Eura Mobil Profila T 676 EB: Wohnmobil-Test
Wir mögen den Profila auf Sprinter-Basis

Eura bietet seinen Teilintegrierten jetzt auch auf Mercedes Sprinter an – und erreicht damit ein neues Marktsegment.
Bild: Martin Häußermann
- Martin Häußermann
Manchmal muss man aus der Not eine Tugend machen. Das Geschäft von Eura Mobil leidet derzeit wie ein Großteil der Wohnmobil-Branche daran, dass der Stellantis-Konzern nicht annähernd so viele Ducato liefern kann, wie bestellt und benötigt werden. Und so erinnerte man sich in Sprendlingen daran, dass man mit dem Mercedes Sprinter ja schon ganz gute Erfahrungen gemacht hat.
Im Jahr 2005 stoppten die Rheinhessen die Sternzeit, weil der Sprinter für Volumenmodelle schlicht zu teuer war und außerdem nur als Hecktriebler mit Blechkarosserie oder Stahlrahmen verfügbar, die mit dem Aufbaukonzept von Eura nicht so recht harmonierten. Nun ist der Sprinter in praktisch allen denkbaren Varianten zu haben, auch als frontgetriebener Triebkopf, an das sich ein AL-KO-Tiefrahmenchassis anflanschen lässt. Deshalb erkor ihn die Mannschaft um Geschäftsführer Holger Siebert als Basis ihres Oberklasse-Teilintegrierten Contura (ab 95.540 Euro), der 2020 Premiere feierte – aber eben ein spitzes Marksegment bedient.
Eura Mobil Profila T 676 EB: Der Preis startet bei 79.900 Euro
Das ist er: Der neue Profila mit Sprinter-Triebkopf und AL-KO-Tiefrahmen ist ein Teilintegrierter, der in der oberen Mittelklasse an den Start geht und ab 79.900 Euro zu haben ist. Das sind gut 6600 Euro mehr als der Profila mit Ducato-Basis. Der Mehrpreis, so erklärt uns Pressesprecher Jens Heinrichs, sei nicht nur mit dem teureren Basisfahrzeug zu begründen, zu Buche schlagen auch die serienmäßige Alde-Warmwasserheizung und der AL-KO-Tiefrahmen, der einen fast 20 Zentimeter hohen Doppelboden ermöglicht. Damit wächst das Fassungsvolumen der Staufächer und der Wannen unter den Bodenluken.

Euro Mobil Profila T 676 EB: Das Wohnmobil kommt auf 7,12 Meter Länge, bietet vier Sitz- und zwei Schlafplätze.
Bild: Martin Häußermann
Der Sprinter-Profila wird zunächst in zwei Grundrissvarianten angeboten, beide mit Längseinzelbetten und einer identischen Gesamtlänge von 7,12 Metern. Dementsprechend ist auch der vollverklebte GFK-Aufbau weitgehend identisch. Von dessen Qualität ist Eura Mobil so überzeugt, dass die Dichtigkeit für zehn Jahre garantiert wird.
Der Grundriss T 676 EB bietet 1,95 Meter lange Betten
Das hat er: Wir fahren den T 676 EB mit dem in der Baureihe neuen Grundriss – also mit einer Längsküche auf der Beifahrerseite und einem gegenüberliegenden Waschraum. Das ermöglicht 1,95 Meter lange Längseinzelbetten, die sich mittels eines ausziehbaren Bretts und einer Matratzeneinlage zu einer großen Spielwiese ausbauen lassen. Für groß gewachsene Menschen ein wichtiges Kaufargument, denn beim Alternativgrundriss T 696 EB muss man mit Bettenlängen von 1,85 und 1,90 Meter klarkommen.
Dafür bietet dieser Grundriss eine geräumigere Winkelküche auf der Fahrerseite. Wir sympathisieren wegen des größeren Betts eher mit dem T 676 EB. Der bietet eine klassische Halbdinette mit mehr als akzeptablem Platzangebot und Möbel mit warmen Holztönen, die Eura als Chalet-Stil bezeichnet.

Das neue Eura-Wohnmobil bietet viel Wohnqualität und ordentlich Stauraum.
Bild: Martin Häußermann
Unser Testwagen ist zudem gut ausgestattet. Das Mondial-Paket (4590 Euro) bringt so nette Extras mit wie eine Fahrerhausklimaanlage, Monitor-Receiver inklusive Navi und Rückfahrkamera sowie das aufstellbare Sonnendach in der vorderen Dachhutze, das Licht und Luft in den Bereich der Sitzgruppe lässt. Dort, wo sonst ein Innenspiegel hängt, ist ein TFT-Monitor montiert, der genau die Funktion eines Innenspiegels erfüllt, indem er permanent das Bild der Rückfahrkamera wiedergibt. Einen praktischen Zusatznutzen bietet auch das serienmäßige elektrische Abwasser-Ablassventil.
Spürbar mehr Abrollkomfort als beim Ducato
So fährt er: Sehr entspannt. Unser Testwagen tritt mit dem starken 170-PS-Turbodiesel an. Die Wandlerautomatik 9G-Tronic sortiert die Fahrstufen mit traumwandlerischer Sicherheit und ohne spürbares Schaltrucken. Die Lenkung arbeitet Mercedes-typisch etwas indirekt, aber dennoch ausreichend zielgenau. Die Sprinter-Vorderachse bietet spürbar mehr Abrollkomfort als der Ducato – ein nicht unerhebliches Argument für den Profila mit Stern.
Technische Daten
Eura Mobil Profila T 676 EB | |
|---|---|
Motorisierung | 417 CDI |
Leistung | 125 kW (170 PS) bei 3800 U/min |
Hubraum | 1950 cm3 |
Drehmoment | 400 Nm bei 1400-2400 U/min |
Höchstgeschwindigkeit | k. A. |
Getriebe/Antrieb | Neunstufenautomatik/Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 90 l/Diesel + 22 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 7120/2320/2920 mm |
Radstand/Bereifung | 4110 mm/235/60 R 17 C |
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) | 3045/455 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 1800/750 kg |
Material | Alu-Sandwich |
Stärke Wand/Dach/Boden | 30/30/38 mm |
Isolierung Wand/Dach/Boden | Polystyrolschaum |
Liegefläche Heck L x B | 2000 x 1570 mm |
Kühlschrank/Eisfach | AES, 142 l/k. A. |
Herd | Gas, 3 Flammen |
Bordbatterie | 1 x 80 Ah, Gel |
Frisch-/Abwassertank | 140/100 l |
Gasvorrat/Heizung | 2x 11 kg/Truma Combi X |
Preis/Testwagenpreis | ab 79.900 Euro/92.420 Euro |
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