Elektromobilität: Förderung
Autobauer auf Betteltour

Deutsche Hersteller wie Daimler, BMW oder VW machen Milliardengewinne. Trotzdem fordern sie mehr staatliche Hilfe, um Elektroautos auf den Markt zu bringen.
Bild: Ralf Timm
Das Plansoll ist in Gefahr: Eine Million E-Autos und Plug-in-Hybride sollen 2020 nach Vorgabe der Bundesregierung auf deutschen Straßen rollen. Im dritten Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), der am 20. Juni 2012 an die Ministerien geht, wird nun gewarnt: Würden die "Rahmenbedingungen" nicht "angepasst" und "nachgesteuert", erwartet die NPE nur bis zu 600.000 Elektroautos im Zieljahr. Unausgesprochene Forderung: noch mehr staatliche Förderung, besonders für die Forschung und Entwicklung. Und das bedeutet: noch mehr Steuergelder für Unternehmen, die 2011 Rekordgewinne im Milliardenhöhe eingefahren haben. Autobauer auf Betteltour.
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NPE-Vorsitzender Henning Kagermann beschwichtigt: "Die Begeisterung am E-Auto flaut etwas ab. Das ist ganz normal."
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Daimler argumentiert ähnlich: "Es geht nicht um Subventionen einzelner Firmen, sondern um die Erreichung der Ziele der Bundesregierung." Der internationale Wettbewerbsdruck sei hoch. In diesem Jahr will Daimler vom neuen Elektro-Smart nur 2500 Stück bauen. Das Zwischenziel der NPE von 100.000 E-Autos bis 2014 ist so kaum zu erreichen. Derzeit beträgt der Bestand etwa 4600 Fahrzeuge. Der hochprofitable Sportwagenbauer Porsche erhielt 3,7 Millionen Euro Fördergeld für die Entwicklung von exakt drei Elektro-Boxster und, so Porsche, "Know-how-Bausteinen". Die führten zum Bau des Öko-Renners 918 Spyder. Vom 768.000 Euro teuren Auto entstehen genau 918 Exemplare. Die meisten davon dürften exportiert werden.
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