EU-Kommission zu Maut-Plänen der CSU
Pkw-Maut nicht diskriminierend

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Eine Pkw-Maut in Deutschland wäre laut Verkehrskommissar Kallas doch mit geltendem EU-Recht grundsätzlich vereinbar. Einen Freifahrtschein für die Pläne der CSU gibt es allerdings nicht.
(dpa/cj) In den Streit um die von der CSU geforderte Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen ist Bewegung gekommen. Parallel zu den Koalitionsverhandlungen zwischen der Union und der SPD wurde bekannt, dass die EU-Kommission in dem Mautmodell keinen Verstoß gegen das europarechtliche Diskriminierungsverbot sieht. In einer Antwort von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas auf eine Anfrage der Grünen zu dem Thema heißt es wörtlich: "Grundsätzlich stellt eine Senkung der Kraftfahrzeugsteuern für gebietsansässige Nutzer (...) bei gleichzeitiger Erhebung angemessener Nutzungsgebühren für alle Nutzer also keine Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit dar."
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Die CSU will allen Autofahrern – Deutschen und Ausländern – eine Vignette auferlegen, gleichzeitig aber die Kfz-Steuer für einheimische Autofahrer senken, um eine Mehrbelastung zu vermeiden. Mehrere führende Parteimitglieder forderten die Sozialdemokraten vor diesem neuen Hintergrund auf, ihren Widerstand gegen die Pkw-Maut aufzugeben. Verkehrsminister Peter Ramsauer sagte: "Das Signal aus Brüssel gibt uns gewaltigen Rückenwind." SPD-, aber auch CDU-Politiker hatten bislang die Vereinbarkeit einer Pkw-Maut mit EU-Recht angezweifelt.
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In der im Internet veröffentlichten Stellungnahme weist Kallas auch darauf hin, dass die Zahlungsverpflichtung für ausländische Fahrer sich nach der Nutzung – also etwa der zurückgelegten Strecke oder der Nutzungshäufigkeit – richten müsste. Am Donnerstag (31. Oktober 2013) relativierte jedoch eine Sprecherin der EU-Kommission die Zustimmung des Verkehrskommissars. Es gebe "keinerlei grünes Licht für eine Pkw-Maut in Deutschland", sagte sie. Da der Behörde keine konkreten Pläne vorlägen, stehe auch nicht fest, ob diese mit geltendem Recht vereinbar seien.
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Bild: dpa
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