Fahrbericht FAB Design SLR Desire
Sanft wie Stahl

Schluss mit lustig: Der FAB Design SRL Desire ist eine brutale Bestie die keinen Spaß versteht. Mit 124 PS und 300 Newtonmetern mehr als beim Serienfahrzeug ist Gänsehaut vorprogrammiert.
- Ben Arnold
Die Karriere des SLR neigt sich dem Ende zu. Mit dem Sondermodell Stirling Moss nimmt Mercedes nach rund 1700 Einheiten Abschied. Obwohl das Auto nicht nur Fans hatte, machen die Veredler noch lange nicht Feierabend. Nach Brabus, Mansory und Asma stellt jetzt FAB Design seine Interpretation des Supersportlers vor. FAB-Inhaber Roland Rysanek weiß ganz genau: Wer zu spät kommt, muss richtig auffallen. Was dem Breitbau-Guru aus dem schweizerischen Mellingen vortrefflich gelingt. Obwohl er generös auf eines seiner bewährten Stilmittel verzichtet: die grelle Lackierung. Sein SLR Desire glänzt in serienmäßigem Silber. Verursacht aber trotzdem Menschenaufläufe und Getuschel.
Der Heckflügel erhitzt die Gemüter

Bild: Lena Barthelmeß
Mercedes schickt den V8-Kompressor demnächst endgültig ins Altersheim

Bild: Lena Barthelmeß
Das Fahrerlebnis gestaltet sich so eindrucksvoll wie unvergesslich. Wagt es der Pilot tatsächlich, Leistung und Drehmoment voll abzurufen, setzt Schub ein, dessen Ausmaße schmerzen. Der Vorwärtsdrang fällt so atemberaubend aus, als würde einen der Kompressorriemen strangulieren. Die Vibrationen des Motors versetzen das ganze Fahrzeug in konvulsive Zuckungen. Aufgeregt tänzelnd versuchen die fetten Hinterwalzen zwischen Drehmoment und Asphalt zu vermitteln. Dem Auspuff entweichen derart gefährliche Fanfaren, als würden in seinem Endtopf kriegerische Urvölker hausen. Am Ende des Tages hat uns der krasseste SLR aller Zeiten tatsächlich so weit, dass wir erschöpft, aber glücklich gestehen: Du wirst uns fehlen, teurer Freund.
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