das 16-Zoll-Bike nicht für längere Strecken. Da ist heftiges Strampeln mit angewinkelten Beinen angesagt. Auch Bremsen und Faltmaß haben noch Luft nach oben. Gut: Lenker und Sattelstange sind verstellbar und haben eine Skala.
Gesamtpunktzahl: 250/400 Punkte, Urteil: bedingt empfehlenswert
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Test: E-Bikes zum Mitnehmen

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Autoren: , Michael Struve

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