Extreme E: Agag im Interview

Agag wünscht sich Flörsch in Extreme E

Die Extreme E geht nicht nur im Bereich Klimaschutz neue Wege. Die neue elektrische Offroad-Rennserie fördert nun auch die Gleichstellung der Geschlechter im Motorsport!
Jetzt steht nämlich fest: Die Teams setzen sich aus je einem Fahrer und einer Fahrerin zusammen, die in jedem Zwei-Runden-Rennen gemeinsam antreten. Pilot und Pilotin greifen über je eine Runde ins Steuer des Elektro-SUV. Die Serie soll im Frühjahr 2021 unter Ausschluss der Öffentlichkeit losdüsen und in Gebieten Halt machen, die vom Klimawandel bedroht sind.
Extreme E bleibt "Corona-frei" Hier klicken
AUTO BILD MOTORSPORT sprach mit Seriengründer Alejandro Agag über seine neue Initiative zur Förderung von Frauen im Rennsport.
Herr Agag, die Hälfte des Fahrerfelds der Extreme E wird aus Frauen bestehen. Wie kam es zu diesem neuen Konzept?
Alejandro Agag: Unser neues Konzept hebt Frauen und Männer im Rennsport endlich auf eine Basis. Das ist wie bei einem Tennis-Doppel: Der Mann kann Fehler machen, die Frau kann Fehler machen – beide werden das Rennen gemeinsam entscheiden. Das Mann und Frau so als Team zusammenarbeiten, ist im Motorsport komplett neu.

Alejandro Agag würde Sophia Flörsch gerne in der Extreme E sehen.

Wollen Sie damit neben dem Klimaschutz auch für Gleichberechtigung der Geschlechter kämpfen?

Wir hatten nie den Plan oder die Idee, für Gleichheit im Motorsport zu kämpfen. Die Idee war einfach ein Resultat eines Brainstormings. Wir haben uns überlegt, wie wir die Rennen spannender machen. Ich bin ein großer Fan von Martina Navratilova, der Tennis-Spielerin, die viele Doppel gespielt hat. Und dann habe ich gefragt: Warum machen wir nicht auch einen solchen Mix? Ich bin wirklich glücklich mit der Idee. Ich wollte schon immer mehr Frauen in den Motorsport bringen. Als wir den Teams die Idee präsentiert haben, waren sie alle verliebt in die Idee.
Warum braucht es eine Frauenquote im Motorsport?
Es ist wirklich wichtig, Frauen im Motorsport zu fördern. Aber keiner hat bisher den Weg gefunden, wie man das richtig macht. Es gibt die W Series, die wirklich gut ist. Aber da separierst du die Frauen von den Männern. Dann hast du ein paar Frauen, die in den großen Serien gegen die Männer fahren, aber das war bisher nicht so erfolgreich, weil wir einfach nicht so viele Frauen haben. Mit unserer Idee sind Frauen und Männer erst mal gleichwertig. Beide werden die Rennen in gleicherweise entscheiden. Ich finde es wichtig, dass wir Frauen im Motorsport fördern, denn derzeit spiegelt der Rennsport nicht die Zusammensetzung der Gesellschaft wider.
Würden Sie auch unsere deutsche Pilotin Sophia Flörsch gerne in der Extreme E sehen?
Natürlich würde ich Sophia gerne hier sehen. Sie ist wirklich talentiert. Ich stehe mit ihr per E-Mail in Kontakt. Sie wäre eine großartige Fahrerin für die Extreme E. Wir haben auch einige deutsche Teams. Das wäre also eine Möglichkeit für sie.
Welche Rennfahrerin sticht für Sie bisher hervor?
Ich habe vor allem Danica Patrick verfolgt. Denn sie war wirklich speziell, hat in einer Männerwelt mitgekämpft. Ich hatte vor einigen Jahren Kontakt mit ihr, weil ich sie für die Formel E haben wollte. Aber sie hat abgesagt, weil sie in der USA lebt und nicht weltweit reisen wollte. Aber ich würde mich freuen, wenn sie ein Comeback in der Extreme E geben würde.
Sind Frauen im Auto so schnell wie Männer?
Ich weiß es nicht. Darauf kennt keiner eine Antwort. Es gibt jedenfalls keine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum das nicht der Fall sein sollte. Aber auch keine, dass es der Fall ist. Ich will gar nicht versuchen, diese Frage zu beantworten, das überlasse ich anderen. Ich will meine Idee verfolgen, die die Frauen in exakt die gleiche Position hebt wie Männer. Das finde ich wichtig.

Fotos: Picture Alliance

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.