Böse Überraschung! Man will morgens schnell los, dreht den Schlüssel, aber statt fröhlichem Starter-Brummen gibt's nur ein müdes Klack. Die Batterie ist leer. Schon wieder. Klar, das Licht vergessen, der Klassiker. Doof wird es, wenn die vergessene Fahrzeugbeleuchtung nicht der Grund für einen schlappen Akku war. Dann heißt es, auf Spurensuche gehen: Moderne Autos haben viele elektronische Spielereien, und die knabbern gern einmal nachts heimlich am Akku.
Selbst wenn die kleinen Rechenzentren auf Rädern scheinbar friedlich auf dem Parkplatz schlummern, arbeitet im Hintergrund ein ganzer Chor an Steuergeräten, Sensoren und Komfortfunktionen weiter. Normalerweise ziehen die sich nach ein paar Minuten brav in den Schlafmodus zurück, aber wehe, eines bleibt wach. Dann beginnt die heimliche Entladung: Milli-Amperchen für Milli-Amperchen. Und irgendwann fragt man sich, warum die Kiste morgens so träge wirkt oder der Anlasser nur missmutig durchdreht.
RG Stille Verbraucher
Erste Hilfe: Ist die Batterie zu schlapp, schnell nachladen.
Bild: Olaf Itrich

Die häufigsten Ursachen für versteckten Stromverbrauch im Auto:

  1. Fehler in der Fahrzeugelektrik: Ein klemmender Handschuhfach- oder Türkontakt, ein versteckt brennendes Lämpchen, ein kaputtes Relais.
  2. Sensorfehler oder ein Software-Hänger: Ein Steuergerät bleibt aktiv und zieht munter weiter Strom. Besonders Komfortmodule wie Fensterheber, aber auch Zentralverriegelung und Innenraumüberwachung gelten als notorische Wachbleiber. Manchmal fährt das Entertainmentsystem nicht korrekt runter, oder die Standheizung ist zu lange aktiv.
  3. Nachgerüstete Geräte: Dashcams, Tracker, Alarmanlagen, Tagfahrscheinwerfer, Marderabwehr – alles praktisch, aber werden sie laienhaft angeklemmt oder wird ein mangelhaftes Gerät verbaut, droht Ärger. Ergebnis: permanenter Stromabfluss. Manche Mini-Geräte saugen zwar weniger als ein Handyladegerät, aber über Tage kann sich der Stromverbrauch gewaltig summieren. Nach Möglichkeit sollten solche Geräte nicht an Klemme 30, sprich Dauerplus, angeschlossen werden.
  4. Die Starterbatterie selbst ist schuld. Ist der Akku verschlissen, kann die Leistungsaufnahme sinken und die Selbstentladung steigen. Ergebnis: Auch ohne versteckte Verbraucher ist sie nach kurzen Standzeiten leer. Der Aufwand für die Spurensuche hält sich in Grenzen. Sicherungen ziehen und das Messen des Stroms können Bastler auch in Eigenregie erledigen. Ist der fehlerhafte Stromkreis gefunden, geht es an die eigentliche Ursachensuche. Einiges lässt sich auch hier in Eigenregie reparieren. Wird es kompliziert, bleibt nur der Gang in die Werkstatt, um dem Übeltäter endgültig den Saft abzudrehen.
RG Stille Verbraucher
Bordbuch: Hier finden sich erste Hinweise auf den Übeltäter. Es können mehrere Bauteile über eine Sicherung abgesichert sein.
Bild: Olaf Itrich

So entdecken Sie den Stromdieb

Die Suche nach dem Übeltäter ist Detektivarbeit, aber mit System und Geduld kommt man dem Schuldigen auf die Spur. Dafür braucht es ein Multimeter beziehungsweise eine Stromzange.
Und so geht es Schritt für Schritt: Zuerst den Zündschlüssel abziehen und 20 bis 30 Minuten warten, bis alle Steuergeräte in den Schlafmodus gefallen sind. Dann mit einem Multimeter oder einem Amperemeter den Stromfluss prüfen. Am einfachsten geht das mit einer Stromzange. Wer ein Multimeter nutzt, muss die Klemme am Minuspol der Batterie lösen und zwischen Minusklemme und -pol in Reihe messen. Alles unter 50 Milliampere (0,05 Ampere) ist okay. Liegt der Wert darüber, startet die Spurensuche:
  1. Sicherungen mit Dauerplus finden.
  2. Die betreffenden Sicherungen nacheinander ziehen, nicht wild durcheinander.
  3. Den Strom beim Ziehen der Sicherungen messen. Sinkt der Wert plötzlich, ist der Täterkreis klar.
  4. Den Kreis eingrenzen – wer hängt an dieser Sicherung?
  5. Fehlerhafte Bauteile tauschen oder, wenn verzichtbar, als Erste-Hilfe-Maßnahme abklemmen.
  6. Findet sich kein versteckter Verbraucher, sollte man den Zustand der Starterbatterie in einer Werkstatt überprüfen lassen.

Fazit

von

AUTO BILD
Versteckte Verbraucher nerven, oft ist es nachgerüstetes Zubehör. Das sollte besser über Zündungsplus, Klemme 15, angeschlossen werden, denn dann ist der Stromkreis nach dem Dreh des Zündschlüssels sicher ausgeschaltet. Oder Zubehör nutzen, das bei niedriger Batteriespannung selbstständig abschaltet. An manchen Stromproblemen können Softwarefehler schuld sein. In einer Vertragswerkstatt prüfen lassen, ob es für das eigene Fahrzeugmodell ein Update gibt. Vorsicht: Dümpelt die Batteriespannung ständig am Minimum, droht der frühzeitige Akkutod. Rechtzeitiges Nachladen kann den gestressten Stromspender retten.