Nach dem Ateca war der Leon das zweite Serienauto, dass die Sportabteilung der Spanier mit seinem Cupra-Tribal umlabeln durfte. Jetzt bekommt der flotte Spanier ein Facelift und wird mit üppigen Designretuschen ebenso aufgewertet, wie mit neuen Materialien, einem 12,9-Zoll großen Infotainmentsystem und auf Wunsch mit einem HiFi-Audiosystem mit zwölf Lautsprechern von Sennheiser.
Zudem bekommt er die neueste Generation der Plug-in-Hybridmotoren aus dem VW-Konzern. Der stärkste ist mit einer Systemleistung von 272 PS alles andere als untermotorisiert. Für den Vortrieb sorgen im Detail ein 1,5 Liter Vierzylinder mit 177 PS und ein E-Motor mit 116 PS. Letztgenannter speist sich aus einer 25,8 kWh leistenden Batterie.
Die soll übrigens ausreichen, um den 1,7 Tonnen schweren Kombi nach den Angaben des Datenblatts bis zu 124 Kilometer rein elektrisch zu bewegen. Die Spanier selbst sprechen bescheiden von über 100 Kilometer. Wie weit es am Ende wirklich reicht, wird sich zeigen, wenn der nicht gerade preiswerte Plug-in-Hybrid für mindestens 50.005 Euro bei uns zum Test vorfährt.
Mehr als nur ein dezentes Facelift hat Cupra seinem Leon auch in der Sportstourer-Version gegönnt.
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Verbesserter Nutz- und Spaßwert

In jedem Fall dürfte die Motorenkombination den Nutzwert ebenso verbessern, wie der Umstand, dass der Akku an der AC-Dose nach zweieinhalb Stunden wieder voll ist. Am Schnelllader mit 50 kW braucht es 26 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent zu laden. Wer also keine Ladeängste hat, der dürfte unter diesen Umständen so gut wie alle täglichen Wege und mit festem Willen auch längere Distanzen stromernd zurücklegen können.
Das 12,9 Zoll große Zentraldisplay ist Serie, bei den Materialien wurde nicht überall aufgerüstet und von der Grundanordnung ist im Cupra Leon SP alles gleichgeblieben.
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Zudem wirkt der dynamische Lastenträger mit der kompletten Systemleistung nicht ansatzweise untermotorisiert. Das Zusammenspiel der beiden Motoren funktioniert spielend und vom Fahrer unbemerkt. Bis 140 km/h geht es rein elektrisch voran, dann schaltet sich der Verbrenner zu. Die Lenkung ist leichtgängig, aber ausreichend direkt und der Federungskomfort dürfte auch bei nicht so komfortablen Straßenverhältnissen keine Klage der Insassen heraufbeschwören. Lediglich bei größeren Querfugen merken die Insassen, dass Cupra auch für Sport steht.
Die Sportsitze machen im Cupra Leon SP ihrem Namen alle Ehre.
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Sportlich im Abgang

Wer es eilig hat, der beschleunigt im Performance- oder Cupra-Mode in 7,3 Sekunden auf 100 km/h und kann bis zu 229 km/h schnell werden. Natürlich dürfte die unterstützende Batterie bei derartig flottem Dauerlauf nicht so lange am Start sein. Aber selbst mit dem Verbrenner im Alleingang sollte sich noch eine passable Reisegeschwindigkeit erreichen lassen. Zumal eine Restkraft immer im Akku verbleibt, um beim Boost zu unterstützen. Für den entspannten Langlauf empfiehlt sich der Comfort-Modus.
Der Kofferraum des Cupra Leon SP misst fast wie gehabt 470 bis 1450 Liter.
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Wie beim Formentor ist die Plug-in-Hybrid-Variante eine von insgesamt acht Motorisierungen. Den Einstieg bildet der 1,5 eTSI ACT mit 48-Volt-Unterstützung und 150 PS zu einem Preis ab 40.515 Euro und Siebengang DSG.
Das scharfe Heck mit neuer Lichtgrafik und beleuchtetem Logo gibt es auch für den Cupra Leon Sportstourer.
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Der Cupra Leon SP 1.5 eHybrid ist schon eine Überlegung wert. Bei 50.000 Euro wird es für viele Interessenten auch dabei bleiben. Dabei verbindet der Spanier sportliche Dynamik mit der Möglichkeit über 100 Kilometer rein elektrisch zu fahren, hat ausreichend Platz für Kind und Kegel und sieht zudem noch richtig bissig aus. Am Ende wird die Mehrheit, die unbedingt Cupra fahren will dann wohl beim 1.5 eTSI landen. Der reicht in allen belangen aus und kostet immer noch über 40.000 Euro.