Elektro-Scooter im Vergleich (2019)

Elektro-Scooter im Vergleich (2019)

E-Scooter: Test (2019)

Elektro-Scooter im Vergleich

E-Scooter fahren voll im Trend: Nervige Staus und Parkplatzsuche spielen mit ihnen keine Rolle. AUTO BILD hat mit der DEKRA sieben Modelle getestet!
Wieselflink huschen sie über die Bürgersteige. Die wendigen E-Scooter gehören in vielen Ländern schon zum Straßenbild. Bei uns noch vereinzelt und meist illegal unterwegs, sollen die praktischen Fahrzeuge bald mit dem Segen des Gesetzgebers den letzten Kilometer Richtung Arbeitsplatz übernehmen. Die kompakte und faltbare Bauweise vieler E-Scooter erlaubt die Mitnahme in Bus und Bahn oder das Verstauen im Kofferraum und ermöglicht so das einfache Kombinieren verschiedener Verkehrsmittel. Die Idee: erst mit dem Auto oder der Bahn, dann den Rest mit dem Roller fahren. Last Mile, also letzte Meile, nennen das die hippen Pendler. Maximal Tempo 20 ist bei uns für die Elektrokleinstfahrzeuge geplant. Ein Helm muss nicht sein, ein Versicherungskennzeichen schon. Rund 40 Euro kostet die Haftpflichtversicherung für ein Jahr. Das Nummernschild ist ein kleiner Aufkleber am Heck, man bringt ihn selbst an. Mehr braucht es nicht fürs Roller-Glück!
Alle Infos zum Thema: E-Scooter Zulassung

Sieben E-Scooter mit DEKRA getestet

Am 17. Mai 2019 fällt die Entscheidung im Bundesrat. Dann sollen E-Scooter legalisiert werden.

Zusammen mit der DEKRA, den meisten als Prüforganisation für die alle zwei Jahre notwendige Hauptuntersuchung bei Autos bekannt, haben wir uns sieben unterschiedliche Roller angesehen. Drei von ihnen besitzen sogar schon eine Straßenzulassung: der Moover von Metz und der BMW X2City über eine nationale Ausnahmegenehmigung, zu erkennen am kleinen Klebekennzeichen. Der Maxx Sport von Scuddy als Leichtfahrzeug L1e mit Sattel, dem konventionellen Mofa-Kennzeichen und maximal Tempo 25. Alle anderen Roller im Test sind noch ohne Zulassung.
Fazit: Spielen Geld und Handlichkeit keine Rolle, dann ist der stabile BMW X2City eine gute Wahl. Wer es kompakter braucht, fährt mit dem Egret-Ten und dem Moover besser. Selbst der Si.o von Uebler macht es bis aufs Bremsen gut, wird aber ohne Umbauten keine ABE erlangen. Bisher dürfen nur Metz Moover, BMW X2City und der Maxx Sport von Scuddy auf der Straße gefahren werden. Erforderlich dafür: eine Haftpflichtversicherung und ein Kennzeichen.

So hat AUTO BILD getestet

Getestet wurde auf dem Lausitzring, dem Testgelände der DEKRA in Brandenburg, rund 130 Kilometer südlich von Berlin. Die Sachverständigen der Prüforganisation ermittelten die Bremswege und Höchstgeschwindigkeiten der E-Tretroller, die Reichweite und das Fahrverhalten beurteilten die Tester von AUTO BILD. Mit allen sieben Rollern ging es dafür auf die Rennstrecke des Lausitzrings.
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Elektro-Scooter im Vergleich (2019)

Rechtslage zu E-Scootern

Am 17. Mai hat der Bundesrat den Weg für die bisher zumeist noch illegalen E-Scooter frei gemacht. Schon bald dürften die Elektroroller dann legal auf den Straßen unterwegs sein. Nach aktuellem Stand benötigen E-Tretroller eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Elektrokleinstfahrzeuge und dafür Vorder-, Brems- und Rücklicht, Rückstrahler sowie zwei unabhängige Bremsen – aber keine Blinker und Rückspiegel. Erlaubt ist maximal Tempo 20, eine Helmpflicht besteht nicht. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren. Gefahren werden soll mit den E-Rollern auf Fahrradwegen und Radstreifen, notfalls auch auf der Straße. Gewegen sollen tabu sein. Vorsicht, nur mit Zulassung besteht ein Versicherungsschutz! Wird ein Fahrer im öffentlichen Verkehr mit einem Elektro-Scooter ohne Zulassung erwischt, drohen Geldbuße, ein Punkt in Flensburg und Strafverfahren. Weitere Infos: E-Scooter Rechtslage

Fünf Elektro-Scooter mit Sitz im Test (2017)

AUTO BILD REISEMOBIL hatte bereits 2017 fünf E-Scooter mit Sitz getestet. Sie gelten aktuell noch als Leichtmofa und sind von der Helmpflicht befreit, erfordern aber einen Führerschein und ein Versicherungskennzeichen. Zwischen 38,2 und 71,4 Kilogramm bringen die fünf Test-Scooter auf die Waage. Außer beim SFM Oliver 500 bestehen die Rahmen der getesteten E-Scooter mit Sitz überwiegend aus Stahl statt aus Aluminium. Trotzdem sind sie eine interessante Alternative: Sie lassen sich mit wenigen Handgriffen zusammenfalten und fahren rein elektrisch. Muskelkraft benötigt man nur beim Ein- und Ausladen. Kinderleicht dagegen der Start: Schlüssel rein, Zündung an, am Stromgriff drehen – los geht's. Und wie! Nur der Takira Tank Type 500 TT hält sich an die vorgeschriebenen 20 km/h Spitze. Der SFM Oliver 500 und der Forca Bossmann liegen knapp drüber und noch in der Toleranz. Forca Evoking (bis 26 km/h) und Eneway Revoluzzer (bis 30 km/h) verlangen dagegen eine gewisse Selbstbeherrschung, um dem Reiz des zu schnellen Fahrens nicht zu erliegen.
Kaum zu glauben, wie unterschiedlich sich 500 Watt anfühlen können: Am besten gefällt uns der Nabenmotor des Revoluzzer 2.0. Er kommt dem Ideal eines fast lautlosen E-Mobils am nächsten. Ganz anders der Forca Evoking. Sein Motor überträgt die Kraft per Kette und jault dabei unüberhörbar. Der Forca Bossmann ist bei gleichem Antriebskonzept leiser, aber wegen des hohen Gewichts viel träger. Der bürstenlose Drehstrommotor im SFM Oliver 500 treibt des Hinterrad per Zahnradgetriebe an, reagiert beim Beschleunigen aus dem Schiebebetrieb aber mit Verzögerung und nervt mit Klackgeräuschen im Freilauf. Längere Strecken lassen schnell den Wunsch nach mehr Geschwindigkeit aufkommen. Das gilt besonders auf vielbefahrenen Straßen, wo mit 20 km/h dahinzuckelnde Elektro-Scooter ein Verkehrshindernis sind. Noch schlimmer wird es an Steigungen. Selbst leichteste Anstiege spürt der E-Scooter-Fahrer sofort, steilere Erhebungen werden zur Geduldsprobe. Bergab weiß der Fahrer die serienmäßigen Scheibenbremsen zu schätzen. Damit kommen die E-Scooter aus Tempo 20 in unter zwei Metern zum Stehen. Am besten verzögert der Revoluzzer, der schon nach 1,5 Metern steht. Der Tank Type hat die schwergängigsten Bremsen und hebt bei Vollbremsung schon mal das Hinterrad.

Die Reichweite hängt von vielen Faktoren ab

Schränkt die Käuferschaft ein: Der Fahrer des Tank Type darf maximal nur 77 Kilo wiegen.

Wer die E-Scooter viel rollen lässt und wenig bremsen muss, der kann mit dem Evoking mehr als 50 Kilometer schaffen. Die letzten Kilometer allerdings bei nachlassender Geschwindigkeit. Ein paar Kilometer früher bleiben der Oliver 500 und der Revoluzzer stehen. Der Bossmann macht schon nach etwa 35 Kilometern schlapp, dem Tank Type fehlt für mehr als 25 Kilometer Reichweite der Freilauf. Genaue Angaben zur Reichweite sind schwierig – sie hängt von Streckenprofil, Temperatur und auch vom Gewicht des Fahrers ab. Der darf beim Tank Type nur 77 Kilo wiegen, beim Bossmann sind es 83, beim Oliver 96, beim Evoking 101 und beim Revoluzzer sogar 146 Kilo. Die simplen Ladezustandsanzeigen arbeiten nur bei Volllast einigermaßen zuverlässig. Bis die leeren Blei-Akkus wieder aufgeladen sind, dauert es zwischen acht und neun Stunden. Stärkere Akkus gibt's für alle gegen Aufpreis.

Blinker sind empfehlenswerte Extras

Alle fünf E-Scooter mit Sitz lassen sich gut fahren und sind dabei gar nicht mal unkomfortabel. Oliver 500, Revoluzzer und Tank Type haben sogar einstellbare Federungen. Beim Bossmann stört die schwergängige Lenkung, der kleine Lenkeinschlag erschwert das Rangieren. Am wohlsten fühlen sich die Roller auf ebenem Untergrund. Unebenheiten aller Art sind mit Vorsicht zu genießen. Die begrenzte Fahrstabilität der kleinen Reifen fällt besonders beim Abbiegen auf, wenn der Fahrer Handzeichen gibt und einhändig fährt. Daher sind Blinker empfehlenswerte Extras. Mindestens ein Rückspiegel ist vorgeschrieben, beim Fahren aber verzichtbar. Bei allen Scootern verhindern Sicherheitsschalter das Losfahren bei ausgeklapptem Ständer und Vortrieb bei gezogener Bremse. Lenkradschlösser suchen wir vergebens. Sie wären ein guter Diebstahlschutz, denn wegtragen wird diese kleinen Schwergewichte niemand. Beim Oliver 500 kann der Fahrer den Akku vor Diebstahl schützen und das Fach unterm Trittbrett abschließen. Zum Transportieren lassen sich die E-Scooter mit wenigen Handgriffen zusammenklappen. Das Faltmaß haben wir ohne Werkzeug ermittelt. Die Spiegel lassen sich zur Not auch ohne Schraubenschlüssel losdrehen. Beim Verstauen hilft es, den Akku herauszunehmen. Er steckt bei allen in einer praktischen Tasche. In der Bildergalerie: alle detaillierten Ergebnisse des AUTO BILD REISEMOBIL-Tests!

Fünf E-Scooter mit Sitz im Test

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Autoren: , Michael Struve, Christian Bruns,

Stichworte:

Elektroroller

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