Ein romantisches Diner zu zweit, mit Freunden oder ein verregneter Nachmittag, an dem ein Spieleabend- man es sich einfach nur mit einer Kuscheldecke auf der Couch gemütlich macht – undenkbar bei einem klassischen Grundriss mit Halbdinette im Wohnbereich. Dabei soll das Wohnmobil doch ein Zuhause auf Rädern sein. Immer mehr Hersteller bieten daher Varianten mit sogenannter Vis-à-vis- oder Face-to-face-Sitzgruppe an. Meint konkret: zwei sich gegen-überliegende Sofas, die längs in Fahrtrichtung angeordnet sind. Auch Hymer-Tochter Etrusco hat diese gemütliche Nutzung des Wohnraums für sich entdeckt und zwei Grundrisse mit Queensbett oder Längseinzelbetten im Heck und optionalem Hubbett mit ins Programm genommen. Seit diesem Modelljahr gibt es das schon in der Basisvariante schicke Innendesign in einer noch edleren TypeX-Version.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt beim Etrusco

Das ist er: Ein teilintegrierter Etrusco, wie wir ihn kennen und lieben. Dem schlichten Design aus Weiß- und Brauntönen mit dezenten Akzenten in Holzoptik sind die Reisemobilmacher aus Leutkirch im Allgäu treu geblieben. Das Raumgefühl ist luftig, das Ambiente gemütlich – so soll's sein.
Etrusco T 7400 QBC
Die Sofas lassen sich mit wenigen Handgriffen zu zwei Passagiersitzen umbauen.
Das hat er: Eine wirklich hübsche Face-to-face-Sitzgruppe, die zum tollen Raumgefühl beiträgt. Der Haken: Ist der Tisch ausgeklappt, wird es auch für schlanke Personen schwer, elegant von der Couch aufzustehen. Das Tischbein steht ungünstig im Weg, und der Platz zwischen Tischkante und Polster ist sehr eng bemessen. Wie bei Etrusco üblich, hat der T 7400 QBC leider eine lange Aufpreisliste und irreführende "Zwangsoptionen", die bestellt werden müssen, wenn sich der Kunde gegen ein bestimmtes Paket entscheidet. So klettert der sehr niedrige Basispreis schnell in die Höhe. Trotzdem: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt noch immer, denn für 62.417 Euro gibt's ein komplett ausgestattetes Reisemobil mit viel Wohnraum, komfortablem Bad, großer Küche, Markise (999 Euro), 167-Liter-Kühlschrank (699 Euro), TV-Paket (3899 Euro) und einer XXL-Heckgarage. Die bietet zum Beispiel genügend Platz für zwei wertvolle E-Bikes, die nicht sichtbar am Heckfahrradträger transportiert werden sollen. Viel mehr passt dann aber auch leider nicht rein, denn die Zuladung der Garage ist (auch wegen des enormen Überhangs) auf 150 Kilo begrenzt. (Überblick: alles zum Thema Wohnmobile)

Das schwere Wohnmobil verlangt nach Leistung

Etrusco T 7400 QBC
Besonders beim Abbiegen ist wegen des langen Hecküberhangs Vorsicht geboten.
So fährt er: An den Überhang muss man sich gewöhnen. Vor allem das Einparken fällt ohne Rückfahrkamera (Multimedia-System, 2179 Euro) äußerst schwer. Ansonsten erfüllt der 140-PS-Ducato (949 Euro) zuverlässig seine Pflicht. Weniger Leistung ist definitiv nicht ratsam. Aufgrund der Länge und einem Leergewicht von bereits über drei Tonnen bei unserem Testwagen tut sich das kleinere Aggregat gerade an Steigungen sehr schwer. Der Aufbau zirpt an den üblichen Stellen (Kocherabdeckung), bleibt insgesamt aber ruhig. Die Panoramahaube (499 Euro) sorgt bei höheren Geschwindigkeiten für Windgeräusche. Geschlossene Rollos schaffen ein wenig Abhilfe. Doch der lange Etrusco mag es wegen seines langen Bürzels sowieso eher gemütlich.

Bildergalerie

Etrusco T 7400 QBC
Etrusco T 7400 QBC
Etrusco T 7400 QBC
Kamera
Etrusco T 7400 QBC im Wohnmobil-Test
Fazit von Jenny Zeume: Etrusco baut einfach schöne Reisemobile! Die Qualität stimmt – nur im Detail hapert's. Bei der Face-to-face-Sitzgruppe sollte Etrusco noch einmal nachjustieren. Pluspunkte gibt es für den vernünftigen Preis. Urteil: 3,5 von fünf Punkten.

Von

Jenny Zeume