Alkoven-Mobile sind ein bisschen wie Reihenmittelhäuser: Keiner, der hier einzieht, hat vorher davon geträumt. Doch wenn er mal darin wohnt, fühlt er sich meistens wohl, auch wenn's am Image fehlt. Aber das ist dann nicht mehr wichtig. Bei Eura Mobil wissen sie das und setzen seit jeher auf einen hohen Alkoven-Anteil. Sechs sind es im aktuellen Eura-Programm, je drei in der Terrestra- und der Activa-One-Baureihe. Die finden wir besonders reizvoll, weil sie kompakte Typen von 6,44 und 6,99 Meter Länge enthält. Solche wie den Activa One 650 VB: Das Kürzel steht für Vario-Betten, aber das ist alles, was hier erklärungsbedürftig ist. Der 6,44-Meter-Typ kommt mit traditionellem Familien-Grundriss: großes Alkovenbett vorn und zwei oder wahlweise auch drei Etagenbetten quer im Heck.

Im Heck gibt's drei variable Etagenbetten

Eura Mobil Activa One 650 VB
Der geräumige Küchenblock und der 140-Liter-Kühlschrank machen große Mahlzeiten möglich.
Das ist er: Ein kleiner Riese! Die Eltern schlafen im luftigen Alkoven mit Doppelbett und stabiler Leiter – deren dünne Sprossen allerdings unangenehm in empfindliche Fußsohlen drücken können. Klassisch geht's weiter: Vierer-Seitensitzgruppe, gegenüberliegende Küchenzeile mit viel Arbeitsfläche, Bad mit integrierter Duschkabine, Kleiderschrank in der Mitte. Und im Heck das Kinderzimmer: drei Etagenbetten. Klasse: Von den beiden unteren lässt sich eins herausnehmen und eins aufstellen, das schafft während der Fahrt zusätzlichen Platz fürs Gepäck. Sogar Fahrräder reisen ohne Aufhebens mit. Großzügig fällt der 140-Liter-Kühlschrank aus, ebenso die Küche mit großen Schubladen und Oberschränken. Auch die Arbeitsfläche ist groß genug für die ambitionierte Kleingruppen-Verpflegung. Selbst für den ausziehbaren Handtuchhalter fand sich noch ein Platz. Dafür knausert Eura in der knappen Nasszelle – doch immerhin enthält sie auf ihrem engen Raum noch zahlreiche Ablagen sowie ein kleines Schränkchen.
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Wenig Wankneigung in schnellen Kurven

Eura Mobil Activa One 650 VB
Auf der Teststrecke: Der Eura bremst sicher und sein ESP greift im Grenzbereich zuverlässig ein.
So fährt er: Ganz schön zackig, wenn nicht der Basismotor unter der Haube dieselt, sondern die 150-PS-Version (Aufpreis 1990 Euro). Unser Testwagen war noch die 2016er-Version mit 148 PS, aber das macht keinen großen Unterschied. Der Eura bremst sicher, sein ESP greift im Grenzbereich zuverlässig ein, vor allem aber wankt er für einen Hochbau seiner Klasse nur dezent. Wer ihn gelassen laufen lässt, kommt mit rund elf Litern Diesel auf 100 Kilometer aus. Etwas teurer ist der schwere Gasfuß, zu dem der stärkere Motor und das unproblematische Handling verführen: 13 Liter nimmt er dann zu sich. Sehr gut: keine nennenswerten Aufbaugeräusche, auch nicht auf furchigen Strecken.

Hier ist wirklich Platz für sechs – wenn sie sich mögen

Das hat er: Stauraum für sechs – trotz des kompakten Außenmaßes. Vor allem in den Oberschränken bietet sich jede Menge Platz für Kleidung, Bücher oder Spiele, aber es gibt ja auch noch den Kleiderschrank im Heck und den doppelten Boden, in dem neben den Wassertanks noch allerhand Kleinzeug unterkommt. Schön, dass auch die Betten vergleichsweise üppig ausfallen: Die Liegefläche im Alkoven ist stattliche 1,50 Meter breit, auf der umgebauten Sitzgruppe schläft es sich auf gut einem Meter und in den drei Etagenbetten auf je 85 Zentimeter Breite. Serienmäßig gehören zwei Heckbetten dazu, das dritte kostet 490 Euro extra – viel Kopffreiheit bleibt dann nicht mehr, zumindest Erwachsene sollten beim Zusteigen beweglich sein. Gut für die Kinder in ihrem Heckschlafzimmer: Hier gibt's mehrere offene Ablagen mit hohen Stoßkanten, damit Bücher und Spielzeug sicher untergebracht sind. Weniger fürsorglich: Nur die hinteren Sitzplätze in Fahrtrichtung haben Dreipunkt-Gurte, gegenüber gibt's lediglich Beckengurte – und selbst das kostet 690 Euro extra. Isofix liefert Eura auch gegen Mehrpreis nicht. Beim Reihenmittelhaus wäre das ungefähr so, als würden die Steckdosen fehlen.

Fazit

von

Kai Schwarten
Ob trendy oder nicht, in der Praxis bewähren sich Alkoven immer wieder. Auf knackigen 6,44 Metern zaubert Eura ein vollwertiges Familienmobil aus dem Ärmel. Qualität und Ausstattung sind okay, beim Thema Sicherheit sollte Eura nachbessern.

Von

Kai Schwarten