Exzenter-Poliermaschinen: Test

Welche Exzenter-Maschine überzeugt im Test?

Exzenter-Poliermaschinen arbeiten nicht kreisförmig, sondern in elliptischen Wechselbahnen und sind dadurch auch für Einsteiger geeignet. AUTO BILD und KÜS haben zehn Exemplare miteinander verglichen.
Sie sind die goldene Mitte zwischen stark lackabtragenden Rotations-Poliermaschinen und einer lackschonenden Handpolitur: Exzenter-Poliermaschinen. Rotationsmaschinen drehen kreisförmig und bereits beim Anlaufen mit hoher Geschwindigkeit, sodass die Polituren unter schneller Hitzeentwicklung eine hohe Schleifwirkung haben. Exzentermaschinen arbeiten nicht kreisförmig, sondern in elliptischen Wechselbahnen. Die Polierleistung der Exzentermaschinen ist geringer, somit auch die Gefahr ungewollt zu starker Lackabtragung vor allem an Ecken und Kanten. Wer einsteigen möchte in die Lackpflege mit Maschinenpolitur, sollte mit einer Exzentermaschine beginnen. AUTO BILD und die Sachverständigenorganisation KÜS haben elf Modelle unter die Lupe genommen. Die erste Poliermaschine fiel bereits bei der Sichtprüfung durch – Verletzungsgefahr! Zehn Maschinen mussten sich im Vergleichstest beweisen.

Ergebnisse: Extenter-Poliermaschinen im Test

Von den getesteten zehn Geräten können sich zwei deutlich von ihren Mitbewerbern absetzen: Makita und Kunzer. Die Makita PO5000C ist ein Profigerät, das im Test komplett überzeugte. Das gemessene Polierergebnis ist zudem das beste – mit 59 Punkten erzielt sie fast die Höchstpunktzahl von 60. Die Polierleistung der Kunzer 7PME15 ist mit 51 Punkten die drittbeste im Testfeld. Ihr Gesamtpaket überzeugt, sie verfehlt nur haarscharf die Testnote "sehr gut". Ihre Laufeigenschaften und ihr Handling sind der Makita ebenbürtig, sie läuft aber vernehmbar leiser und wird mit umfangreichem Zubehör wie Schleifkohlen-Ersatz, zwei Polierpads, zwei Griffen, Werkzeug, Gurt und einer hochwertigen Tasche geliefert. Die Makita kontert das mit ihrer Umschalt-Option und besseren Polierleistungen. Unbewertet, aber nicht unerheblich ist allerdings der Preisunterschied von rund 75 Euro zugunsten der Kunzer-Maschine. Der Preis-Leistungs-Sieger Liquid Elements überzeugt vor allem mit erstklassigen Laufeigenschaften und angenehmem Handling, weniger mit einem brillanten Polierergebnis.
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1.

Makita PO5000C

Preis*: 296,57 Euro

Note: sehr gut

2.

Kunzer 7PME15

Preis*: 194,11 Euro

Note: gut

3.

Liquid Elements T2500

Preis*: 129,99 Euro

Note: gut

4.

Tacklife PPGJ04A

Preis*: 65,99 Euro

Note: befriedigend

5.

Krauss Shinemaster S8

Preis*: 169,95 Euro

Note: befriedigend

6.

Vonroc PM504AC

Preis*: 60,95 Euro

Note: befriedigend

7.

Höfftech 650W

Preis*: 59,95 Euro

Note: befriedigend

8.

Dino Kraftpaket 640310

Preis*: 104,65 Euro

Note: ausreichend

9.

Rupes LHR15ES

Preis*: 284,99 Euro

Note: ausreichend

10.

SPTA 6840150PT

Preis*: 95,99 Euro

Note: ausreichend

*Einkaufspreis des Testprodukts

Meterk 1200 W fällt durch

Erster Schritt unseres Poliermaschinen-Tests war das Auspacken und Sichten aller Maschinen samt Zubehör. Über diesen Schritt kam die Meterk 1200 W nicht hinaus: Die Antriebswelle, auf die der Drehteller aufgeschraubt wird, hatte solch erhebliches Spiel und wackelte in ihrer Führung, dass wir es nicht gewagt haben, den Teller zu montieren und die Maschine einzuschalten. Rund einen Zentimeter ließ sich die Welle mit dem Finger in alle Richtungen bewegen. Was passiert wäre, wenn wir sie mit der Höchstdrehzahl von 4000/min in Betrieb genommen hätten? Gut möglich, dass sich der Teller mitsamt Welle schlagartig und unkontrollierbar gelöst hätte. Unsere Entscheidung: Die 76,99 Euro teure Meterk 1200 W wird wegen mangelnder Betriebssicherheit vom Test ausgeschlossen. Polieren wäre wegen des erheblichen Spiels und extremer Vibrationen eh nicht möglich gewesen.

Beste Exzenter-Poliermaschine: Makita PO5000C

Die Makita PO 5000C konnte sich den Testsieg sichern. Und das zu recht, denn sie macht in allen Disziplinen des Exzenter-Poliermaschinen-Tests eine gute Figur: Ihr hohes Gewicht stabilisiert die Maschine beim Polieren auf horizontalen Flächen, ihr Schwerpunkt liegt oberhalb des Poliertellers. Die gummierten Griffe bieten viel Grip und sind ergonomisch sinnvoll angeordnet. Das Polieren fühlt sich beinah an, als schwebe ein Luftkissen zwischen Polierteller und Lackoberfläche, so sanft und vibrationsfrei läuft sie über alle Drehzahlbereiche im Exzenterbetrieb. Den erwähnen wir, weil sich die Makita als einzige der getesteten Maschinen zwischen Rotations- und Exzenterbetrieb umschalten lässt. Hinzu kommt die mit Abstand beste Polierleistung im Test. 

MAKITA

Makita PO 5000C

AUTO BILD-Testnote 1
  • Beste Polierleistung
  • Hohe Qualität
  • Rotations- und
  • Exzenter-Funktion

269,57

So hat AUTO BILD getestet

Den Poliermaschinentest hat AUTO BILD zusammen mit der Kfz-Sachverständigenorganisation KÜS durchgeführt. Testfläche ist die Motorhaube eines Ford Focus, die vor dem Test entfettet und in zehn Bereiche aufgeteilt wurde. Nach der optischen Prüfung aller Maschinen erfolgte die Montage von Griffen und Drehtellern. Betriebsbereit haben wir dann die Gewichte und Kabellängen gemessen. Das Laufgeräusch haben wir subjektiv mit mehreren Personen beurteilt, ebenso das Handling und die Ergonomie der Griffe. Das gilt auch für die Unterschiede beim Einschalten und beim Laufverhalten: Einige Maschinen schütteln sich beim Einschalten sehr stark, andere laufen sanft an. Manche neigen beim Polieren zu heftigen Vibrationen, die besten lassen sich sanft und erschütterungsfrei führen. Bei allen Maschinen ließ sich die Drehzahl regeln, poliert haben wir stets bei mittlerer Drehzahl im Kreuzgang ohne Anpressdruck. Der Druck kommt allein durch das Eigengewicht der Maschinen zustande. Bei allen Maschinen kamen 125 mm große 3M-Polierpads "Ultrafine Anti-Hologramm" zum Einsatz. Auf dem mit Wasser angefeuchteten Polierpad haben wir sechs erbsengroße Mengen des Testsiegers im Autopolituren-Test aufgetragen. Auf den polierten Flächen haben wir Glanzgrad und den Glanzschleier mit einem entsprechenden Gerät gemessen. Während der Glanzgrad-Wert (Glanzeinheiten) möglichst hoch sein soll, ist beim Glanzschleier ein möglichst niedriger Wert vorteilhaft. Einen Glanzschleier erkennt man daran, dass das Spiegelbild eines auf die Oberfläche projizierten Lichtstrahls unscharf oder verschwommen erscheint. Beide Messwerte ergeben zusammen die Polierleistung einer Maschine. Bewertet haben wir ausschließlich das Polierverhalten im Exzenterbetrieb.

Rotations-Poliermaschinen im Test

Wer bereits Polier-Erfahrung hat und mit der Maschinenpolitur vertraut ist, kann sich auch an die Politur mit einer Rotationsmaschine wagen. Damit geht die Lackaufbereitung deutlich schneller, da der Abtrag durch die Kreisbewegungen höher ist. Im Jahr 2019 hat AUTO BILD bereits acht Poliermaschinen getestet. Testsieger wurde die Rotationsmaschine 7PM05 von Kunzer. Den vollständigen Test und alle Ergebnisse lesen Sie hier: Rotations-Poliermaschinen im Test

Autor:

Fotos: Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD

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