Fahrbericht Concorde Cruiser 791 RL
Ein echtes Dickschiff: Fast acht Meter lang, 3,55 Meter hoch, 2,38 Meter breit.
Das ist er: Wow, was für ein Trumm, dieser Alkoven-Cruiser 791 RL von Concorde! Er reckt sich 3,55 Meter in die Höhe, macht sich 7,99 Meter lang und ist immerhin 2,38 Meter breit. Ein Fliegengewicht sieht anders aus – das Wohnmobil bringt eine zulässige Gesamtmasse von 6,7 Tonnen auf die Waage. Als ich das erfahre, sage ich mir: Schön, dass du schon älter bist. Denn mein Führerschein ist der alte Dreier. Deshalb darf ich mir den Spaß gönnen und ganz legal ohne Lkw-Lizenz durch die Landschaft gleiten. Aber komme ich mit so viel Auto überhaupt klar? Ja! Denn anders als die MAN-Variante braucht der Iveco Daily als Basis kaum Gewöhnung. Kurze Einweisung, und wir fahren vom Hof.

Stadtverkehr mag der Concorde nicht

Fahrbericht Concorde Cruiser 791 RL
Die Preise sind deftig, unter 135.500 Euro geht gar nichts, die Aufpreisliste ist lang.
So fährt er: Schon nach ein paar Kilometern sind alle Zweifel beseitigt – der Cruiser lässt sich spielend leicht bewegen, fast wie ein Pkw. Die Lenkung spurt leichtgängig und doch präzise, die Bremsen sprechen kräftig an. Aber klar, enge Gassen und Stadtverkehr machen nicht glücklich. Sein Terrain sind Landstraßen und Autobahnen. Hier lässt es sich dank Achtstufenautomatik, 205 PS und 470 Newtonmetern Drehmoment schon bei 1400 Umdrehungen entspannt cruisen. Gut so, denn Hektik mag der Dicke nicht: Lastwagen-Überholverbote, Tempo 80 auf Landstraßen und 100 auf Autobahnen bremsen das Reisetempo ein. Die luftgefederte Hinterachse sichert hohen Fahrkomfort, erst am Ziel wird's wieder anspruchsvoller: Es braucht schon einen üppigen Stellplatz, um die acht Meter problemlos einfädeln zu können. Um mit der Höhe und Breite klarzukommen, sind ein hilfsbereiter Beifahrer und ein Navi an Bord, das Straßenbreiten und Brückenhöhen zuverlässig angibt, sinnvoll. 

Platz ohne Ende

Fahrbericht Concorde Cruiser 791 RL
Cockpit mit kleinem Monitor und Joystick für die Achtstufenautomatik.
Das hat er: Platz ohne Ende. Im geräumigen Alkoven mit anschließendem Sanitärbereich, im loungigen Wohnzimmer hinten – und in der Küche dazwischen. Mit Schlafplätzen für vier und trotzdem sehr viel Bewegungsfreiheit. Auf den Punkt gebracht: Oberklasse. Der Fußboden in Parkett-Optik und die feinen Möbel mit dunklem Korpus und weißen Klappen wirken ausgesprochen edel; am Anfang benutzt man sie mit einer gewissen Befangenheit, aber das lässt nach. Auch deshalb, weil die Oberflächen so beschichtet sind, dass fast keine Fingerabdrücke zurückbleiben. Und funktionell ist das Mobiliar auch. So verfügen sämtliche Schubladen über eine Einzugsautomatik und die Klappen über einen gedämpften Schließmechanismus.

Bildergalerie

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Kamera
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Platz für sechs Erwachsene

Fahrbericht Concorde Cruiser 791 RL
Platz hat der Concorde Cruiser reichlich, hier können auch sechs Personen sitzen.
Großer Aufwand auch beim Lichtkonzept: Riesige Fenster, stilvolle Ambientebeleuchtung, indirektes Deckenlicht sowie zahlreiche LED-Spots erhellen das Luxusdomizil. Vor allem im Bereich der riesigen Rundsitzgruppe im Heck. Hier können sich sechs Erwachsene niederlassen – ohne dass es zu eng wird. Und vor Blicken von draußen schützen keine der üblichen Kunststoff-Jalousien, sondern Rollos mit dunklen Holzlamellen. Die kosten allerdings extra und gehören zum "Ambiente Paket Noce" für 5490 Euro. Richtig opulent wird's jedoch im vorderen Kabinenteil: An die Längsbetten im Alkoven schließt sich der Sanitärbereich an. Links der kombinierte Wasch-/WC-Raum (auf Wunsch mit Porzellantoilette für 1990 Euro), rechts die große Duschkabine, zum hinteren Teil mit einer robusten Tür abtrennbar.

Günstig geht anders

Fahrbericht Concorde Cruiser 791 RL
Das Küchenabteil ist schwungvoll integriert in edler Optik und einem Dreiflammenherd.
Und auch die Küchenausstattung hinterlässt Eindruck: sehr viel Stauraum, geräumiger Apotheker-Hochschrank am Übergang zur Sitzgruppe und Mineralstoff-Arbeitsplatte. Der 190-Liter-Kühlschrank plus Gefrierfach und eine Backofenkombi mit Grill kosten 1380 Euro Aufpreis. Und wenn wir schon von Extras sprechen: Das Navi-Radio mit Lkw-Software und Freisprechanlage ist Pflicht, schlägt aber mit 2790 Euro zu Buche – als vergleichsweise kleiner Posten: Am Ende stehen 190.450 Euro auf dem Zettel. Die große Heckgarage mit Türen auf beiden Seiten, die zwei Fahrräder oder einen Motorroller fasst, gehört dagegen zur Serienausstattung. Wie auch die Kunststoffräder unter dem Heck, die ein Aufsetzen bei der Auffahrt auf Fähren verhindern sollen. Danke, sehr aufmerksam. Wie so vieles an diesem Dickschiff.

Fazit

von

AUTO BILD
Ein Designerstück ist der Concorde von außen nicht. Seine Stärken liegen in der hohen Qualität des Ausbaus und der Kabine. Alles fasst sich wertig an, nichts klappert oder knarzt, Platz ist mehr als genug da. Dazu passt der Iveco als Basis: Er macht das Eingewöhnen in die Größe leicht.

Von

Kai Schwarten